Müller und Ribéry müssen lange zuschauen

Hitzfeld kritisiert Pep: "Diese Taktik ging nicht auf"

München - Die Startelf des FC Bayern gegen Atlético sorgte zunächst für Verwunderung: Müller und Ribéry nur auf der Bank? Ottmar Hitzfeld kritisierte Guardiola deswegen.

Warum heißt der Mann eigentlich Titan? Beziehungsweise Ex-Titan? Prophet wäre doch auch eine schöne Variante. Es ist die Rede von Oliver Kahn, der im ZDF schon vor dem Spiel ein sehr genaues Bild vorzeichnete. „Diese unglaubliche Atmosphäre im Calderon ist speziell“, sagte 46-Jährige. „Aber sie macht Bayern keine Angst. Das ist kein Problem. Aber!“, setzte er fort: „Das enorme Pressing, das Atlético spielt, das mögen sie gar nicht. Das wird ihnen Probleme bereiten, denn das macht keine Mannschaft in Europa so gut wie Atlético Madrid.“

Zehn Minuten später hatte sich diese Prophezeiung bis ins Detail bewahrheitet. Es stand 1:0, und mit diesem Ergebnis geht es nun zurück nach München. „Am Anfang waren wir unter Druck, da haben wir nicht ins Spiel gefunden“, gestand Manuel Neuer nach dem Spiel bei Sky ein. „Erst in der zweiten Halbzeit waren wir aggressiver, das haben wir in der ersten Halbzeit nicht geschafft. Aber das lag nicht an der Atmosphäre, wir waren etwas schläfrig. Vor dem Gegentor müssen wir uns ankreiden, dass wir ihn zu nah ans Tor gelassen haben. Aber man muss auch sagen: Er hat es gut gemacht.“

Neuer: "Sind optimistisch für das Rückspiel"

Dummerweise konnten sie den Schaden nicht mehr beheben, und Neuer sagt, „das fällt schon ins Gewicht, dass wir kein Auswärtstor erzielt haben, da müssen wir jetzt in München hellwach sein. Aber wir sind schon optimistisch für das Rückspiel.“

Thomas Müller (Foto) musste - ebenso wie Frank Ribéry - gegen Atlético erst einmal zuschauen.

Vielleicht reicht aber auch eine von Anfang an bissige Leistung, denn was Diego Simeone spielen lässt, haben die Bayern ja nun erlebt. Oliver Kahn hatte schon vor dem Spiel darauf hingewiesen. Simeone sei vielleicht ein Trainer mit „typisch südamerikanischem Temperament und fußballerisch mit allen Wassern gewaschen“. „Aber“, so Kahn, „darauf sollte man ihn nicht reduzieren. Er ist taktisch extrem ausgefuchst und variabel, vor allem in der Defensive“. Wobei Kahn gleich mit einem zweiten Vorurteil aufräumte: „Defensive hat nichts mit hintendrinstehen zu tun, das zeigt Atlético. Da geht es um Gegenpressing direkt nach dem Ballverlust noch in der Hälfte des Gegners. Das machen sie so gut wie sonst keine Mannschaft in Europa.“

Die Folge: Bayern konnte sich oft nicht spielerisch befreien und musste den Ball herausschlagen. Das ging nach zehn Minuten schief, der Ball kam nach einem Befreiungsschlag zurück – und dann führten die Bayern das genaue Gegenteil von guter Defensivarbeit vor, analysierte Ottmar Hitzfeld das 1:0 bei Sky: „Niguez hatte zwar einige Bayern vor sich, aber Thiago spekuliert. Dadurch konnte er Fahrt aufnehmen und dann wird es immer schwerer für Bernat, Alonso und Alaba.“

Bayern verliert im Caldéron: Vier mal die 5, nur eine 2

Hitzfeld kritisiert Guardiola für falsche Taktik

Letztgenannter beschrieb danach die Folgen der auch von Neuer bemängelten Schläfrigkeit: „Die Ausgangssituation ist jetzt nicht die beste, ich kann das sicher auch besser machen vor dem Gegentor. Aber zu Hause können wir sehr gut spielen, das ist uns bewusst. Wir werden alles in die Waagschale werfen, mit der Unterstützung unserer Fans ist alles möglich.“

Allerdings dürfte Simeones Team den Laden auch in München ganz gut dicht machen – das zeigten sie, wenn sich das Spiel doch mal in die madrilenische Hälfte verlagerte – Stichwort: defensiv variabel.

Vielleicht fehlte in der Offensive der Bayern aber auch nur das unorthodoxe Element. Oder, rot-weiß gesagt: Thomas Müller. Der fand sich an der Seite von Franck Ribéry auf der Bank wieder. „Da fehlt vielleicht ein zweiter Stürmer“, sagte nicht nur Hitzfeld. „Bayern kam überhaupt nicht ins Spiel am Anfang. Das hat mich schon enttäuscht. Die Taktik der Bayern ging nicht auf.“

In München wird das wohl wieder anders aussehen, Hitzfeld jedenfalls sagt: „Die zweite Halbzeit war okay.“ da spielte auch Müller mit.

tz

"0:1-Pleite: SAULcooles Solo schockt Bayern"

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