tz-Experten-Kolumne

Taktikfuchs: So knackt Bayern die Atlético-Defensive

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Mögliche Offensiv- und Aufbauvarianten gegen Atlético

München - Der Münchner Taktikexperte Alexander Schmalhofer vom Institut für Fußballmanagement erklärt in der tz-Experten-Kolumne, wie es dem FC Bayern gelingen, das so wichtige Auswärtstor bei Atlético Madrid zu erzielen.

Eines ist schon vor dem Anpfiff des Halbfinal-Hinspiels in der Champions League (20.45 Uhr, live im TV und im Live-Streamhier bei uns im Live-Ticker) sicher: Die Bayern müssen sich taktisch etwas einfallen lassen, um im Estadio Vicente Calderón das so wichtige Auswärtstor zu erzielen. Denn Atlético verteidigt im 4-4-2-System extrem variabel – und schwer ausrechenbar.

Mal stört das Team von Trainer Diego Simeone sehr früh, attackiert schon am Sechzehner des Gegners. Und mal lässt es sich komplett in die eigene Hälfte zurückfallen und verteidigt rund um den eigenen Strafraum. Deshalb braucht Bayern besonders im Spiel mit dem Ball für die verschiedenen Situationen entsprechende Lösungen. Werden die Münchner schon früh im Spielaufbau angegriffen, sind beispielsweise gezielte Chipbälle auf die ballentfernte Seite eine gute Idee, um das Pressing der Spanier zu überspielen und den Raum entgegen der Verschieberichtung zu nutzen. Wenn sich die eigenen Sechser fallen lassen, entsteht zudem Überzahl, wodurch die Bayern das Angriffspressing von Atlético auch ausspielen können. Sie müssen dabei nur gewaltig auf Ballverluste aufpassen. Die versucht Atlético vor allem in der gegnerischen Hälfte ständig zu provozieren. Darauf wird Pep Guardiola in seiner Ansprache vor dem Spiel hinweisen.

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Alexander Schmalhofer.

Zieht sich Atlético zurück, liegt ein möglicher Schlüssel für ein Tor auf der rechten Seite. Guardiolas Angriffszug kann so funktionieren: Ein Sechser, beispielsweise Alonso, lässt sich zwischen die eigenen Innenverteidiger fallen. Damit ermöglicht er es, Rechtsverteidiger Lahm nach innen zu ziehen, wodurch Lahm seinen Gegenspieler ebenfalls mit auf diese Position nimmt. Lahm öffnet durch seinen Lauf den Passweg für Alonso auf den breitstehenden Costa. Costa kann nun ins Dribbling gegen den Außenverteidiger gehen und selbst den Torabschluss suchen oder den Pass in die Schnittstelle spielen, in die Lahm im Rücken des Außenverteidigers ziehen kann. Erhält Lahm den Ball, kann er per Flanke oder Rückpass eine gefährliche Torchance vorbereiten. Genauso entstand auch das zwischenzeitliche 1:1 beim Viertelfinal-Rückspiel der Bayern in Lissabon.

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Doch Guardiola wird seinen Stars nicht nur einen offensiven, sondern auch einen defensiven Matchplan mit ins Hinspiel geben. Im Fokus werden dabei die langen Bälle von Atlético stehen, auf die sich die Bayern-Verteidigung einstellen muss. Die Spanier spielen diese, um dann ganz gezielt schon nah am gegnerischen Strafraum auf den sogenannten zweiten Ball zu gehen. Bayerns Offensiv-Spieler um Thomas Müller haben deshalb die Aufgabe, Atléticos Aufbauspieler schon frühzeitig so unter Druck zu setzen, dass diese keine kontrollierten, zielgerichteten Flugbälle spielen können.

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Natürlich wird nicht jeder hohe Ball nach vorne zu verhindern sein. Dann heißt es für Javi Martinez und Co.: Luftzweikämpfe gewinnen und Tiefe absichern!

Alexander Schmalhofer

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