Bayern-Star im Interview

Thiago: "Carlo weiß, wie er die Spieler behandeln muss"

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Thiago Alcantara, der filigrane Edeltechniker aus Spanien, steht beim FC Bayern noch bis 2019 unter Vertrag.

München - Der "Ziehvater" ist weg, der Sohn noch da. 'Zum Glück', werden viele Bayern-Fans sagen. Thiago Alcantara äußerte sich nun erstmals über seinen neuen Trainer Carlo Ancelotti.

"Thiago oder nix" - So hatte die Beziehung des spanischen Edeltechnikers mit dem FC Bayern begonnen. Der Urheber des oben stehenden Satzes, Pep Guardiola, ist mittlerweile zu Manchester City gewechselt, doch sein Schützling Thiago weilt weiter beim FC Bayern. Der Spanier, der beim Rekordmeister noch bis 2019 Vertrag hat, äußerte sich im Interview mit goal.com nun erstmals über den neuen Trainer Carlo Ancelotti. Und das ausschließlich positiv. "Er hat eine großartige Beziehung zu den Spielern aufgebaut, weshalb wir uns auch sehr auf die neuen Aufgaben freuen. Wir freuen uns darauf, Spiele unter Carlo zu bestreiten und sind sehr gut aufgestellt für die kommende Saison", stellte Thiago fest. 

Auch zu dem Italiener, den Karl-Heinz Rummenigge zum FC Bayern gelotst hatte, habe er eine sehr persönliche Beziehung. Auf die Frage "Wie ist Carlo Ancelotti?" antwortete der Zauberfuß: "Wir sind aus zwei Gründen hier. Wir wollen die Zeit genießen und dazulernen. Es ist sehr einfach, den Fußball mit Carlo zu genießen, weil er (...) selbst Fußballer war. Zweitens, kann man unheimlich viel von ihm lernen. Er bringt sehr viel Erfahrung mit."

"Clement lässt den Spaß nicht zu kurz kommen"

Thiago, dessen Berater Pere Guardiola, der Bruder Pep Guardiola, scheint mit dem gesamten Trainer-Team in der Post-Guardiola-Ära äußerst zufrieden zu sein. Ancelotti habe vor allen Dingen ein ruhiges Gemüt und sei ein bescheidener Mensch. "Er weiß, wie er die Spieler behandeln muss", so Thiago. Paul Clement, der englische Co-Trainer von Ancelotti, sei dagegen ganz anders. "Er hat ebenfalls viel Erfahrung, macht aber auch gerne mal einen Witz. Er soll als Vorbild, als Lehrer fungieren, lässt den Spaß aber bei aller Ernsthaftigkeit nicht zu kurz kommen. Das ist eine tolle Mischung", sagte Thiago gegenüber goal.com

Doch wie die meisten Bayern-Anhänger wissen, gibt es nicht nur im Trainer-Team Spaßvögel. Auch in der Mannschaft des Rekordmeisters findet sich der ein oder andere Witzbold. Thiago nennt hier vor allen Dingen Franck Ribéry und den Brasilianer Rafinha. Doch auch ansonsten fühle er sich in der Mannschaft wie zuhause: "Wir haben insgesamt eine tolle Mannschaft und eine wunderbare Stimmung."

"Eine gute Mannschaft aufzubauen, das ist der größte Preis"

Thiago Alcantara, ein klangvoller Name. Und so spielte Thiago auch Fußball. Sofern er denn fit war. Der exzellente Techniker war ein ums andere Mal von Verletzungen zurückgeworfen worden und kam dann nicht immer sofort wieder in Tritt. In der Saison 2014/15 hatte Alcantara einen Innenbandriss am Knie erlitten, in der vergangenen Saison hatte er an einer weiteren Bänderverletzung zu knabbern gehabt.

Doch in der bisherigen Vorbereitung unter Ancelotti zeigte sich der 25-Jährige wieder gewohnt spielfreudig. Und auch innerhalb des Mannschaftsgefüges der Bayern nimmt er mittlerweile eine gewichtige Rolle ein. Er führe nicht mehr nur spanisch-sprachige Spieler an das Team heran, sondern auch jeden anderen neuen Fußballer: "Es geht aber eben nicht nur um Spieler, die aus Spanien oder aus einem spanisch-sprachigen Land kommen. Wenn zum Beispiel ein Deutscher zu Bayern wechselt, würde ich sagen: 'Komm, setz Dich hierher', weil wir ein Team sind. Am Ende, bei allen Trophäen die man im Fußball holen kann, ist der größte Preis eine gute Mannschaft aufzubauen."

"Bei uns stimmt die Mischung"

Im guten Mannschaftsgefüge der Bayern sieht Thiago außerdem einen der Gründe für den anhaltenden Erfolg. Man müsse gut spielen, sich professionell verhalten, kämpfen und eine gute Stimmung in der Umkleide haben. "Bei uns stimmt die Mischung", erklärte der Edeltechniker. Die gute Stimmung sei auch einer der Gründe, warum der FC Bayern in der Champions League jedes Jahr so weit komme.

Was die Fitness anbelangt, sieht Thiago die Bayern aber noch nicht bei 100 Prozent: "Wir müssen in der Lage sein, uns im Supercup gegen Borussia Dortmund zu beweisen. Wir wissen jetzt, was der Trainer von uns verlangt, sind aber noch nicht bei 100 Prozent. Diese 100 Prozent wollen und müssen wir erreichen", gab sich der Spanier angriffslustig.

"Weiß noch nicht, was ich nach meiner Karriere mache"

Thiago scheint also weiter glücklich zu sein, bei seinem FC Bayern. Sein Weg zum deutschen Rekordmeister führte bekanntlich über Guardiolas Ex-Verein, den FC Barcelona. Dort spielt momentan auch noch sein Bruder, Rafinha Alcantara. Auf die Frage, ob auch sein zweiter, noch jüngerer Bruder Profi werden würde, antwortete Thiago: "Wir haben nie den Druck gespürt, Profi werden zu müssen. Wir haben einfach den Sport geliebt und wollten in die Fußstapfen unseres Vaters treten. Dieses Leben haben wir für uns gewählt." Wenn man Thiago zur Zeit auf dem Platz sieht, dann war das wohl die beste Entscheidung, die er hätte treffen können. 

Dass der Mann mit der Rückennummer sechs auch nach der aktiven Karriere seinen Weg gehen wird, unterstrich der zentrale Mittelfeldspieler schließlich auch noch. Auf die Frage, was er nach seiner aktiven Laufbahn zu tun gedenke, antwortete der Spanier überlegt und vorausschauend: "Wir sind sehr jung und verdienen unglaublich viel Geld in recht kurzer Zeit. Wir müssen vorsichtig damit umgehen, weil wir nicht wissen, was nach dem Fußball kommt. Aber was ich nach meiner Karriere mache, weiß ich noch nicht." 

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

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sdm

          

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