Nicht nur wegen seiner Leistung

Warum der FC Bayern nicht auf Thomas Müller verzichten darf

Thomas Müller
+
Mit Müller auf der Bank gab es nur einen Sieg aus drei Spielen.

München - Dreimal ließ Pep Guardiola Thomas Müller in der Liga zu Beginn auf der Bank. Doch ohne den unberechenbaren Weltmeister fehlt etwas in der FCB-Offensive.

Zehn Siege in den ersten zehn Spielen – der Startrekord des FC Bayern beeindruckte die ganze Liga. Dabei wäre die Rekordjagd der Roten am vierten Spieltag fast schon beendet gewesen, gegen Augsburg stand es bis zur 90. Minute 1:1. Doch dann kam Thomas Müller. Eiskalt verwandelte er das Elfmeter-Geschenk von Schiri Kircher zum 2:1-Siegtreffer. Nicht der einzige Beleg dafür, dass der 26-Jährige zu keiner Zeit verzichtbar ist für den FCB. Dieser Müller darf nicht mehr raus!

Dreimal ließ Pep Guardiola den Offensiv-Allrounder in der Liga zu Beginn auf der Bank, nur einmal konnten die Bayern dann gewinnen (3:0 in Darmstadt). Die beiden anderen Spiele ohne Müller in der Startelf endeten nicht nur sieg-, sondern auch torlos (0:0 in Frankfurt, 0:0 in Leverkusen). Vergangenen Samstag gegen die Werkself sorgte die FCB-Offensive in der ersten Halbzeit für überhaupt keine Gefahr, erst mit Müllers Einwechslung nach einer Stunde kamen die Münchner zu nennenswerten Torchancen. In Bochum reagierte Guardiola und beorderte ihn zurück in die erste Elf.

Müller glänzt auch als Vorbereiter

Auch mit dem unberechenbaren Wuseler hatten die Roten zwar eine halbe Stunde lang keine echte Möglichkeit, doch dann war Müller da. Als Doppelpass-Partner und Vorlagengeber für Robert Lewandowski und dessen Führungstreffer (39.). „Wir wussten, dass es kein Spaziergang wird. Dementsprechend waren wir zur Halbzeit zufrieden“, verriet Müller später. Dass am Ende selbst sein vergebener Elfmeter (43.) nicht ins Gewicht fiel, dafür sorgte der Urbayer höchstpersönlich. Statt sich von seinem Fehlschuss verunsichern zu lassen, machte er weiter Dampf und bereitete auch das vorentscheidende 2:0 durch Thiago glänzend vor (61.). Ob als Vorbereiter wie am Mittwoch oder als Torschütze wie im Hinspiel gegen Augsburg – auf diesen Müller können die Bayern nicht verzichten.

Nicht nur wegen seiner Leistungen auf dem Platz, sondern auch, weil er die Dinge klar anspricht. Dass der Rekordmeister noch nicht in Top-Form ist, gibt er offen zu. „Vielleicht waren die ersten Spiele jetzt ein bisschen mühsam. Es ist zurzeit nicht so leicht wie noch im Oktober oder November, als wir öfter auch mal mit drei, vier Toren gewonnen haben“, meint Müller, ohne sich dabei große Sorgen machen zu wollen. „Darum geht’s im Fußball aber nicht. Mir ist auch ein 1:0 recht. Jetzt müssen wir weitermachen.“ Und zwar schon am Sonntag in Augsburg.

Sven Westerschulze

Sven Westerschulze

E-Mail:Sven.Westerschulze@tz.de

auch interessant

Meistgelesen

Verpasster Dopingtest: Darum blieb Thiago ohne Strafe
Verpasster Dopingtest: Darum blieb Thiago ohne Strafe
Herr Kimmich, lösen Sie jetzt auch Lahm beim FC Bayern ab?
Herr Kimmich, lösen Sie jetzt auch Lahm beim FC Bayern ab?
"Wunderbarer Spieler": Portugal feiert Bayern-Profi Sanches
"Wunderbarer Spieler": Portugal feiert Bayern-Profi Sanches
Bayern-Neuzugang Renato Sanches leitet Siegtor ein
Bayern-Neuzugang Renato Sanches leitet Siegtor ein

Kommentare