Alle sprechen, außer Uli und der FCB

Wann äußern sich die Bayern endlich zum Hoeneß-Comeback?

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Uli Hoeneß will zurück an die Spitze des FC Bayern - und schweigt.

München - Dass er zurück will an die Spitze, das haben Uli Hoeneß und der FC Bayern verlauten lassen. Aber danach: kein Kommentar. Wann bricht der Verein sein Schweigen?

Es ist einigermaßen ungewöhnlich, wie still Uli Hoeneß und die Bayern die geplante Rückkehr des Ex-Präsidenten an die Spitze des Clubs behandeln. Hoeneß, der bis zu seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung kein Mann der leisen Töne war, ließ nur verlauten, dass er wieder kandidieren werde - und das war's. Seitdem hat sich Fußball-Deutschland in allen Varianten zu Wort gemeldet, jeder hat eine Meinung zur Hoeneß-Rückkehr kundgetan - Dortmunds Joachim Watzke ebenso wie Leverkusens Rudi Völler oder Klaus Allofs vom VfL Wolfsburg. Nur die Bayern, die hüllen sich in Schweigen.

Kaum vier Sätze umfasste die Erklärung, die die Kandidatur des Ex- und vermutlich Bald-Wieder-Präsidenten des FC Bayern am Montag bekannt gab. Seitdem gab es weder ein Statement des amtierenden Präsidenten Karl Hopfner, der bereits bei Amtsübernahme erklärte, den Platz für Hoeneß frei zu machen, sobald dieser zurückkehre, noch einen Kommentar von Karl-Heinz Rummenigge. Letzterer hatte lediglich während der USA-Reise der Bayern knapp verlauten lassen, dass es ihn nicht überraschen würde, wenn Hoeneß auf seinen alten Posten zurückkehren würde.

FC Bayern und Hoeneß wollen sich nicht äußern

Doch warum äußert sich der FC Bayern nicht? Wie die Bild erfahren haben will, wolle man das Thema "Hoeneß-Comeback" möglichst klein halten. Auch und vor allem, weil die Rückkehr des Bayern-Patron nicht den Bundesliga-Start überschatten solle. Offenbar hat die Vereinsführung in einer Sitzung am Dienstag entschieden, kein Statement abzugeben. Auch Uli Hoeneß werde sich demnach nicht äußern.

Die Bild spekuliert weiter, dass die Bayern das Thema deshalb mit Vorsicht behandeln, weil der Verein keine Debatte darüber will, dass mit Uli Hoeneß ein vorbestrafter Steuerhinterzieher in den Aufsichtsrat einzieht - was definitiv passieren wird, wenn er von den Mitgliedern im November zum Präsidenten gewählt wird. Dort sitzen auch die drei Anteilseigner und Sponsoren von Allianz, Adidas und Audi. Während die Allianz verlauten ließ, dass Hoeneß' Expertise für das Amt unbestritten sei, hieß es bei Adidas, dass es keinen rechtlichen Grund gebe, warum er das Amt nicht wieder ausüben dürfe. Audi wollte keinen Kommentar abgeben.

Als moralische Instanz kann Hoeneß ohnehin nicht mehr in dem Ausmaß fungieren, wie er es vor seiner Verurteilung getan hatte. Ob das Schweigen der Bayern die Diskussion abwürgen kann, wird sich zeigen.

Reaktionen zur Hoeneß-Rückkehr: "Der Unverzichtbare"

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