Kommt der BVB-Kapitän zu den Roten?

Wechsel-Wirren um Hummels: "Es gibt nur zwei Möglichkeiten"

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Hat nun die BVB-Fans gegen sich: Mats Hummels.

München - Hat Mats Hummels sich in München angeboten? Karl-Heinz Rummenigge widerspricht und deutet die baldige Einigung mit dem BVB an.

Die Bilder aus Dortmund flimmerten auch in München über die Bildschirme, als Karl-Heinz Rummenigge die neueste Episode der bayerisch-westfälischen Beziehungsgeschichte kommentierte. Was der Vorstandsboss von der Übertragung nicht mitbekam, waren hingegen die Töne. Die schrillen Pfiffe, mit denen ein gar nicht so großer, aber lautstarker Teil der Borussen-Fans den Kapitän Mats Hummels bedachte. Und die Sprechchöre und sonstigen Kommentare, mit denen sie seinen anstehenden Wechsel zum FC Bayern bedachten.

Für Hummels sind schwierige Zeiten angebrochen, seit sich der Transfer zum Erzfeind immer deutlicher abzeichnet. Beim 5:1-Sieg gegen desolate Wolfsburger – eine Partie, in der der Spielführer eine ausgezeichnete Leistung zeigte – stach ein dreiteiliges Transparent auf der Tribüne ins Auge: „Der Kapitän geht als Erster von Bord. Am besten sofort!“

Bereits in ein paar Tagen könnte es soweit sein

Fan-Protest gegen Hummels beim Spiel gegen Wolfsburg.

So weit wird es nicht kommen, doch zumindest die formale Abwicklung könnte sehr bald abgeschlossen sein. Rummenigge will nicht bis zum Pokalfinale gegen den BVB am 21. Mai warten, bis alles besiegelt ist. Bereits „in ein paar Tagen“ könne es soweit sein. In der öffentlichen Wahrnehmung beansprucht das Duell mit Atletico Madrid die ungeteilte Aufmerksamkeit der Bayern, doch hinter den Kulissen wird eifrig daran gearbeitet, den Hummels-Wechsel schnellstmöglich von der Agenda zu bekommen.

In der Sprache der Fußballdiplomatie, die Rummenigge fließend beherrscht, wäre ein solch zeitnaher Transfer eine „seriöse Lösung“. Beide Vereine gingen „die ganze Geschichte sehr ordentlich an“, ohne die Gefühlsaufwallungen speziell auf Dortmunder Seite, die bei den Wechseln von Mario Götze und Robert Lewandowski noch auftraten.

Am Wochenende ist das seriöse Verhältnis jedoch ernsthaft auf die Probe gestellt worden. Uli Hoeneß’ Bemerkung am Freitag, man solle, „wenn einer an die Tür klopft“, dem Interessenten schon auch öffnen, kam in Dortmund schlecht an. „Das ist Humbug“, sagte Hummels, er habe es nicht nötig, seine Dienste einem Klub anzubieten. Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke protestierte umgehend gegen die Andeutung von Hoeneß, „der ja momentan gar keine offizielle Funktion hat“.

Es war dann Rummenigge, der die diplomatische Krise beilegte. „Uli hat da vielleicht etwas missverstanden“, sagte er. „An die Tür geklopft hat schon der FC Bayern. Mats ist nicht offensiv auf uns zugekommen.“ Rummenigge sprach seine Botschaft in jede Kamera, beschwichtigte Watzke, nahm Hummels in Schutz und Hoeneß aus der Schusslinie: „Er ist jetzt informiert und aufgeklärt.“

"Es gibt nur zwei Möglichkeiten"

In Dortmund wird man die Worte im Sinne der seriösen Beziehungspflege beruhigt zur Kenntnis nehmen, die Verhandlungen aber mit unveränderter Kompromisslosigkeit fortsetzen. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten“, sagte Watzke am Samstag. „Die Vorstellungen realisieren sich zu 100 Prozent oder es gibt keinen Transfer.“ Angeblich sollen sich die Borussen bis zu 40 Millionen Euro für Hummels erhoffen.

Der Weltmeister ist ihnen lieb und teuer. Wenn auch das Szenario wenig wahrscheinlich ist, dass der Spieler seinen Vertrag erfüllt, so ist es Watzke doch ein dringendes Anliegen, Hummels gegen alle Anfeindungen zu verteidigen. „Mats ist ein astreiner Bursche. Ein ganz großartiger Junge. Wer den beleidigt, der hat das Recht eigentlich schon verspielt, zu uns zu gehören.“

Sein Kommentar war die scharfe Antwort auf die Anfeindungen im Stadion. Anderen Borussen wie dem Trainer Trainer Thomas Tuchel war dagegen durchaus Enttäuschung anzuhören. Das Bild vom Anti-Hummels-Transparent verbreitete sich in den sozialen Netzwerken rasant. Auch die entsprechende BVB-Abteilung beteiligte sich daran. Einen Tweet mit dem Foto leitete sie umgehend an den eigenen Verteiler weiter.

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