Heute steigt der Supercup

Pep: "Ein Finale ist kein Test! Nein, nein, nein!"

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Bayern-Coach Pep Guardiola.

Dortmund - Dortmund gegen Bayern - da geht es rund. Die Vereinsbosse legten verbal vor. Das Supercup-Finale vor 80.000 Zuschauern im BVB-Tempel werden wohl nicht die vielen deutschen Weltmeister prägen.

Genug gegiftet, jetzt haben nach den streitenden Bossen von Bayern München und Borussia Dortmund endlich die Fußball-Stars auf dem Rasen das Sagen. 88 Tage nach dem finalen Triumph der Bayern im DFB-Pokalendspiel in Berlin sollen die beiden Erzrivalen auch am Mittwoch (18 Uhr/ZDF und Sky) im mit 80 667 Zuschauern ausverkauften Dortmunder Fußball-Tempel im Kampf um das erste Titelchen der neuen Spielzeit die Vorfreude auf die Bundesliga schüren. „Es gibt grundsätzlich keine Freundschaftsspiele, wenn Bayern und Dortmund auf dem Platz stehen“, betonte Torwart Manuel Neuer, den seine Schalker Vergangenheit zusätzlich anstachelt.

Die zahlreichen deutschen Weltmeister werden das Prestigeduell aber kaum prägen, denn den Trainingsdefiziten ihrer Topstars wollen die Trainer der beiden deutschen Topclubs bei ihren Aufstellungen und Einwechslungen Rechnung tragen. „Wir haben nur acht, neun Spieler fit, nicht mehr“, betonte Pep Guardiola, der am Dienstag vor dem Abschlusstraining in München offen ließ, mit welchen seiner sechs Champions von Brasilien er überhaupt für den Supercup plant. Der leicht angeschlagene Bastian Schweinsteiger blieb wie Rafinha (Außenbandriss) und Franck Ribéry (Knieprobleme) jedenfalls zu Hause. BVB-Coach Jürgen Klopp wird zumindest auf Mats Hummels verzichten.

Lewandowski steht im Blickpunkt 

Noch mehr im Blickpunkt stehen wird damit Robert Lewandowski. Der Bundesliga-Torschützenkönig läuft erstmals im Bayern-Trikot an seiner bisherigen Wirkungsstätte auf. „Gast“ im Dortmunder Stadion zu sein, werde „ein anderes Gefühl“ für ihn sein. Der Pole ist gespannt auf den Empfang der BVB-Fans in dem „besonderen Spiel für mich“. Auch Guardiola meint: „Es wird speziell für ihn. Er war vier Jahre in Dortmund, er hat es dort überragend gemacht.“

Unabhängig von Rückkehrern und WM-Nachwehen - jubeln mit der Supercup-Trophäe möchten natürlich beide Kontrahenten sehr gerne. „Das ist der erste Titel der Saison“, sagte Guardiola und antwortete auf Nachfragen nach einem Testspielcharakter: „Ein Finale ist kein Test, kein Probieren, nein, nein, nein.“ Vor einem Jahr unterlagen die Münchner im ersten Pflichtspiel unter dem Starcoach in der Dortmunder Arena mit 2:4. „Wir werden eine Mannschaft haben, die fähig sein wird, Dortmund zu schlagen“, versprach Neuer den Fans. Im Münchner Tor könnte jedoch Ersatzmann Tom Starke beginnen. „Er hat eine sehr gute Sommer-Vorbereitung gemacht“, bemerkte Guardiola.

Die begrenzte Aussagekraft des Kräftemessens ohne zahlreiche Topspieler auf beiden Seiten betonte auch Jürgen Klopp. „Ein Sieg über die Bayern würde das Gefühl verbessern, hätte aber relativ wenig Auswirkungen auf die Saison. Vor einem Jahr haben wir dieses Spiel gegen die Bayern gewonnen, waren am Ende aber dennoch ein paar Punkte hintendran.“ 19 Zähler waren es exakt nach 34 Spieltagen!

Ähnlich wie bei den Bayern kann auch bei den Dortmundern von einer optimalen Einstimmung auf das erste Pflichtspiel der Spielzeit nur wenige Tage vor der oft komplizierten ersten DFB-Pokalhauptrunde nicht die Rede sein. „Wir hatten eine komplizierte Vorbereitung, bei der viele wichtige Spieler nicht dabei waren“, sagte Klopp mit Verweis auf die späte Heimkehr der Weltmeister. So stieg der neue Kapitän Hummels erst am Montag ins Teamtraining ein. Darüber hinaus werden Marco Reus, Nuri Sahin, Jakub Blaszczykowski und Ilkay Gündogan beim Probelauf gut eine Woche vor dem Ligastart fehlen.

Engagiert zugehen soll es auf dem Spielfeld dennoch. „Wir haben im letzten Jahr gesehen, welch riesiges Interesse dieses Spiel hervorruft“, erinnerte Routinier Sebastian Kehl. Ähnlich sieht es Klopp: „Wer gewinnt, darf sich richtig freuen. Und wer verliert, muss sich nicht so wahnsinnig grämen.“

Aus den verbalen Scharmützeln der Führungskräfte im Vorfeld hielten sich die Trainer und Spieler bewusst heraus. „Mit Disharmonien habe ich schon lange nichts mehr zu tun“, sagte Klopp und fuhr scherzhaft fort: „Als Kind habe ich Keyboard gelernt.“ Guardiola bemerkte: „Die Rivalität außerhalb des Platzes ist kein Thema für mich.“

Weitere Kadernachbesserungen plant der Spanier nach eigener Aussage nicht. Meldungen über eine mögliche längere Absenz seines am Knie verletzten Landsmannes Thiago bis weit in den Herbst hinein trat er entgegen: „Thiago wird früher zurückkommen. Ich freue mich über diesen Kader.“ Und über seine sechs Weltmeister freut sich Guardiola auch - selbst wenn sie im Supercup-Finale eher Randfiguren sein dürften.

dpa

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