Ex-Bayer erklärt seinen Abgang

Weihrauch kritisiert: "Bei Bayern weißt du nicht, woran du bist"

+
Patrick Weihrauch fühlt sich bei den Würzburger Kickers wohl.

FC Bayern München II - Sechs Jahre spielte Patrick Weihrauch für den FC Bayern München. Der Durchbruch wollte dem 22-Jährigen allerdings nicht gelingen. Im Sommer wechselte er zu den Würzburger Kickers in die 2. Bundesliga - mit der Hoffnung auf mehr Wertschätzung und Perspektive.

Die Erfolge von Patrick Weihrauch lassen sich sehen: Zweimal Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger, Supercup-Sieger, dazu der Champions League-Titel. Überall war der Youngster dabei - mit Betonung auf dabei, denn bei allen Titeln stand Weihrauch zwar auf der Kaderliste, schaffte es allerdings zu keiner einzigen Einsatzminute in der Profimannschaft des Rekordmeisters. "Dabei sein ist alles" zählt für den 22-Jährigen seit diesem Sommer nicht mehr. Der Offensivspieler wechselte zu den Würzburger Kickers, um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen.

Weihrauch erklärt im spox-Interview seinen Abgang vom FCB: "In den letzten Jahren ist die Qualität des Kaders enorm in die Höhe gegangen, auch oder vor allem in der Breite. Da merkt man als junger Spieler natürlich auch, dass es sehr, sehr schwer wird, sich mit so vielen Topstars im Kader durchzusetzen." Bereits in der Vorsaison spielte Weihrauch mit dem Gedanken den Verein zu verlassen: "Ich wollte im Sommer gehen, aber Bayern hat gesagt, ich muss hier bleiben, sie brauchen mich. Aber jetzt habe ich den Schritt hierher nach Würzburg gemacht, und darüber bin ich auch sehr glücklich."

Vom Wechsel überzeugen konnte ihn Aufstiegs-Coach Bernd Hollerbach, der die Würzburger Kickers von der Regionalliga in die 2. Bundesliga führte. Das harte Training unter dem neuen Trainer ist für Weihrauch Neuland: "Die Mentalität ist bei den Kickers einfach komplett anders als bei Bayern, das lässt sich überhaupt nicht vergleichen. Bei Bayern hast du nur Topstars und hier kommen wir verstärkt über die Mannschaft, über den Willen, über die Laufbereitschaft, den Teamgeist." 

Zudem kritisiert Weihrauch die fehlende Kommunikation mit dem Trainerteam beim FCB: "Für mich war das in München immer das Schlimmste: Bei Bayern weißt du nicht, woran du bist. Wenn der Trainer nicht mit dir spricht und du nicht weißt: Was mache ich falsch? Warum spiele ich nicht?" Seit der Saison 13/14 war der gebürtige Gräfelfinger wichtiger Bestandteil der Reservemannschaft des FC Bayern. In der Regionalliga kam er insgesamt 115-mal zum Einsatz und erzielte 32 Tore. Wirklich zufrieden gab er sich mit den Einsatzzeiten bei den Amateuren nie: "Ich habe bei der Ersten trainiert, aber dann doch wieder bei der Zweiten gespielt. Das war einfach viel Hin- und Hergeschiebe."

Bei den Würzburger Kickers ist Weihrauch bestens angekommen. Seit dem zweiten Spieltag steht er Woche für Woche in der Startformation. Am dritten Spieltag gelang ihm sein erster Treffer im neuen Trikot. "Hier ist alles anders. Der Trainer spricht viel mit mir. Ich weiß genau, was er von mir verlangt und das versuche ich, bestmöglich umzusetzen", freut sich Weihrauch.

Text: Daniel Georgakos

Quelle: fussball-vorort.de

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Winter-Transfers: Die Bayern-Streichliste
Winter-Transfers: Die Bayern-Streichliste
Auf diesen CL-Gegner trifft Bayern mit höchster Wahrscheinlichkeit
Auf diesen CL-Gegner trifft Bayern mit höchster Wahrscheinlichkeit
Uli Hoeneß bekam im Gefängnis 5500 Briefe: Darum konnte er keinen beantworten
Uli Hoeneß bekam im Gefängnis 5500 Briefe: Darum konnte er keinen beantworten
Hoeneß: Das sind meine Pläne mit dem FC Bayern
Hoeneß: Das sind meine Pläne mit dem FC Bayern

Kommentare