Gegen Gastgeber Brasilien

Schweinsteiger: Mit Genuss ins WM-Halbfinale

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Leitwolf im deutschen Team: Bastian Schweinsteiger.

Belo Horizonte - Bastian Schweinsteiger hat Spaß bei der WM, er spricht von einem „wunderschönen“ Turnier. Den Weg Richtung Finale will er nun besonders „genießen“ - und es dann Lothar Matthäus gleichtun.

Das knisternde Halbfinale gegen den von 200 Millionen Landsleuten unterstützten WM-Gastgeber möchte Bastian Schweinsteiger besonders intensiv auskosten. „Das Turnier ist wunderschön hier - und ich freue mich sehr auf das Spiel gegen Brasilien“, schwärmte der Vize-Kapitän vor dem Turnier-Showdown am Dienstag (22.00 Uhr) in Belo Horizonte. „Das Fußballspielen macht da noch mehr Spaß. Man genießt es, saugt es noch mehr auf und geht mit sehr viel Freude zu so einem Spiel.“

"Es wird einem mit sehr viel Respekt und Lebensfreude begegnet"

Schweinsteiger baut auf seine Erfahrung in großen Spielen. Zwei WM-Halbfinalduelle, ein EM-Endspiel, drei Champions-League-Finals - mit großen Fußball-Aufführungen kennt sich der Club-Weltmeister aus. „Ich bin 29 und dann freut man sich auf jedes große Spiel“, betonte der Alles-Gewinner mit dem FC Bayern. Je erfahrener man sei, umso schöner sei so ein Spiel, schilderte Schweinsteiger seine riesengroße Vorfreude. Gerade in einem Land, in dem eine „so unglaubliche Identifikation zur Seleção“ herrscht.

Bei den Brasilianern erfreut sich Schweinsteiger besonderer Wertschätzung. Zusammen mit Manuel Neuer stimmte er in einem Videoclip die Vereinshymne von EC Bahia an. Mit Lukas Podolski ließ er sich im Trikot von Flamengo Rio de Janeiro ablichten - dem Jersey, das dem rot-schwarz-gestreiften deutschen Dress sehr ähnelt. Trikot Nummer drei bekam er vom ehemaligen Bayer-Kollegen Zé Roberto vor dem Achtelfinale in Porto Alegre geschenkt, wo der Brasilianer noch für Grêmio kickt.

„Man merkt einfach, dass hier Fußball die absolute Nummer eins ist. Hier wird einem mit sehr viel Respekt und Lebensfreude begegnet“, schilderte der 106-malige Nationalspieler. „Ich hoffe, dass die Stimmung auch so sein wird, wenn wir gegen Brasilien spielen. Aber ich gehe fest davon aus.“

Jobsharing im defensiven Mittelfeld

Freundlich wird zumindest die Begegnung mit seinem Bayern-Mitspieler Dante ausfallen, der Schweinsteiger frühzeitig auf das Turnier in Südamerika eingestimmt hatte. „Auch nach 30 Tagen ist es hier sehr schön. Wir haben alle ein bisschen Farbe bekommen und sind noch im Turnier. Wir haben sehr viel Spaß“, berichtete er.

Voller Freude hatte Schweinsteiger an den ersten WM-Tagen allerdings nicht unbedingt gewirkt, wenn er wortlos aus den Turnier-Arenen schlenderte. „Ich habe mich darauf konzentriert, fit zu sein, gesund zu werden“, begründete er seine mediale Zurückhaltung. „Ich spreche lieber intern Dinge an, die wesentlich sind.“ Kurz vor dem Halbfinale ergriff Schweinsteiger im DFB-Camp auch öffentlich in einer Pressekonferenz wieder das Wort.

Viel spricht dafür, dass Schweinsteiger auch am Dienstag wieder in der Mittelfeldzentrale wie schon gegen Frankreich das Kommando übernehmen wird. „Man muss mal sehen, wie sich Schweinsteiger und Khedira jetzt erholen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw und sah sich mit seiner Turnierstrategie des anfänglichen Jobsharings zwischen Schweinsteiger und Sami Khedira bestätigt.

Schweinsteiger glaubt an weitere WM-Teilnahme

„Was ich noch einmal klar gesehen habe: Es war gut, dass Lahm die ersten vier Spiele im Zentrum gemacht hat. Dass Schweinsteiger und Khedira ihre Aufgaben so ein bisschen teilen konnten“, sagte Löw. Laut Assistent Hansi Flick sind jetzt alle 22 Akteure „endlich fit und gesund“. Also auch Schweinsteiger und Khedira.

„Ich fühle mich sehr gut und habe auf hohem Niveau viele Minuten gespielt. Ich bin bereit, mehr als 90 Minuten gehen zu können“, erklärte Schweinsteiger, der im Achtelfinale gegen Algerien von Krämpfen geplagt in der Verlängerung raus musste. „Obwohl ich natürlich hoffe, dass die Spiele für uns nach 90 Minuten entschieden sind“, fügte er mit einem verschmitzten Lächeln an.

Zusammen mit seinem Bayern-Kollegen Philipp Lahm kann Schweinsteiger gegen Brasilien durch den 19. WM-Einsatz mit Wolfgang Overath, Berti Vogts und Karl-Heinz Rummenigge gleichziehen. Und ein Ende ist für ihn selbst nicht in Sicht. „Ich bin 29. Das ist, glaube ich, ein ganz gutes Alter“, sagte der in dieser Saison oft verletzte Münchner Profi. „Ich kann sicher noch eine WM spielen, wenn alles so kommt, wie es sein sollte.“ Dann könnte er auch zu Rekordhalter Lothar Matthäus (25 Einsätze) aufschließen, doch vor allem eines würde Schweinsteiger dem DFB-Ehrenspielführer gerne gleichtun: Wie Matthäus bei der dritten WM Weltmeister werden.

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dpa

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