Sané als Robben-Ersatz zum FCB?

Watzke: "Götze? Haben mit niemandem eine Einigung erzielt"

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Wohin führen ihre Wege? Mario Götze und Leroy Sané (l.), hier im Zweikampf.

München - Die BVB-Rückkehr von Mario Götze nimmt Formen an - doch auch die Verletzung von Arjen Robben bringt die Kaderplanung des FC Bayern noch einmal ins Rollen.

Wie schnell ein einziger Sprint doch alles ändern kann. Vor jener vermaledeiten 35. Minute in Lippstadt schien nämlich alles klar. Carlo Ancelotti war der Meinung, man brauche nach Mats Hummels und Renato Sanches keine Neuzugänge mehr, der Kader sei ohnehin schon „fantastisch“. Doch dann zog Arjen Robben an, sein Adduktor zwickte und die Personalplanung des FCB wurde ebenso verzwickt. Der Grund: Auf den Flügeln, jener Position, der aufgrund der Überbesetzung an Stars beim Rekordmeister stets von einem Luxusproblem die Rede ist, tut sich nun tatsächlich ein Problem auf. Robben? Kaputt. Costa? Verletzt. Ribéry? Fit, aber nicht unbedingt für die Unversehrtheit seines Körpers bekannt. Coman? Ebenfalls fit, aber mit einer gesamten EM in den Beinen. Götze, der auch außen spielen kann? Auf dem Sprung zum BVB. Bleiben nicht mehr viele. Vielleicht also doch noch mal einkaufen gehen? Auf Schalke? Leroy Sane zum Beispiel?

Der Wechsel des 20 Jahre alten Juwels zu Manchester City galt als perfekt, nun hat sich allerdings Papa Sane verplappert. Bei SSNHD verriet er, dass Real Madrid und die Bayern „auch noch in der Verlosung“ seien. Bayern ist natürlich schon länger am Nationalspieler dran, wollte aber erst nächsten Sommer für die festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen zuschlagen. Um Pep Guardiola seinen Wunsch zu erfüllen, wollen die City-Scheichs 50 Millionen auf den Tisch zu legen. Hält der FCB da mit? Kein Kommentar, so Karl-Heinz Rummenigge.

Gut möglich, dass der Münchner Vorstandsboss dem Ex-Trainer der Bayern morgen die Ohren langzieht, wenn der mit seiner Truppe in der Allianz Arena auf die Roten trifft (20.30 Uhr, wir berichten im Live-Ticker), parallel muss er sich aber auch noch um eine weitere und nicht minder dringende Personalie kümmern: Mario Götze. Der WM-Held, der seinen Heldenstatus in München längst verloren hat, ist auf dem Sprung zum BVB, noch ist der Deal aber bei Weitem nicht in trockenen Tüchern.

„Wir können uns das grundsätzlich vorstellen, aber noch ist nichts spruchreif und auch überhaupt nichts vollzogen“, so BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit der tz. „Wir haben mit niemandem eine Einigung erzielt, auch nicht mit dem Spieler.“ Und weiter: „Es muss für uns finanziell darstellbar sein.“ Im Gespräch: Eine Ablöse von 23 bis 27 Millionen, die die Verhandlungen wohl auch bis in die Donnerstag startende China-Tour des BVB ziehen dürfte. Watzke: „Dank der modernen Kommunikation können wir das Thema auch aus China weiterführen.“

Ein Wechsel, der in den Augen von Ex-Bayer Didi Hamann nicht zu verstehen wäre, zumindest aus der Sicht von Götze. „Er sollte den Weg ins Ausland suchen, der Junge muss mal aus seiner Komfortzone heraus. Nach Dortmund zurückzugehen, ist der Weg des geringsten Widerstandes“, sagte er bei SSNHD, gab jedoch zu, dass Götze dort wieder aufblühen könnte. Hamann; „Wenn das einer hinbekommt, dann Thomas Tuchel.“ Vielleicht aber auch Ancelotti. Wer weiß …

Talentfalle FCB? So ging’s Højbjerg & Co.

Die Liste der jungen Talente des deutschen Fußballs ist lang. Doch wo kann man sich als talentierter, junger Spieler am besten entwickeln? Diese Frage stellt sich wohl auch ­Leroy Sane, der derzeit gefragteste Rohdiamant der Bundesliga. Die Optionen? FC Bayern und Manchester City. Zwei Vereine auf ähnlichem Niveau und dennoch unterschiedlich. Zu lang ist die Liste der bei den ­Roten gescheiterten Talente.

Philipp Lahm (l.) mit Pierre-Emile Højbjerg.

Eines der ­berühmtesten und aktuellsten Beispiele? ­Mario Götze (siehe oben). Allein die Liste der letzten knapp zehn Jahre ist beeindruckend: Pierre-Emile Højbjerg (kam 2012 mit 16 Jahren) oder Mitchell ­Weiser (2012, 18) haben nicht den Durchbruch geschafft. Auch der ehemalige Torschützenkönig aus Liga zwei, Nils Petersen (2011, 24), der aus Cottbus kam, scheiterte. Alexander Baumjohann (2009, 22) und Marcell Jansen (2007, 21) sind weitere Beispiele für junge ­Spieler, die mit großen Ambitionen kamen und am Ende untergingen.

Variante zwei, sich gegen Bayern zu entscheiden, wählte zum Beispiel Marco Reus – mit Erfolg.

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