Guardiola "wie eine Frau"

Verzettelt sich Pep zwischen Bayern und ManCity?

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Noch beim FC Bayern aber ebenso bereits ein wenig in Manchester: Verlässt sich Pep Guardiola zu sehr auf sein Multitasking?

München - München, Amsterdam, Manchester: Pep Guardiola kommt derzeit viel herum und spricht offen über seine Fähigkeiten als Multitasker. Dabei stellt sich die Frage: Kann das gut gehen?

Fingernägel lackieren und gleichzeitig kochen, telefonieren und dabei den Abwasch machen: Frauen, heißt es, können das. Dabei wissen Forscher längst, dass sogenanntes Multitasking zu Leistungsabfall oder erhöhter Anspannung führt. Auch bei Frauen.

Pep Guardiola in seinem dritten Jahr als Trainer von Bayern München Leistungsabfall vorzuwerfen, darauf ist noch keiner gekommen. Erhöhte Anspannung? Bayern-Youngster Joshua Kimmich oder jeder beliebige Vierte Offizielle der Fußball-Bundesliga gibt da sicher gerne Auskunft. Guardiola aber meint: „Ich bin wie eine Frau. ` Kimmich in Dortmund anbrüllen und dabei gedanklich den Kader von Manchester City umbauen - `alles kein Problem für mich“, behauptet er.

Guardiola: "Ich kann an beides denken"

Doch wo frau schon bei profaneren Dingen wie dem simultanen Hantieren mit Nagellack und Salzstreuer scheitert - muss sich Guardiola da nicht verzetteln? „Ich kann an beides denken, beide Situationen kontrollieren“, sagt er. Heute München, morgen Manchester - oder Amsterdam. Am Montag, in München war trainingsfrei, traf sich der Bayern-Coach in den Niederlanden mit City-Sportdirektor Txiki Begiristain. Ebenfalls vor Ort: Ilhan Gündogan, Onkel und Berater des Dortmunder Nationalspielers Ilkay Gündogan.

City ist nach SID-Informationen Gündogans Wunschverein - und zwar schon ab Sommer, obwohl sein Vertrag beim BVB bis 2017 läuft und die Borussia ihn halten möchte. Besonders pikant am Rendezvous in Amsterdams Conservatorium Hotel: Im vergangenen Sommer war auch der FC Bayern an Gündogan (25) dran. Kommt Guardiola mit seinen Avancen nun seinem (Noch-)Arbeitgeber in die Quere? Auf die Frage, wie viel City und wie viel FC Bayern er täglich denke, sagte er kürzlich: „Ich weiß nicht, das hängt vom Tag ab.“

Sportvorstand Matthias Sammer sieht Guardiolas offenen, ehrlichen Umgang mit der verzwickten Lage positiv. „Was soll er für Blödsinn erzählen?“, sagte er kürzlich bei Sky. Es sei ja zwangsläufig so, dass sich der Coach mit beiden Welten auseinandersetzen müsse. „Er hat so entschieden und für sich in Anspruch genommen, etwas anderes zu machen. Dementsprechend ist das überhaupt kein Thema für uns“, behauptete Sammer.

FC Bayern: Nebenkriegsschauplätze sind unerwünscht

In der heißen Saisonphase sind die Bosse tunlichst bemüht, jeden Nebenkriegsschauplatz auszublenden. Allerdings: Den Spielern werden private Trips mit Verweis auf die Titeljagd in nach wie vor drei Wettbewerben seit Kurzem nur noch nach vorheriger Abmeldung gestattet.

Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld sieht dennoch kein Dilemma für Guardiola. „Es ist ganz normal, dass man zweigleisig planen kann und an einem freien Tag mal nach Manchester fliegt“, sagte der Sky-Experte, „und es ist klar, dass die Transfers, die City tätigen wird, auch von Pep Guardiola geplant und genehmigt werden.“

Englischen Medien zufolge plant City keinen radikalen Umbruch. Für drei Topstars soll aber die stolze Summe von 150 Millionen Pfund (rund 194 Millionen Euro) plus X zur Verfügung stehen. Als Kandidaten werden Schalkes Nationalspieler Leroy Sane, die Niederländer Riechedly Bazoer (Ajax Amsterdam) und Jetro Willems (PSV Eindhoven) oder die englischen Profis Alex Oxlade-Chamberlain vom FC Arsenal sowie John Stones (FC Everton) gehandelt.

Außerdem soll City schon jetzt mögliche Nachfolger für Guardiola beobachten, dessen Abschied nach Vertragsende 2019 viele für wahrscheinlich halten. Ein Fall für Multitasker Pep?

SID

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