Spitzenspiel ohne Sieger

Gladbach trotzt Bayern Remis ab

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Bayerns Thomas Müller (l) und Mönchengladbachs Alvaro Dominguez im Kopfballduell um den Ball.

Mönchengladbach - Mit einer couragierten Leistung im Gipfeltreffen hat Borussia Mönchengladbach dem FC Bayern München einen hochverdienten Punkt abgeknöpft.

Durch das 0:0 verhinderte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre am Sonntagabend einen Durchmarsch des Rekordmeisters und liegt nach dem neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga als Tabellenzweiter weiterhin vier Punkte hinter den Bayern. Vor 54 010 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Borussia-Park gewann das 100. Pflichtspiel beider Teams gegeneinander erst in der zweiten Hälfte an Fahrt. Am Ende schmeichelte den Münchnern das Resultat gegen immer mutigere Gastgeber.

Beide Super-Serien hielten: Die Bayern blieben im 13. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen, Gladbach ist auch nach 15 Partien unbesiegt. Die beiden erfolgreichsten Defensivreihen der laufenden Bundesliga-Saison machten ihrem Ruf vor allem in Halbzeit eins alle Ehre. Der FC Bayern kassierte bislang nur zwei Gegentore, Manuel Neuer ist nun seit 658 Minuten unbezwungen. Sein Borussia-Kollege Yann Sommer musste insgesamt erst vier Treffer hinnehmen.

Nach ihren klaren Europacup-Siegen spielten beide Teams mit unterschiedlichen Anfangsformationen. Arjen Robben war mit Oberschenkelproblemen nicht ins Rheinland gereist. Für den beim 7:1 in der Champions League beim AS Rom noch überragenden Niederländer rückte Rafinha in die Anfangsformation, Dante spielte für Jerome Boateng. Bei Gladbach musste Tony Jantschke mit einem grippalen Infekt passen. Alvaro Dominguez übernahm seine zentrale Abwehrposition, Oscar Wendt rückte nach links. Gladbach hatte nach dem 5:0 gegen Limassol in der Europa League zwei Tage weniger Pause als die Bayern, so ließ Favre auf insgesamt fünf Positionen rotieren.

Von Beginn an entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem die Gastgeber den Münchnern die Initiative überließen. David Alaba visierte von links das rechte obere Eck an, Sommer bekam noch seine Fingerspitzen an den Ball und der Pfosten rettete das Unentschieden. Die Bayern dominierten auch danach die Partie. Eine hohe Ballbesitzquote und den größeren Zug zum Tor konnte der Rekordmeister aber nicht in klare Chancen ummünzen.

Richtig gefährlich wurde es dann nach über einer halben Stunde plötzlich auf der Gegenseite. Bei einem von Andre Hahn eingeleiteten Konter tauchte Max Kruse frei vor Manuel Neuer auf, doch der Abschluss des Nationalspielers geriet zu zaghaft, um ein Problem für Neuer zu sein. Im Spiel zweier Taktikfüchse auf der Trainerbank stand Gladbach in der Innenverteidigung sicher. Die zweite Bayern-Chance hatte Robert Lewandowski: Dessen Schuss wurde von Dominguez abgefälscht und verfehlte nur knapp das Tor.

„Ein sehr taktisch geprägtes Spiel, wobei die Gladbacher zu viel Respekt vor dem Gegner haben“, urteilte Berti Vogts in der Halbzeit am „Sky“-Mikrofon. Zu Beginn der zweiten Hälfte bot sich das altbekannte Bild: Die Borussen hielten die Bayern vom eigenen Strafraum fern und lauerten auf Konter. Dann wurde es gefährlich: Kruse leitete überfallartig einen mustergültigen Angriff ein, spielte zu Hahn, dessen platzierten Schuss parierte Neuer stark. Das Spiel nahm Fahrt auf. Lewandowski tauchte erneut gefährlich vor Sommers Tor auf, auf der Gegenseite musste Neuer bei einem weiteren Konter gegen Patrick Hermann zum ersten Eckball für Gladbach nach einer Stunde Spielzeit retten.

Die Borussen bekamen immer mehr Oberwasser. Raffael hatte per Freistoß (67.) und (78.) Chancen, Neuer parierte jeweils glänzend. Am Ende konnten die Bayern mit dem Punkt zufriedener sein als Mönchengladbach. Juan Bernat und Claudio Pizarro verfehlten in der Schlussphase das Tor auf der Gegenseite nur ganz knapp.

dpa

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