Das Erbe des Katalanen beim FC Bayern

tz-Kommentar: Es bleibt viel von Trainer Pep

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Sven Westerschulze.

München - Bayern-Reporter Sven Westerschulze fasst in seinem Kommentar zusammen, welches Erbe der scheidende Bayern-Trainer Pep Guardiola in München hinterlässt. Besonders hoch ist Guardiola besonders eine Sache anzurechnen.

Pep Guardiola am Sonntag mit dem Pott.

Endlich war er weg. Der Druck, den Pep Guardiola seit seinem Amtsantritt gespürt hatte und der ihm bis zum Schluss auf den Schultern lastete. Wie groß der war, zeigte sich am Samstagabend im Berliner Olympiastadion. Nach dem Abpfiff entlud sich der ganze Ballast und die Anspannung, die drei Jahre akribische Arbeit auf allerhöchstem Niveau mit den allerhöchsten Ansprüchen mit sich bringen. Das Triple war der Maßstab, schließlich hatte er den FC Bayern im Sommer 2013 als beste Mannschaft Europas übernommen. Mit dem dramatischen Finaltriumph im DFB-Pokal endete die Ära Pep Guardiola in München. 

Bilder: So wild feierten die Bayern auf dem Marienplatz

Das Triple blieb zwar aus, vom spanischen Starcoach bleibt aber trotzdem eine ganze Menge. Und wenn man die Auftritte des Rekordmeisters in den drei Spielzeiten unter dem Spanier Revue passieren lässt, wäre eigentlich das noch größere Finale am kommenden Samstag in Mailand der passende Rahmen für seinen Abschied gewesen. Denn das Pokalfinale hat wieder einmal gezeigt, dass die Bayern sich unter Guardiola eine fast schon beängstigende Dominanz angeeignet haben. Selbst der als ärgste Konkurrent geltende BVB war über 120 Minuten in der Defensive und konnte spielerisch zu keiner Zeit mit den Münchnern mithalten. 

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In Deutschland sind die Bayern also das Non-Plus-Ultra, in Europa haben sie sich dauerhaft unter den besten Teams der Königsklasse etabliert – in diesem Jahr waren sie von der Qualität her wohl sogar das beste unter den letzten vier. Sie hätten das Finale verdient gehabt. Der ganz große Wurf ist Guardiola zwar nicht gelungen, doch er übergibt seinem Nachfolger Carlo Ancelotti eine hervorragende Mannschaft, die jederzeit um jeden Titel mitspielen kann. 

Das ist – natürlich abgesehen von den drei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen – die größte Leistung, die Pep in München ­vollbracht hat. Denn wie schwer es ist, das Level nach einem Champions-League­Triumph zu halten, ist an den Beispielen von Inter Mailand (2010) und dem FC Chelsea (2012) zu sehen.

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