Wie der FCB den BVB schlagen kann

Taktik-Experte: Das ist der Schlüssel zum Bayern-Sieg

+
Schnell drauf auf Henrich Mchitarjan – das ist das Motto.

München/Berlin - FC Bayern München gegen Borussia Dortmund - das Finale um den DFB-Pokal könnte spannender nicht werden. Die tz zeigt den Schlüssel zum Bayern-Sieg.

Es ist das große Duell des Meisters gegen den Vize, des Platzhirschs gegen den ärgsten Widersacher – doch im Fokus stehen vor der Partie vor allem ausgewählte Protagonisten. Da wäre das Ballerduell zwischen Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Auba­meyang – oder auch die alles überstrahlende Personalie Mats Hummels. Dazu muss es Pep Guardiola in seinem letzten Spiel als Coach des FC Bayern gelingen, seinen ebenso detailversessenen Widersacher Thomas Tuchel ein weiteres Mal auszutricksen. In der Liga klappte das beim 5:1 im Hinspiel richtig gut, beim 0:0 im Rückspiel hatte Tuchel einen Taktik-Kniff parat. Wie antwortet Pep? Die tz zeigt den Schlüssel zum Bayern-Sieg.

Bei Ballgewinn BVB muss Mkhitaryan am Pass auf Auba­meyang gehindert werden.

„Im letzten Aufeinandertreffen verteidigten die Dortmunder sehr aggressiv und agierten gegen den Ball aus einem 5-4-1-System – wobei sie teilweise schon ganz vorne anliefen“, erinnert Alexander Schmalhofer im Gespräch mit der tz an Tuchels Matchplan und erklärt, warum die Münchner trotz der auf den ersten Blick defensiven Ausrichtung des BVB keinen Dauerdruck um den Strafraum erzeugen konnten: „Dadurch, dass die Fünferkette sehr hoch stand, war es für die Bayern eben nicht nur schwierig, gezielt Bälle in die Tiefe zu spielen, sondern auch in den Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld.“ Zwar waren die Bayern während des Spiels auf der Suche nach Lösungen gegen die mannorientierte Verteidigung, fanden aber kaum welche. „Bereits in diesem Spiel konnte man erkennen, dass die Bayern versuchten in der Offensive sehr variabel zu spielen und sehr viele Positionswechsel vorzunehmen, um sich die Mannorientierung zunutze zu machen“, so Schmalhofer. Der Leiter des Fachbereichs Spiel- und Taktikanalyse beim Institut für Fußballmanagement zeigt in der tz gleichzeitig auf, wie Lewandowski & Co. trotzdem in gefährliche Abschlusssituationen kommen können: „Ziel der Bayern kann es somit sein – vorausgesetzt, der BVB verteidigt auf eine ähnliche Art und Weise –, dass sie es durch die Positionswechsel der vorderen Spieler immer wieder schaffen, die Fünferkette zum Fallen zu zwingen, um vor die Kette zu gelangen.“

Positionswechsel der FCB-Angreifer sollen die mannorientierte Abwehr des BVB herauslocken.

Doch bei allem Offensivdrang und der Suche nach Lücken im Dortmunder Abwehrverbund dürfen die Roten ihre Rückwärtsbewegung nicht vernachlässigen. Denn das Konterspiel des BVB ist darauf ausgelegt, bei Ballgewinn blitzschnell umzuschalten und den Gegner auszuhebeln. „Im Umschalten nach Ballgewinn ist immer wieder zu beobachten, dass Mkhitaryan als Entwicklungsspieler einer Konteraktion fungiert. Er lauert stets auf den Ballgewinn, um sich dann frühzeitig in den freien Raum zu bewegen, um von dort den Gegenangriff einzuleiten. In solchen Momenten ist meist Aubameyang der Zielspieler, der mit seiner Schnelligkeit, aber auch mit seinem intelligenten Freilaufverhalten den Pass in den freien Raum provoziert“, hat Schmalhofer analysiert und erklärt, worauf Jerome Boateng & Co. unbedingt achten müssen: „Nach Ballverlust sollten die Bayern frühzeitig Tempo in der Rückwärtsbewegung aufnehmen und Aubameyangs Laufweg bestmöglich antizipieren. Eine Eins-gegen-eins-Situation sollte unbedingt vermieden werden.“

Zwar hat Tuchel dem einst gefürchteten, inzwischen aber entschlüsselten Umschaltspiel des BVB mit seiner Philosophie neue Ideen im Ballbesitz- und Positionsspiel eingeimpft, doch bei Bedarf greift er immer wieder mal auf den Klopp’schen Konterfußball zurück.

Bayern - Dortmund: So endeten die vergangenen Duelle

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

auch interessant

Meistgelesen

Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Doppelpacker Lewandowski schreibt in Mainz Bundesliga-Geschichte
Doppelpacker Lewandowski schreibt in Mainz Bundesliga-Geschichte
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Heinrichs TV-Kritik: Free-TV statt Flieh-TV
Heinrichs TV-Kritik: Free-TV statt Flieh-TV

Kommentare