"Er wird wie ein König behandelt"

Hoeneß: Sonderrechte und kein Kontakt zu Häftlingen

Uli Hoeneß
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Seit dem 2. Juni 2014 sitzt Uli Hoeneß seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg ab.

Landsberg am Lech - Selbst im Knast führt Uli Hoeneß kein normales Leben! "Er wird königlich behandelt und hat keinerlei Kontakt zu normalen Insassen", sagt ein insider. Die tz erklärt das Knastleben des Uli Hoeneß!

Aktuell: Derzeit liegt Uli Hoeneß allerdings in einem Krankenhaus am Starnberger See.

Uli Hoeneß: Sein Leben im Gefängnis

Sein Urteil elektrisierte Deutschland, es war das Ende einer Legende. Drei Jahre und sechs Monate muss Steuerbetrüger Uli Hoeneß (62) in der JVA Landsberg absitzen – Dienstag vor einem Monat rückte der Ex-Bayern-Boss ein. Seitdem umgeben Mauern und Stacheldraht sein Leben. Aber selbst im Knast führt er kein normales Leben! „Er wird königlich behandelt und hat keinerlei Kontakt zu normalen Insassen“, sagt Robert F. (Name geändert). Die tz erklärt das Knastleben des Uli Hoeneß!

Die erste Zeit in Haft für Uli Hoeneß

„Die Haft macht ihm zu schaffen, so geht es fast jedem Knacki am Anfang. Er sieht erschöpft und niedergeschlagen aus. Für Hoeneß ist es noch eine Spur härter, er kommt aus einer ganz anderen Welt“, sagt der Insider. „Auf ihn wird so stark aufgepasst als wäre er adelig.“

So läuft Hoeneß' Hofgang

Mehr als 550 Insassen sitzen in der JVA Landsberg.

„Hoeneß hat Einzelhofgang und wird von einem speziell für ihn abgestellten Beamten begleitet“, sagt F. Hoeneß geht also nicht gemeinsam mit anderen Insassen in den großen Hof, sondern in einen Bunkerhof. In Landsberg gibt es zwei solcher abgesonderten Höfe. „Normalerweise gehen dort nur Zeitstrafengefangene spazieren, die 23 Stunden auf ihrer Zelle bleiben müssen und nur eine Stunde täglich raus dürfen.“ Und: „Jeder Gefangene kann sagen, er hat Angst. Natürlich stellt die JVA nicht für jeden Gefangenen einen Beamten ab. Oft gehen die Angsthasen dann in ihrer eigenen Gruppe zum Hofgang.“

Unterbringung von Uli Hoeneß

Seit vier Wochen ist Hoeneß in Haft – und seitdem krankgeschrieben. Warum ist unklar. Fakt ist aber: Hoeneß soll eigenen Angaben zufolge an Bluthochdruck leiden. Kurz vor Haftantritt war er noch zu einer Untersuchung bei FC Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. „Jetzt ist Hoeneß abgesondert auf der Krankenstation und hat die Zellennummer 108“, sagt F. „Der Raum ist für vier Patienten ausgelegt, aber nur mit insgesamt zwei Häftlingen belegt.“ Normalen Häftlingen begegnet er dort nicht. „Hoeneß trägt seinen Ehering und hat Fotos aufgestellt: Auf einem ist sein geliebter Hund Kuno zu sehen, ein Retriever-Rüde.

Hoeneß' Rechte

Ein Justizvollzugsbeamter sichert den Zellentrakt.

Die Zelle ist etwa 32 Quadratmeter groß, es gibt warmes Wasser und verstellbare Betten erzählt F. Auf der Krankenstation haben Häftlinge ein angenehmes Leben. „Die Betten haben Plastiküberzug und eine richtige Matratze.“ Die Toilette ist in einem separaten Raum, Hoeneß hat also sein eigenes WC. „Das gibt es in normalen Vier-Mann-Zellen nicht. Dort ist eine Kabine mit im Raum eingebaut.“ Hoeneß ist vollkommen abgeschottet von normalen Häftlingen. „Er isst auch alleine – nicht im Speisesaal wie alle, sondern auch im Spital. Auch seine Einkäufe erledigt er von dort. Er schreibt eine Liste, was er braucht, dann holt er seine Kiste mit den Bestellungen einen Tag früher ab als die anderen Häftlinge, die währenddessen eingeschlossen sind.“ Im Spital gibt es zwölf Zellen, darunter drei Vier-Mann-Zellen. Vom Spital aus müsste man rüber in das andere Gebäude zum Hofgang gehen – das will Hoeneß vermeiden. „Er will niemanden kennenlernen und hat wohl Angst, dass ihm etwas passiert.“

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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Reaktion der Häftlinge auf Uli Hoeneß

„Die Stimmung ist eher gegen ihn – aber nur, weil er eine Sonderbehandlung erhält. Die Häftlinge regen sich auf, wenn nicht jeder gleich behandelt wird“, sagt F. „Aber er wäre der gefeierte Star in Landsberg, wenn er in einer normalen Zelle säße. Dort hocken viele Bayern-Fans – auch Hooligans. Die könnten ihn besser schützen als die Wärter.“

Hoeneß' Arbeit

„Wenn Uli Hoeneß nicht mehr krankgeschrieben ist, wird er Hausarbeiter im Spital – acht Stunden pro Tag. Das bedeutet: Er holt das Essen für andere Patienten, macht die Arztpraxis sauber – desinfiziert das Besteck und wischt die Böden.“ Ein super Job, weiß der Landsberg-Experte: „Als Hausarbeiter steht die eigene Zelle immer offen, man hat keinen Stress und nur Kontakt zu anderen Patienten. Er gibt die Klamotten raus an andere Gefangene im Spital, kümmert sich, wenn jemand neu reinkommt darum, dass jeder alles hat. Klopapier, Zahnbürste. Im Spital kriegt man mehr als andere Gefangene. Beim Essen gibt es unbegrenzt Nachschlag. Im Spital nimmt man eher zu.“

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