Bayern verliert bei Atlético

TV-Kritik: Triumph der alten Männer

Herrmann Gerland machte vor dem Spiel gegen Atlético den Matthias Sammer.

Madrid - Vor allem alte Männer waren vor dem Halbfinal-Hinspiel des FC Bayern bei Atlético Madrid gefragt. Die TV-Kritik der tz.

Herzlich willkommen zum „Game of Thron“! In Madrid fiel gestern eine entscheidende Vorentscheidung, wer 2016 den „Ohrwaschlpokal“ gewinnt, wie Fritz von Thurn und Taxis den famosen Pott nennt. Wobei wir auch schon beim Thema wären: Die Berichterstattung war ein Triumph der großen alten Männer, also vom Fritzl von TuT und von Ersatz-Sammer Hermann Gerland. Die beiden waren überragend, im Gegensatz zu ZDF-Altreporter Béla Réthy, der Atlético (mein Gott, so viele Apostrophe!) ein 4-1-4-1-4- 4-2-System andichtete. Kein Wunder, dass es Bayern gegen diese Übermacht schwer hatte.

Die große Frage war ja: Tritt Uli Hoeneß anstelle von Matthias Sammer vor die Kamera? Antwort: Er trat nicht, stattdessen übte sich Gerland als Aushilfs-Sachse. Der Tiger in all seiner Knorrigkeit gab überragende Interviews. „Warum spielt Thomas Müller nicht?“, begehrte Sky-Wasserziehr zu wissen. „Dat passiert öfter, dass ein Spieler draußen bleibt, wo man nich mit rechnet“, beschied ihn der zweitberühmteste Bochumer. Aber warum nur, warum, wie Udo Jürgens gefragt hätte? „Die taktische Ausrichtung is eben so, dat Pep eben anders spielt“, raunzte der Mann aus der Hermann-Gerland-Kampfbahn, dem wo man stundenlang hätte zuhören mögen.

Was auch für Fritz von Thurn und Taxis galt. Nachdem man das Sky-Elend mit dem Quengel-YouTuber Cbas über sich hatte ergehen lassen, plauderte Monsieur TuT übers Finale 1974 gegen Atlético, übers Katsches Wundertor: „Fünf Minuten vor Spielbeginn haben wir begonnen, und fünf Minuten nach Spielende war die Übertragung beendet.“ So ist das mit dem Fernseh-Fußball: Früher Oskar Klose, heute Cbas. Fortschritt ist das keiner. Was bei Sky niemand verstand: Warum berichtete der Hell-mann nicht aus der Hölle von Madrid?

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Im Zweiten machte Jochen Breyer wie immer einen Top-Job und spöttelte über den gelbhaarigen Kahn: „Du als einer, der seine Emotionen immer im Griff hatte.“ Der Rest vom ZDF war nicht ganz so supi. Die Mainzer schmähten Guardiola als „Pep, der Unvollendete“. Das kann man so sehen, wenn man die 712 Titel außer Acht lässt, die der Großkatalane als Trainer gewonnen hat. Bélas Halbzeitfazit: „Ein tolles Solo von Saúl brachte die Elf von Pap Guardiola 0:1 in Rückstand.“ Man hätte ihm minutenlang zuhören mögen.

Jörg Heinrich

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