Sky-Nachwuchs steht bereit

TV-Kritik zum Bayern-Spiel: Das fehlte unter Pep

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Ein lockeres Interview zwischen Jan Henkel und Carlo Ancelotti.

München - Zweites Spiel, zweites Mal am Freitag. Sky freut sich über die Übertragung und hat guten Nachwuchs, findet Kolumnist Jörg Heinrich in seiner TV-Kritik.

Gottseidank, es ist Freitag! So hieß Ende der 70er, als wir alle noch jünger waren, ein ulkiger Tanzfilm mit Donna Summer, die früher in München als Raumpflegerin tätig war. Donna Summer war eine der entferntesten Cousinen von Matthias Summer, falls Ihnen das bisher nicht bekannt war. Aber das nur am Rande. „Gottseidank, es ist Freitag“ – das gilt jedenfalls jetzt auch für den Fernsehfußball. Zum zweiten Mal am zweiten Spieltag hat der FC Bayern das Freitagspiel bestritten, und zum zweiten Mal hat Sky eine prima Übertragung abgeliefert.

Wir haben den Bezahlsender zuletzt ja mehrfach hart kritisiert, unter anderem wegen des YouTube-Kasperls CBas, der dort in erschütternder Unlustigkeit junge Zuschauer anlocken sollte. Doch jetzt ist (vorerst) alles vergeben und vergessen. Denn die neue Freitags-Besatzung mit Moderator Michi „Leo“ Leopold und Experte Didi Hamann macht richtig Spaß. Die beiden melden sich immer schon eine Stunde vor dem Anpfiff aus dem Sky-Lkw am Rande des Stadions, und haben viel Interessantes zu berichten.

Ancelotti-Interview zeigt, was unter Pep fehlte

Am Freitag hat zum Beispiel der Wahl-Römer Jan Henkel ein großartiges Interview mit Carlo Ancelotti geführt. Jetzt wissen wir, bei aller Liebe zu Pep, was die letzten drei Jahre gefehlt hat. Es ging um Rummenigge, um Carlos Assistenten-Sohn, und um seine freiheitsliebende linke Wander-Augenbraue. „Ich kann meine linke Augenbraue nicht kontrollieren. Ich weiß nicht, wann und warum sie hochgeht“, enthüllte der prächtige neue Trainer, und man hätte den beiden stundenlang zuhören mögen.

Dann näherten sich der Leopoldi und der Didi per pedes langsam der Arena, und man vermisste nur die GPS-Einblendung: „Noch zehn Meter, noch neun Meter...“ Kurz danach konnte dann auch schon das Spiel stattfinden, das normalerweise von Marcel Reif kommentiert worden wäre. Doch der retirierte Chefkommentator (Schluchz! Heul! Jammer!) befindet sich weiterhin in Pension. Und man muss sagen: Der Nachwuchs in Form von Jonas Friedrich hat das prima gemacht. Der junge Mensch über Ancelotti: „Er hat schon am Tag vor dem Spiel teilweise seine Aufstellung verraten. Ich denke, dass Pep eher das Mikrofon abgebissen hätte, als das zu tun.“ Der Reif-Phantomschmerz pocht noch, lässt aber langsam nach.

Fünfmal die 4: Bilder und Noten vom Kampf-Sieg auf Schalke

Das Spiel im Ticker zum Nachlesen.

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