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Ulis Abschiedsrede von 2014 im Wortlaut

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München - Vor zwei Jahren trat Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern zurück. Die emotionale Abschiedsrede im Wortlaut.

Genau zwei Jahre ist es her, dass Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern sein Amt als Präsident niederlegte. Bayern-Fans werden seine emotionale Rede sicherlich noch gut in Erinnerung haben. Falls nicht, hier können Sie die Ansprache von Uli Hoeneß noch einmal Wort für Wort nachlesen:

„Das wird jetzt eine schwere Rede. Zunächst einmal, lieber Karl (Hopfner, d. R.), vielen Dank für deine einfühlsamen Worte. Sie haben gut getan, wie mir eben alles gut tut vonseiten des Klubs, der Mitglieder, vieler Fans seit Monaten an mich und meine Familie herangetragen wird. Wie ihr alle wisst, habe ich schon bei der letzten Hauptversammlung gesagt, dass ich einen persönlichen großen Fehler gemacht habe. Ich habe beim letzten Mal nie gedacht, dass meine Selbstanzeige nicht wirksam wird. Deshalb war für mich klar, nachdem das Gericht so entschieden hat, dass ich dafür die Konsequenzen tragen muss. Ich mache hier nicht dem Gericht und nicht der Staatsanwaltschaft Vorwürfe. Die machen ihren Job oder ihre Arbeit. Aber was in den letzten 14 Monaten auf einen Mann und seine Familie, der am Boden lag und liegt, an Häme, an Pranger niedergeprasselt ist, das konnten meine Familie und ich keinen Tag länger ertragen. Deshalb war für uns klar, ob die Erfolgsaussichten einer Revision gut oder schlecht waren, wir hätten dieses Drama nicht weitere zwölf bis 18 Monate ertragen können. (Applaus)

Drei Standbeine: Familie, Firma und die Bayern

Viele sagen, Uli Hoeneß hat mit seinem Fehler sein Lebenswerk zerstört. Ich sehe das nicht so. (Applaus) Mein Lebenswerk ist aufgebaut auf drei Fundamenten. Das erste ist die Familie. (Applaus) Diese Familie hat sich in diesen 14 Monaten in einer Art und Weise bewährt, besser geht es nicht, das war unglaublich. (Applaus) Wir sind noch mehr zusammengewachsen, wir sind ein Bollwerk, es ist eine unglaubliche Erkenntnis, dass man innerhalb einer Familie so stark sein kann. Ich bin meiner Frau und meinen Kindern, dem Schwiegersohn und der Schwiegertochter unendlich dankbar. (Applaus)

Das zweite Standbein ist die Firma, die immer das Lebenselixier unserer Familie war. Das Geld, das ich im Fußball verdient hatte und auch durch Spekulationen verdient und danach verloren habe, war nie Basis unserer Familie. Das war immer die Firma. Die läuft. Und ich bin sehr glücklich, dass in den letzten Wochen meine Frau und ich die Anteile an die Kinder übertragen haben, sodass ich mit dem Rücken frei in diesem Bereich den Weg ins Gefängnis antreten kann.

Das dritte Standbein, das seid ihr, das ist der FC Bayern, das ist ein Traum. (Applaus) Wenn ich den FC Bayern irgendwann hätte malen müssen, dann hätte ich ihn so gemalt, wie er sich jetzt darstellt, den FC Bayern als große Familie, der FC Bayern demnächst als größter und mitgliederstärkster Verein der Welt, in dem die Mitglieder wirklich etwas zu sagen haben. Wir wollten kein Moloch sein, der die Mitglieder fremdbestimmt und vor vollendete Tatsachen stellt. (Applaus)

Wenn ich jetzt gehe, dann gehe ich mit ruhigem Gewissen. Der Verein ist mehr oder weniger schuldenfrei, das Stadion ist mehr oder weniger bezahlt, die deutsche Meisterschaft ist eingefahren. Der Rückschlag am Dienstag (gegen Real Madrid in der Champions League), das ist menschlich und normal. Wir haben nach dem Triple-Gewinn des letzten Jahres trotzdem wieder eine sehr, sehr gute Saison gespielt. (Applaus) Das sollte man sich auch von außen nicht schlechtreden lassen, egal, was jetzt in den nächsten Wochen auch passieren möge. (Applaus)

„Ich habe einen Riesenfehler gemacht“

Die Basketball-Mannschaft kann darangehen, den Traum eines jeden zu erfüllen, die Meisterschaft einzufahren. Meine Gedanken sind bei euch, auch wenn ich wahrscheinlich dann nicht mehr ganz dabei sein darf.

Zum Schluss möchte ich noch etwas sagen: Ich gehe diesen schweren Gang, ich versuche, den Rücken frei zu haben, nachzudenken über mich und meine Gefühle. Ich habe in den letzten Monaten etwas an mir entdeckt, was ich nie hatte: Hass! Hass ist nicht gut! Hass ist kein guter Ratgeber! Hass ist kein Wegbegleiter, und ich hoffe, dass ich in nächsten Monaten dazu komme, dieses Wort wieder aus meinem Kopf rauszubringen. Ich werde mich sehr darum bemühen. (Applaus)

Was viele Leute mit meiner Familie und mir angestellt haben, ohne uns zu kennen, die meisten Journalisten, die darüber berichtet haben, hatten mich noch nie im Leben gesehen. Es werden fünf Bücher über mich geschrieben, alle diese Leute haben mit mir kein Wort gewechselt. Es wird nicht darum gehen, dass man informieren will, nein, man will Kohle verdienen – und das ist frevelhaft. (Applaus)

Ich habe Tausende Briefe gekriegt, das steht in totalem Kontrast zu den Berichten, die teilweise landauf, landab über mich verfasst wurden. Es ist eine klare Diskrepanz zwischen dem Mann auf der Straße, den Fans, den Mitgliedern und dem, was über mich geschrieben wurde. Plötzlich war ich ein Arschloch, ein Schwein, ein Mann, der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, der den Leuten Geld vorenthält. Ich will mich nicht sauberer machen, als ich bin. Ich habe einen Riesenfehler gemacht. Ich habe aus meiner ganzen Spekuliererei drei Millionen Verlust gemacht und werde jetzt circa 30 bis 35 Millionen inklusive Zinsen an das Finanzamt bezahlen. Ich werde das tun, und ich werde für alles geradestehen. Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war’s noch nicht! (Applaus) Eines muss ich ganz klar sagen. Ich mache mir um diesen Verein überhaupt keine Sorgen. Ich hoffe sehr, wenn ich zurück bin, wenn dieses Trauma für mich zu Ende ist, dass wir uns in aller Gesundheit wiedersehen. Vielen Dank.“ (Applaus, Uli-Rufe).“

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