Bayern bestätigt Transfer

Kroos: Seine ersten Worte nach dem Wechsel

München - Ab heute beginnt für Toni Kroos bei Real Madrid ein neues Kapitel. Eines, in dem er gewinnen, aber auch verlieren kann. Diese Rolle kann der Weltmeister in Spanien spielen.

Eilmeldung: Philipp Lahm beendet seine Karriere bei der Nationalmannschaft.

Update III: Spansiche Reporter haben Kroos heute Vormittag auf dem Weg zum Flughafen von Palma de Mallorca abgefangen und kurz interviewt. ""Real Madrid hat großartige Spieler - ich bin sehr glücklich", sagte der Weltmeister auf englisch. Gefragt hatte ihn eine Reporterin, ob er denn Cristiano Ronaldo als besten Spieler sehe. Hier sehen Sie ein kurzes Video, was bei Marca veröffentlicht wurde.

Update II: Über die Vorstellung von Toni Kroos bei Real Madrid berichten wir live. Die Präsentation des neuen Spielers der "Königlichen" für die Medien soll in der "Royal Box" im Stadion "Estadio Bernabéu" stattfinden.

Update: Am Donnerstag hat es auch der FC Bayern offiziell bestätigt: Kroos wechselt zu Real Madrid und erhält dort einen Vertrag bis 2020. Auf der Facebook-Seite des FC Bayern heißt es zu dem Wechsel recht nüchtern: "Transfer perfekt: Toni Kroos zu Real Madrid". „Wir danken Toni Kroos für seine Zeit in München,“ erklärte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, in einem Facebook-Post. "Wir haben hier gemeinsam mit ihm große Erfolge erzielt. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute in Madrid und bei Real.“ Um 17 Uhr soll Toni Kroos am Donnerstag in Madrid vorgestellt werden. Er ist bereits in Spanien - die Familie Kroos macht Urlaub auf der Ferieninsel Mallorca.

Real Madrid hat den Neuzugang bereits bei Twitter begrüßt - und den Hashtag #WelcomeKroos herausgegeben.

Die Reaktionen der Fans nach dem Abschied von Toni Kroos aus Madrid fallen übrigens unterschiedlich aus.

Toni Kroos sagt München "Servus"

Das „Servus“ am Münchner Flughafen galt nicht nur für die kommenden Urlaubswochen, Toni Kroos verabschiedete sich am Dienstag für eine längere Zeit von seinen (ehemaligen) Mannschaftskollegen des FC Bayern. Ab heute beginnt für den 24 Jahre alten Weltmeister bei Real Madrid ein neues Kapitel. Eines, in dem er gewinnen, aber auch verlieren kann.

Karl-Heinz Rummenigge sah gut aus, im feinen Zwirn, bestens erholt, gut gebräunt, ganz anders als die abgekämpften, aber tapferen Gestalten, die aus dem Flugzeug auf das Rollfeld des Flughafen München traten. Er nahm sie alle in den Arm, die Weltmeister, die der FC Bayern nun in seinen Reihen hat. Er drückte Bastian Schweinsteiger, nahm sich viel Zeit für Philipp Lahm, wurde von Manuel Neuer am Rücken getätschelt, scherzte mit Thomas Müller. Toni Kroos aber holte sich der Vorstandschef zur Seite. Die beiden versuchten, immer wieder nett in die Kameras zu grinsen, er, der aus dem Ei gepellte Rummenigge, und sein Angestellter, der übermüdete und mit dicken Augenringen versehene Kroos. Aber es gelang ihnen nicht, den Inhalt des Gesprächs zu vertuschen.

Diese Worte, die da unter weiß-blauem Himmel und begleitet von Blaskapellenmusik gesprochen wurden, waren Abschiedsworte. Servus, Toni, mach es gut!

Toni Kroos macht Urlaub auf Mallorca

Knapp 30 Millionen Euro Ablöse, Vertrag bis 2020, sechs Millionen Euro netto pro Jahr aufs Konto. Noch vor seinem Urlaub wird Kroos bei den Königlichen offiziell vorgestellt, heute um 17 Uhr. Aber als was? Als solider Transfer? Als Hoffnungsträger? Als neuer Regisseur? Das vermag noch niemand zu sagen.

In seinem Urlaub auf Mallorca hat Toni Kroos übrigens schon die ersten Real-Geschenke bekommen. Die hat ein Reporter der spanischen Zeitung "As" überreicht.

Möglichkeiten, sogar königliche, hat Kroos in Madrid allemal. Es ist kein Geheimnis, dass Carlo Ancelotti Fan des deutschen Nationalspielers ist. Er liebt seine technische Finesse, er bewundert die Präzision seiner Pässe. Schon vor zwei Jahren, als Ancelotti noch Trainer bei Paris St. Germain war, schwärmte er von Kroos. „Bayern wird ihn bestimmt nicht hergeben“, sagte der Italiener damals. Aber wenn Real lockt, ist es eben doch etwas anderes.

Ancelotti hat viel verändert, seitdem er das Team vor einem Jahr von Jose Mourinho übernahm. Er hat eine in einzelne Grüppchen zersplitterte Meute immerhin zum Gewinn der Königsklasse geführt. Er hat viel improvisiert, und doch einen Weg gefunden, die Defensiv-Faulheit von Topstars wie Gareth Bale und Cristiano Ronaldo kompensieren zu lassen. Aber er ist noch nicht am Ende. Seine Überzeugung: Das Mittelfeld braucht mehr Balance, eine Verknüpfungsstelle zwischen Offensive und Defensive. Eine Rolle, die Kroos in München auch ausfüllen sollte.

Pressestimmen: So freuen sich die Spanier auf Kroos

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Im Champions League-Halbfinale, an diesem denkwürdigen Tag, an dem die Bayern 0:4 gegen Real verloren, machte Kroos das nicht gut. Ihm gegenüber standen vor der Real-Abwehr Xabi Alonso und Luka Modric, das Duo, das Ancelotti zusammengesetzt und lieben gelernt hatte in den letzten, wichtigsten Spielen der Saison. Alonso, der Abräumer. Modric, der technisch versierte, flinkere Part. Ein Traumpaar für die Zukunft aber sieht der Trainer in den beiden nicht.

Alonso, mit der spanischen Nationalmannschaft in der WM-Vorrunde gescheitert, ist inzwischen 32 Jahre alt. Die Versuche, die jungen Asier Illarramendi und Isco als Nachfolger heranzuführen, verliefen mäßig. Angel di Maria soll verkauft werden; Sami Khedira, ein weiterer Kandidat, sogar einer, den Ancelotti im Champions League-Finale spielen ließ, ist dem Coach technisch zu limitiert. Es passt, dass die Zeitung „Marca“ gestern bereits den Wechsel des 27-Jährigen zu Arsenal verkündete. 25 Millionen Euro wollen die Londoner für Khedira zahlen, der nach Mesut Özil, Lukas Podolski, Serge Gnabry und Per Mertesacker der fünfte Deutsche im Team von Arsene Wenger wäre. Der eine Weltmeister verlässt Real, damit der nächste kommen kann.

Kroos soll der neue Alonso werden. Während der WM hat man seine Fähigkeiten erahnen können, aber dennoch begleiten ihn Zweifel in die spanische Hauptstadt. Es sind schon andere gescheitert. Özil etwa, auch Nuri Sahin. Beide mit großen Hoffnungen zu den Königlichen gekommen und schnell wieder gegangen. Es wurden viele Spieler verschlissen, denn Real ist seit Jahren auf der Suche nach einer langfristig perfekten Lösung für das zentrale Mittelfeld. Kroos kann der Traum-Kandidat sein, wenn er denn möchte. Man vergesse immer, wie jung dieser Kerl noch ist, sagte Franz Beckenbauer zuletzt. 24 Jahre, mit Talent gesegnet. Ihm stehen alle Türen offen.

Barcelona hat Luis Suarez verpflichtet, traditionell braucht Real auch einen Top-Transfer, wenn die Konkurrenz zuschlägt. Das könnte James Rodriguez sein, Kroos ist es sicherlich (noch) nicht.

Und dennoch wird sich Präsident Florentino Perez rausputzen, wenn er ihm sein neues Trikot überreicht. Er wird nicht wie Rummenigge „Servus“, sondern „Bienvenido“ sagen. Und hoffen, dass er in paar Jahren weiß: Kroos war ein Top-Transfer.

Hanna Schmalenbach

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E-Mail:hanna.schmalenbach@merkur.de

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