So bastelt er trotz Vertragsende an der Zukunft

Supertalent-Transfer bringt Hoeneß Gegenwind

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Uli Hoeneß will die Jugendförderung beim FC Bayern verbessern - und überlässt nichts dem Zufall.

München - Uli Hoeneß wird trotz auslaufenden Vertrags weiterhin an der Zukunft des FC Bayern basteln. Das gefällt nicht jedem. Fürth-Präsident Helmut Hack schlägt Alarm.

Der FC Bayern intensiviert seine Jugendförderung. Das neue Jugendleistungszentrum an der Ingolstädter Straße im Norden der Landeshauptstadt soll zur Saison 2017/2018 bezogen werden. Das Ziel ist: Endlich wieder Weltklassespieler aus der eigenen Jugend formen - und das regelmäßig! Und der Mann, der das ganze forcieren soll, ist nach Sport-Bild-Informationen Uli Hoeneß. Wie das Blatt beichtet, soll der 64-Jährige, dessen Vertrag als "Assistent der Abteilungsleitung Junior-Team" mit seiner Haftentlassung auf Bewährung am 29. Februar 2016 endet, bis Juli weiterhin als Berater für den FC Bayern tätig sein.

Wie wichtig Hoeneß für die Nachwuchsförderung und auch das Scouting ist, zeigt die Vergangenheit. Bei David Alaba sorgte er 2008 mit einer neuen Klausel dafür, dass der junge Österreicher nach fünf Einsätzen in der ersten Mannschaft einen Profi-Vertrag erhielt - und somit andere Vereine abblitzten. Hoeneß verhinderte einen Wechsel von Thomas Müller zu 1899 Hoffenheim in letzter Minute höchstpersönlich. Und der Ex-Präsident sorgte mit einem Besuch in Rostock dafür, dass Toni Kroos seiner Zeit nicht zu Werder Bremen, sondern nach München wechselte.

Und Hoeneß hat bereits einen vermeintlich "neuen Alaba" verpflichtet - zumindest zog er im Hintergrund die Fäden. Im Sommer wechselte der erst 17-jährige Timothy Tillmann von Greuther Fürth zum FC Bayern - sehr zum Leidwesen von Fürth-Präsident Helmut Hack. Dieser sagte im Interview mit der Sport Bild: "Sein Weggang ist eine Katastrophe für den Verein. (...) Bayern möchte auch nicht ständig in der U-19-Champions-League verlieren. Fakt ist, dass es trotz eines bestehenden Ausbildungsvertrages nicht möglich war, den Spieler zu halten. Die Familie des Spielers ist Wochen bevor der Wechsel vollzogen wurde, nach München gezogen. So hatten sie auch die moralischen Argumente auf ihrer Seite. Wenn Bayern kommt, setzt bei vielen der Verstand aus." Fürth kassierte 500.000 Euro für Tillmann.

Hack sieht in dieser Offensive ein Risiko für kleinere Vereine - und auch für die Talente selbst, denn bei Bayern "schaffen es doch die wenigsten Spieler, sich durchzusetzen. Dann wird man von da aus wieder verliehen oder abgegeben - so wie Sinan Kurt, der mit viel Brimborium aus Gladbach kam und jetzt schon wieder weg ist."

FC Bayern intensiviert Suche nach Talenten und Trainern

Zuletzt schaffte es kein Talent aus der Bayern-Jugend mehr zu den Profis. Julian Green spielt nur noch in der Reserve des FCB, Sinan Kurt, Alessandro Schöpf und Gianluca Gaudino verließen zuletzt den Verein. Franck Ribérys Bruder soll zwischenzeitlich suspendiert worden sein wegen einer Tätlichkeit an einem Mitspieler. Künftig wird man genauer hinsehen. "Wenn ein Spieler, jung oder alt, nicht professionell ist, kauft Rummenigge im nächsten Jahr einen neuen für seine Position", sagte Trainer Pep Guardiola zur Sport Bild.

Für eine optimierte Jugendförderung baggert der FC Bayern mit Strippenzieher Hoeneß nicht nur an Talenten, sondern auch an Trainern. Julian Nagelsmann, der ab Sommer die Profis von 1899 Hoffenheim trainieren wird, erhielt keine Freigabe von den Kraichgauern. Ein heißer Kandidat ist nun Markus Kauczinski, der seinen Vertrag als Trainer beim Karlsruher SC nicht verlängern wird.

Das Zukunftsprojekt des FC Bayern - Uli Hoeneß ist der tragende Pfeiler.

fw

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