Dreierpack-Serge bleibt nach Traum-Debüt bescheiden

Jogis Wunder-Gnabry: Werder als Durchgangsstation für FCB?

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Serge Gnabry debütierte mit einem Dreierpack – das schafften zuvor nur Dumke (1911), Pöttinger (1926), Walter (1926), Strehl (1962) und Müller (1976).

Serravalle - Serge Gnabry zeigte ein überzeugendes Debüt in der DFB-Elf. Drei Treffer gegen Fußball-Zwerg San Marino. Ist er langfristig einer für den FC Bayern?

Was im Fußball zählt? Die Fakten! Und die sprechen bei Serge Gnabry eine eindeutige Sprache.

Erstens: Während Thomas Müller, Mario Gomez und Mario Götze beim 8:0 gegen San Marino ohne Tor blieben, erzielte der Bremer bei seinem DFB-Einstand direkt mal einen Dreierpack. Das gab es zuletzt vor 40 Jahren, bei Dieter Müllers Dreierpack-Debüt gegen Jugoslawien (4:2 n.V.).

Zweitens: Gnabry erzielte seine erste Bude bereits nach sechs Minuten, also satte neun Minuten schneller als ein gewisser Miroslav Klose bei seinem DFB-Debüt (2001 beim 2:1 gegen Albanien), seines Zeichens erfolgreichster DFB-Torschütze aller Zeiten.

Und nicht zu vergessen, drittens: Der Wunder-Gnabry ist gerade mal 21 Jahre jung.

„Das haben wir von ihm erwartet, alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen“, scherzte Sami Khedira nach Abpfiff, doch Jogis neues Goldlöckchen blieb ob des Lobes ganz bescheiden. „Bei meinem Debüt drei Tore zu schießen, hätte ich mir heute Morgen nicht erträumt. Aber es war jetzt mein erstes Spiel gegen einen Gegner, der nicht unbedingt Italien ist. Man sollte da also nicht zu viel daraus machen“, meinte Gnabry, fügte aber selbstbewusst an: „Jeder Spieler kommt mit dem Ziel hierher, sich durchzusetzen. Das ist natürlich auch mein Ziel.“ Und drei Tore sind ziemlich gute Argumente dafür.

Sah auch Joachim Löw so: „Drei Tore im ersten Länderspiel, das ist klasse für ihn, für seine ganze Entwicklung und sein Selbstbewusstsein. Ein sehr guter Auftakt für ihn in der A-Mannschaft.“ Dass man bei derartigen Debüts aber auch gewisse Traditionen pflegen muss, davor dürften Gnabry auch seine drei Buden nicht bewahren. Löw mit einem Grinsen: „Er muss sicher eine kurze Rede halten, als Debütant ist das üblich. Mal schauen, was sich die Mannschaft nach drei Toren noch so von ihm erwartet.“

Gnabry wird es in Kauf nehmen, gerade wenn es für ihn so weitergeht. Bei Olympia führte der Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin die Mannschaft von Horst Hrubesch zur Silbermedaille, im Sommer folgte der überraschende Wechsel von Arsenal zu Bremen, wo er in der laufenden Saison bereits vier Tore und eine Vorlage verbucht hat. „Olympia war natürlich ausschlaggebend für mich“, so Gnabry. „Davor war es schwer, ich habe keine Spielzeit bekommen. Die habe ich jetzt wieder bekommen, ich fühle mich körperlich gut und hoffe, dass es so weitergeht.“ Und weiter: „Ich weiß, was ich kann, wenn mein Körper mitmacht, wenn ich fit bin und regulär meine Spielzeiten bekomme. Das sind die Ergebnisse.“

Bilder: DFB-Team mit 8:0-Sieg gegen San Marino

Ein kleiner Wink in Richtung London, wo Gnabry nur selten zum Zug kam. Grund genug für die Bremer Social-Media-Abteilung, bei einem Tweet zu Gnabrys DFB-Debüt das offizielle Twitterprofil von Arsenal mit einem Zwinkersmiley zu markieren, das rasch mit einem Foto von einem gewissen Ray Parlour konterte. Der Gunner erzielte im UEFA-Cup-Vertelfinale 2000 auch einen Dreierpack – gegen Werder, das daraufhin ausschied. Ob der Wunder-Gnabry auch einer für die Bayern sein könnte? Ein langfristiger Ersatz für Robbery wird nach wie vor gesucht und Bremen soll angeblich nur eine Durchgangsstation sein. Dafür spricht eine Ausstiegsklausel in Gnabrys bis 2020 laufenden Vertrag. „Dazu gibt es nichts zu sagen“, sagte er zum Thema FCB. Noch nicht…

Werder kämpft – kein schneller Gnabry-Wechsel

Werder Bremen hat einen schnellen Wechsel von Neu-Nationalspieler Serge Gnabry ausgeschlossen. „Da muss keiner Angst haben. Wir werden Serge nicht schon nach wenigen Monaten wieder abgeben – und er will auch gar nicht weg“, sagte Werder-Manager Frank Baumann der Kreiszeitung Syke. Auch bei sehr hohen Beträgen zur Winterpause will Werder standhaft bleiben, betonte Baumann: „Wir brauchen Serge auch im neuen Jahr und haben noch viel mit ihm vor.“ Der 21-jährige Gnabry war zur neuen Saison für geschätzte fünf Millionen Euro vom FC Arsenal nach Bremen gewechselt und hat bei Werder einen Vertrag bis 2020.

José Carlos Menzel López

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