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Peps Müller-Fehler: Das ist kein "Mia san Mia"

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Thomas Müller musste gegen Atlético 70 Minuten lang zuschauen.

München - Pep Guardiola hat durch das Herauslassen von Thomas Müller einen großen Fehler gemacht. Er zeigt auch: Der Spanier hat das "Mia san Mia" noch nicht verstanden. Ein Kommentar.

Dass Pep Guardiola ein äußerst erfolgreicher Trainer ist, ist unbestritten. Ebenso wie die Tatsache, dass er den FC Bayern dreimal in Folge ins Halbfinale der Champions League geführt hat. Doch Fakt ist auch: Zum dritten Mal hat sich der Spanier verzockt.

Sven Westerschulze.

Vor zwei Jahren dominierten die Bayern zwar Real im Bernabeu, verloren aber 0:1. Im Vorjahr wollte man sich mit einem 0:1 in Barcelona nicht zufrieden geben – und ging am Ende 0:3 unter. Auch am Mittwoch hatte der FCB mehr vom Spiel, doch Atlético gewann. Bei aller Liebe zu Peps schönem Spiel – Fußball ist und bleibt ein Ergebnissport. Das hätte Guardiola bedenken sollen, als er Thomas Müller auf die Bank setzte.

Mit der Begründung, dass er einen Mittelfeldspieler mehr haben wollte. Hätte Pep es in seiner Zeit bei Barca gewagt, Messi in einem CL-Halbfinale auf die Bank zu setzen? Niemals. Müller zaubert vielleicht nicht wie Messi, ist für den FC Bayern aber genauso wichtig. Nicht, weil er der beste CL-Torschütze der Roten ist, sondern weil er vorangeht, seine Mitspieler pusht, nie aufgibt. Weil er sich wehrt – ganz davon abgesehen, dass der unberechenbare Müller gegen Atléticos gut organisierte Abwehr sicher nicht geschadet hätte – und weil er dem Gegner Respekt einflößt. Es war das falsche Zeichen von Guardiola, nicht nur an den Gegner, auch an seine Mannschaft. Warum muss sich der FC Bayern nach dem Gegner richten? Nein, der Gegner muss sich nach den Bayern richten. So verlangt es das Selbstverständnis dieses Klubs – doch mit dem ist Pep in seinen drei Jahren hier ohnehin nie wirklich warm geworden.

"0:1-Pleite: SAULcooles Solo schockt Bayern"

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Trotzdem: Noch ist nichts entschieden, das Finale immer noch drin. Ein 0:1 ist eine dreimal bessere Ausgangsposition als ein 0:3. Und dass die Münchner immer irgendwie ein Tor schießen können, haben sie im Achtelfinale gegen Juve gezeigt. Wer rettete den FCB damals in die Verlängerung? Ja richtig, Thomas Müller…

Sven Westerschulze

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