Fußball-Revolution aus dem Osten

Spektakulärer Plan: Champions League ohne FC Bayern?

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Premium-Produkt: Bayern und Barcelona im Champions-League-Duell.

München - Es wäre eine waschechte Fußball-Revolution: Ein Multimilliardär plant einen Konkurrenz-Wettbewerb zur Champions League. Und baggert an den Klubs.

Update vom 25. August 2016:

Endlich ist es wieder soweit! Die Bundesliga startet in die neue Saison 2016/17. Und da wie immer der Meister der vorherigen Spielzeit das Recht des ersten Spiels hat, treffen am Freitagabend der FC Bayern München und der SV Werder Bremen aufeinander. Hier lesen Sie, wie Sie das Eröffnungsspiel der Bundesliga FC Bayern gegen SV Werder Bremen live im TV und im Live-Stream ansehen können.

Update vom 25. August 2016: Wer darf im nächsten Jahr im Millenium Stadium in Cardiff den begehrten Henkelpott hochheben? Der FC Bayern ist sicherlich einer der Kandidaten dafür. Der Grundstein für den Titel wird schon in der Gruppenphase gelegt. Am Donnerstagabend entscheidet sich, auf den die Münchner treffen. So können Sie die Auslosung zur Gruppenphase der Champions League 2016/17 live im TV und im Live-Stream ansehen. 

Wer angeblich 30 Milliarden (richtig gelesen, Milliarden!) Euro auf dem Konto hat und als reichster Mann Asiens gilt, dem ist keine Vision zu groß. Man könnte mit so viel Kohle versuchen, zum Mars zu fliegen. Oder die Fußball-Welt umzukrempeln.

Wang Jianlin greift nach dem Fußball.

Genau das hat Wang Jianlin offenbar vor. Der Chinese, Besitzer der Dalian Wanda Group, ist großer Fußball-Fan und hält 20 Prozent von Atlético Madrid. Das reicht ihm aber noch nicht: Wie die Financial Times kürzlich berichtete, plant er eine Konkurrenzliga zur Champions League.

Das Versprechen: mehr Startplätze in der neuen Superliga, zudem - da leuchten wohl die Augen der Topklub-Manager - ein höherer Erlös aus den TV-Rechten.

Konkurrenz-Liga zur Champions League? Erste Gespräche haben stattgefunden

Wie Marco Bogarelli, strategischer Direktor der Wanda Sports Holding, dem Blatt vor rund zwei Wochen erklärte, hätten schon Gespräche mit Spanien und Italien stattgefunden, weitere mit England, Deutschland und Frankreich sollen folgen.

Kommt es zur großen Aufspaltung im europäischen Fußball? Dass ein Verein wie der FC Barcelona oder der FC Bayern an beiden Wettbewerben teilnimmt, scheint sehr unwahrscheinlich. Ein Ausstieg aus der Champions League wäre nach aktuellem Stand zwar kaum vorstellbar. Aber auch nicht unmöglich, wenn Jianlin mit seinen Plänen Ernst macht und attraktive Gründe finanzieller Art bereithält. Es wäre nicht weniger als eine Fußball-Revolution!

Wanda-Gruppe schon bei der FIOFA eingestiegen

Dem europäischen Fußball-Verband UEFA dürften diese Pläne nicht schmecken. Wang jedenfalls knüpft schon fleißig Bande. Im Fußball war der Konzern im März schon beim Weltverband FIFA als einer der wichtigsten Sponsoren eingestiegen. Für den bis 2030 laufenden Vertrag zahlt das Unternehmen angeblich mehrere hundert Millionen Euro.

Der Konzern sei künftig besser aufgestellt, "um eine Rolle im Bieterprozess für die Vergabe großer Fußballturniere wie der Weltmeisterschaft zu spielen", hieß es in einer Mitteilung. Die Regierung in Peking hatte schon häufiger den Wunsch geäußert, künftig eine WM in China ausrichten zu wollen. Weil Katar den Zuschlag für 2022 erhalten hatte, kann sich ein asiatisches Land nach derzeitigen Regeln erst wieder für die Weltmeisterschaft 2030 bewerben. Über den WM-Ausrichter werden zukünftig die 209 FIFA-Mitglieder im Kongress entscheiden.

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

17-Jahre-Deal mit Basketball-Weltverband FIBA

Die Wanda-Gruppe hat zudem im Juni mit dem Basketball-Weltverband FIBA eine Partnerschaft über 17 Jahre perfekt gemacht. Zur Dotierung des Kontraktes machten beide Seiten keine Angaben.

Im Zuge der Kooperation mit der FIBA vermarktet die Wanda-Tochter Infront Sports & Media die Sponsorenrechte der Basketball-WM bis 2033. Auch die kontinentalen Wettbewerbe der Männer und Frauen wie EM-Turniere gehören zum neuen Geschäftsfeld. An der Infront-Spitze steht der Schweizer Philippe Blatter, Neffe des früheren FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter.

"Bei unserer Partnerschaft mit der FIBA geht es nicht nur darum, für bestehende Turniere zu werben. Viel wichtiger ist es, neue Turniere zu schaffen und die Reputation der FIBA zu verbessern", sagte Wang. Neue Turniere zu schaffen? Das dürfte auch die Fußball-Fans hellhörig werden lassen.

Wanda-Gruppe auf Shopping-Tour

Wangs Konzern befindet sich in den letzten Jahren auf "Shopping-Tour" - eine kleine Auswahl:

- Ein legendäres Hollywood-Studio ist schon in den Einkaufswagen gewandert.

- Zuvor hatte er für 265 Millionen Euro das Madrider Hochhaus "Edificio España" gekauft, eines der Wahrzeichen der spanischen Hauptstadt. Das Bauwerk an der Plaza de España war Ende der 50er Jahre als der erste Wolkenkratzer in Spanien errichtet worden.

- Wang will zudem in China bis zu 20 eigene Vergnügungsparks bauen, die dazu führen sollen, dass Disney auf absehbare Zeit mit seinen dortigen Parks nicht profitabel wird.

- Im vergangenen August kaufte Wanda für 650 Millionen US-Dollar die Marke "Ironman" und die World Triathlon Corporation.

- Der Konzern stieg für 45 Millionen Euro mit 20 Prozent beim spanischen Fußballclub Atlético Madrid ein.

- Dalian Wanda kaufte für gut eine Milliarde Euro den Sportvermarkter Infront in der Schweiz.

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lin mit Material von dpa/AFP

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