Bilder und Video nach dem Umbau

Exklusiv: Das ist alles neu in der Allianz Arena

München - Nach zwölf Wochen Bauzeit ist die Modernisierung der Allianz Arena endlich abgeschlossen. Neue Stehplätze, eine zusätzliche Treppe und ein High-Tech-Rasen wurden installiert.

Zwölf Wochen lang rollte in der Allianz Arena kein Ball mehr - seit der Übergabe der Meisterschale an den FC Bayern am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison gegen den VfB Stuttgart (10. Mai). Danach rückten die Bautrupps in Fröttmaning an (wir berichteten) und brachten das WM-Stadion von 2006 auf Vordermann. Aktuell laufen die letzten Arbeiten, doch es handelt sich nur noch um das Fein-Tuning. "Es wird alles fertig zum Saisonstart, so wie von uns geplant", beruhigt Arena-Geschäftsführer Jürgen Muth gegenüber unserer Onlineredaktion bei der Besichtigung.

Die lange Sommerpause wurde intensiv genutzt, an mehreren Stellen in der Arena wurde parallel gearbeitet, ausgebessert, neu verkabelt. Unsere Onlineredaktion verschaffte sich vor Ort einen Überblick und zeigt, was alles neu ist.

Reine Stehplätze in der Südkurve

Die Südkurve der Allianz Arena besteht nun komplett aus Stehplätzen.

Bald soll die Arena-Kapazität offiziell aufgestockt werden (Details siehe unten) - die Gegebenheiten dafür gibt es schon jetzt. Die größte Veränderung durch den Umbau, auch für die Fans, ist daher in der Südkurve zu bestaunen. Der gesamte Unterrang besteht nun aus reinen Stehplätze, kein Sitzplatz ist dort mehr zu sehen. Durch ein raffiniertes neues Klappsystem ("Stuttgarter Modell") können diese aber ganz einfach in Sitzplätze umgestaltet werden. Die Klappsitze sind unter den unzähligen Metallstufen versteckt. Geschäftsführer Muth erklärt: "Wenn man die Metalltrittstufe hochzieht, hat man eine entsprechende Sitzgelegenheit. Das war für ganz wichtig aus logistischen Gründen, weil wir sonst natürlich mehrere 1000 Stühle jedes Mal hätten demontieren müssen zwischen einem Champions-League-Spiel und einem Bundesliga-Spiel." Die Umwandlung von Steh- in Sitzplätze ist nun innerhalb eines Tages möglich. Das hat auch Auswirkungen auf die Kapazität: Bei unbestuhlten Blöcken passen mehr Menschen auf den selben Raum.

Insgesamt können in der Südkurve jetzt 5210 Sitze aufgeklappt werden. Sollte die Kapazität erhöht werden, dürften künftig 9136 Fans in der Kurve stehen - das wären über 2200 Personen mehr. Um den Auflagen für eine erhöhte Anzahl an Personen in den Süd-Blöcken gerecht zu werden, wurden zudem neue Zäune zwischen den Blöcken errichtet. Dieser Umbau war für den Arena-Geschäftsführer "eine echte Herzensangelegenheit, weil sich die Bayern-Fans über viele Jahre eine große Südkurve gewünscht haben, so wie es früher einmal im Olympiastadion auch war."

Lesen Sie auch: Neue Zäune! So funktioniert jetzt die Arena-Südkurve

Neue Sitzplätze im Oberrang

Im Oberrang der Arena gab es seit der WM 2006 zusätzliche Presseplätze, die kaum bis gar nicht genutzt wurden. Deren Anzahl wurde nun reduziert. Stattdessen wurden neue Sitzreihen eingebaut. Auch die letzten verbliebenen Möglichkeiten in der letzten Reihe des Oberranges wurden nun genutzt und zusätzliche Sitze installiert. In puncto Aufstockung der Sitzplätze ist die Arena somit ausgereizt.

Geplante Kapazitätserhöhung auf 75.000

Aktuell dürfen bei Liga- und Pokalspielen 71.000 Fans in die Allianz Arena strömen. Doch seit dem Frühjahr 2014 wird eine Aufstockung der Kapazität auf 75.000 Plätze forciert. Die baulichen Voraussetzungen dafür wurden geschaffen, doch das Okay der Stadt fehlt noch. "Wir befinden uns in äußerst konstruktiven und zielführenden Gesprächen mit allen Beteiligten, nicht nur mit der Stadt München, sondern auch mit allen Behörden, die davon betroffen sind", so Arena-Geschäftsführer Muth. "Für mich ist ganz wichtig, dass wir alle wesentlichen Probleme aus unserer Sicht gelöst haben." Erst im Laufe der Hinrunde erwartet er die Freigabe der neuen Kapazität.

Neue Treppe am Eingang Nord

Am Eingang Nord wurde eine neue Treppe errichtet. Die Baumaßnahme erfolgte im Zuge der geplanten Kapazitätsaufstockung der Arena und dient der Entzerrung des Zuschauer-Stroms. Die Treppe soll die beiden Rampen, die bisher als einzige Zugangsmöglichkeit dienten, entlasten.

Exklusive Einblicke: Die Allianz Arena nach dem Umbau

Exklusive Einblicke: Die Allianz Arena nach dem Umbau

Rasen

In Fröttmaning wird künftig auf einem echtem High-Tech-Untergrund gespielt. Es wurde ein Systemwechsel vorgenommen: Statt bisher auf den bekannten Rollrasen wird nun auf einem sogenannten Hybrid-Rasen gekickt, der neu verpflanzt wurde. "Das heißt, dass wir weiterhin 100 Prozent Naturrasen haben, aber dieser verstärkt wird von einem Kunststoff, der im Zwei-Zentimeter-Abstand mit einer überdimensionalen Nähmaschine in diesen Rasen implantiert wurde", erklärt Muth. Das neue Grün bietet mehrere Vorteile:

  • Ebenerdigkeit: Weniger Unebenheiten sollen den Ball noch besser laufen lassen.
  • Hohe Scherfestigkeit: Der Rasen ist widerstandsfähiger. Fliegende Grasfetzen soll es künftig nicht mehr geben.
  • Bessere Drainage: Regenwasser kann deutlich effizienter ablaufen.

Zudem ist der Rasen deutlich länger verwendbar. "Wir gehen fest davon aus, dass wir mit diesem System mindestens zehn Jahre in Betrieb bleiben werden", zeigt sich Muth optimistisch. "Wobei wir jedes Mal in der Sommerpause diesen Rasen regenerieren werden, das heißt, man wird Altgras herausnehmen und neu säen und wird dann neues Naturgras bekommen."

Lesen Sie auch: Das kann der neue "Hybrid-Rasen"

Zusätzliche Änderungen in der Arena

Neben den offensichtlichen Änderungen gibt es in der Allianz Arena auch kleinere Anpassungen. Hinter den Plätzen der Rollstuhlfahrer oberhalb des ersten Ranges wurden feste Barrieren errichtet, um diese besser abzuschotten und die Plätze freizuhalten. Zudem wurde das Parkhaus saniert und in der Arena selbst die Verkehrsführung durch zusätzliche Einrichtungen optimiert.

Auch die Presseplätze im Unterrang der Haupttribüne wurden komplett erneuert. "Wir haben dort gemeinsam mit der UEFA ein Stuhlsystem und ein Tischsystem entwickelt, was es künftig den Journalisten ermöglichen noch leichter ihre Verkabelung entsprechend am Arbeitsplatz zu bekommen", erklärt Muth. Auch und vor allem im Hinblick auf die EM 2020 wurde diese Modernisierung durchgeführt.

Die zwölf Wochen Bauzeit haben sich gelohnt. Die Arena ist bereit!

Florian Weiß

 

In weiteren Artikeln werden wir auf unserem Portal in dieser Woche noch detailliert auf die Highlights nach dem Umbau eingehen.

Rubriklistenbild: © Scarlett Richter

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Neuer stellt Rekord auf - Freundin jubelt auf Tribüne
Neuer stellt Rekord auf - Freundin jubelt auf Tribüne
Verpasster Dopingtest: Darum blieb Thiago ohne Strafe
Verpasster Dopingtest: Darum blieb Thiago ohne Strafe
Das steckte hinter Boatengs besonderem Torjubel
Das steckte hinter Boatengs besonderem Torjubel
Scouting bei der EM: Diese Stars könnten zum FC Bayern passen
Scouting bei der EM: Diese Stars könnten zum FC Bayern passen

Kommentare