Zum ersten Mal

FC Bayern: Ü-50-Senioren Deutscher Meister

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Rüstig auch mit 62 Jahren: Kapitän Dieter Bernhardt führte seine Bayern-Mannschaft in Berlin zum Titel.

München - Gierig wie die Jungen: Die Ü-50-Senioren des FC Bayern wurden erstmals Deutscher Meister und gewinnen damit alle Titel der Saison.

Andere planen in ihrem Alter die Rente – oder einfach nur, die Enkelkinder mal wieder zu besuchen. Die Ü-50-Senioren-Fußballer des FC Bayern aber machen nichts anderes als ihre 30, teils 40 Jahre jüngeren Kollegen aus der Profi-Abteilung: Sie sammeln Titel. Im Jahr 2014 konnten gar erstmals alle sechs möglichen Erfolge verbucht werden: Münchner Meister (auf dem Feld und in der Halle) und Pokalsieger, Bayerischer Meister, Süddeutscher Meister und schließlich als Krönung im September noch die Deutsche Meisterschaft. Dass da „das Fußballspielen auch im fortgeschrittenen Alter noch viel Spaß macht“, wie Franz Becker erklärt, versteht sich angesichts dieser Erfolgsserie fast von selbst.

Mit acht von 14 erzielten Treffern war Becker der beste Torschütze seiner Mannschaft beim Finalturnier in Berlin. Wenn er von seinen Eindrücken aus der Hauptstadt berichtet, gerät er ins Schwärmen. Sämtliche Kosten waren vom DFB übernommen worden. Aufgetreten war die älteste Mannschaft des FC Bayern, die am geregelten Spielbetrieb teilnimmt, im noblen Einheits-Ausgehanzug. Angereist war der 18-Mann-Kader stilecht mit dem Mannschaftsbus der Profis, der zunächst als Star des Aufgebots ausgemacht worden war. „Alle wollten ein Bild vom Bus machen“, erinnert sich der 51-jährige Becker genüsslich. Anschließend stellten die Hobby-Fotografen fest, dass die Insassen einen ähnlichen Erfolgshunger mit an Bord hatten wie diejenigen, die für gewöhnlich damit reisen. Man hätte sich vorgenommen, erzählt Becker, „wenn wir da schon hinfahren, dann wollen wir auch gewinnen“. Gesagt, getan. Unbesiegt in fünf Partien wurde auch der bedeutendste Titel des Jahres eingefahren. Zum ersten Mal wurde damit eine Münchner Mannschaft Deutscher Meister der Ü-50-Senioren.

Der Ehrgeiz der Bayern-Senioren, die ohne Ex-Profis auskommen, ist damit aber längst noch nicht erloschen. Wenngleich mancher Akteur bereits seinen 60. Geburtstag hinter sich hat (Kapitän Dieter Bernhardt ist 62), ist auch nach Saisonende an Pause nicht zu denken. „Jeden Mittwoch“, berichtet Becker, „wird an der Säbener Straße trainiert – ganzjährig“. Ab November wird noch ein Hallentraining abgehalten, um sich auf die Münchner Hallenmeisterschaft vorzubereiten. „Man muss ein bisschen fußballverrückt sein, um das in unserem Alter noch in diesem Pensum zu bestreiten“, räumt Becker ein. Darüber hinaus „schon sehr ehrgeizig“ zu sein, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Dabei beginnt die neue Spielzeit erst Ende März. Auf „50 bis 70 Spiele pro Jahr“ kommen die Ü-50-Senioren, erläutert der betagte Torjäger. Während der Saison werden die Partien stets am Montag ausgetragen, am Freitag steht zudem noch eine weitere Begegnung auf Kleinfeld auf dem Programm. Selbstverständlich stehe bei alldem der Spaß im Vordergrund, betont Becker, „aber wenn man Fußball spielt, dann will man auch gewinnen“. Der ehemalige Regional- und Bayernliga-Kicker (1860, Augsburg, Lohhof), der zudem einige Trainerstationen hinter sich hat, weiß, wovon er spricht. Denn Spaß am Fußball hat vor allem derjenige, der gewinnt. Auch jenseits der 50.

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Von Matthias Horner

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