FCB-Coach nach Remis gegen Freiburg

Wörle: "Es wird eine lange Reise"

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Trainer Thomas Wörle sah beim Auftakt seiner Mannschaft bereits gute Ansätze.

FC Bayern München (Frauen) - Jens Scheuer war so vergnügt, er wäre wohl am liebsten für immer geblieben. Er fahre so gerne nach München, schwärmte der Freiburger Coach, es gefalle ihm alles super, und diesmal war es sogar noch schöner.

Das 1:1 gegen den FC Bayern sei „ein Bonuspunkt“, meinte er, „du brauchst Glück – sonst holst du hier in München nichts“. Sein Pendant Thomas Wörle bilanzierte logischerweise „zwei verlorene Punkte“, und Zähler, die der Titelverteidiger liegen lässt, kommen automatisch der Konkurrenz im Titelkampf zugute. Die Bayern hätten gewinnen müssen, doch sie brachten trotz zahlreicher Chancen bloß einen Foulelfmeter (Melanie Behringer/50.) im Tor unter und leisteten sich eine einzige folgenschwere Unachtsamkeit, als Leonie Maier einen Ball nicht energisch genug klärte. „Da haben wir ein Mal gepennt“, analysierte Wörle, der aber trotz allem mit dem Start nicht unzufrieden war; er hatte mit Problemen gerechnet. Mit mehr Problemen.

Er sei überrascht gewesen, „wie flüssig wir schon kombiniert haben“. Man habe sich viele Chancen erarbeitet, das stimme ihn optimistisch, und dass der Auftakt gegen Freiburg gleich gezeigt hat, dass dem Meister nichts geschenkt wird, hilft, die Konzentration von Anfang an hochzuhalten.

„Es wird eine lange Reise“, erinnerte Wörle, er meinte: Eine beschwerliche. Die nächste Aufgabe ist das Auswärtsspiel in Jena („da ist es traditionell schwer“), und in drei Wochen kommt schon der Top-Rivale VfL Wolfsburg ins Grünwalder Stadion. Vielleicht einen Tick zu früh angesichts von sieben verletzten Münchnerinnen und einer zerrissenen Vorbereitung.

Zwar sieht Scheuer den FC Bayern im Vorteil („sie haben das homogenere, besser eingespielte Team“), doch es ist ein offenes Geheimnis, dass die Niedersächsinnen mit aller Macht darauf drängen, die alte Hackordnung im deutschen Frauenfußball wieder herzustellen. Wolfsburg vor München lautete diese, aber auch der VfL-Start lief nicht perfekt. In Sand reichte es nur zu einem torlosen Remis.

Wörle wird tüfteln, was er optimieren kann. Sein Kader gibt trotz einer VIP-lastigen Verletztenliste viel her. In der Abwehr saß Caroline Abbé, bis dato Stammkraft, draußen, das sei allerdings keine Grundsatzentscheidung, sagte der Coach. Mana Iwabuchi kam erst im Verlauf der Partie, Claire Falknor stand gar nicht erst im Kader. „Unsere Konkurrenz ist groß“, sagte Wörle. Er hat viel Auswahl.

Die große Frage ist dabei aber auch, wie lang die Olympioniken durchhalten. Außer der verletzten Simone Laudehr standen alle vier Goldmedaillengewinnerinnen auf dem Platz, Licht und Schatten im Wechsel. „Rio war eine tolle Erfahrung, aber wir müssen das jetzt hinter uns lassen“, sagte Sara Däbritz. Die Gegner sollen ja nicht auf Dauer bester Laune sein.

Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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