CL-Finale und der Geldfluss

tz-Kommentar: Ronaldo, Lewandowski und Hull City

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Bernd Brudermanns.

München - tz-Redakteur Bernd Brudermanns kommentiert das Fußball-Wochenende - und insbesondere die finanziellen Aspekte.

Wissen Sie, was das finanziell bedeutsamste Fußballspiel des Wochenendes war? Blöde Frage, werden Sie denken und sagen: das Champions-League-Finale Real gegen Atlético Madrid natürlich. Schließlich kassieren die Königlichen für ihre erfolgreiche Königsklassensaison rund 100 Millionen Euro, die sie jetzt in Robert Lewandowski investieren wollen. Die richtige Antwort auf die Frage wäre allerdings das Spiel Hull City gegen Sheffield Wednesday gewesen, das die Tigers in Wembley mit 1:0 gewannen. Hull kassiert durch den Aufstieg in die englische Premier League Mehreinnahmen von 95 Millionen Pfund, dazu kommen garantierte Zahlungen von 75 Millionen Pfund in den darauffolgenden zwei Jahren – unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Das Gesamtpaket von 170 Millionen Pfund entspricht 224 Millionen Euro. So viel zum Thema Gaga-Welt des Fußballs 2016…

Logisch: Vermutlich wird Real in den kommenden Jahren mehr Geld generieren, aber es geht um die jetzt schon garantierte Summen. Und die sprengen in England durch die Milliardendeals mit TV-Sendern und das Investment von nahöstlichen Scheichs, asiatischen Milliardären und russischen Oligarchen jede Dimension.

Aber zurück zu Real Madrid: 25 Millionen Euro Jahresgehalt plus Erfolgsprämien sollen die Königlichen Lewandowski geboten haben. Ihnen droht nämlich – ebenso wie dem Stadtrivalen Atlético – eine einjährige Transfersperre, die die FIFA nur ausgesetzt hat. Grund waren Verstöße bei Transfers von minderjährigen Spielern. Also muss und wird Real jetzt noch mal viel Geld in die Hand nehmen – wie es im fußballerischen Neudeutsch heißt…

Die Bayern sagen, Lewandowski sei unverkäuflich. Es gebe keine Schmerzgrenze bei Robert, betonte Karl-Heinz-Rummenigge. Wohl wissend, dass es sie eben doch gibt. Und so bleibt der ewig währende Geldfluss weiter in Gang, nur eben in der Form, dass hinter die Summen immer neue Nullen kommen. Mit jeweils 94 Millionen Euro Ablöse gelten die Real-Stars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale als die teuersten Transfers im Weltfußball. Vielleicht werden beide wieder in England landen – aber nicht in Hull…

Bernd Brudermanns

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