Bayerns Neuzugang vorgestellt

Alonso: "Müller ist etwas schwer zu verstehen"

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Xabi Alonso bei seiner offiziellen Präsentation als Neuzugang des FC Bayern München.

München - Trotz inzwischen fünf spanischer Profis im Kader und eines spanischen Trainers bleiben beim FC Bayern nach Einschätzung von Neuzugang Xabi Alonso die heimischen Spieler die Referenz.

Ein Fußballer von Welt wie Xabi Alonso braucht keinen Dolmetscher. Der Ex-Weltmeister sitzt im Presseraum des FC Bayern, weißes Hemd, beiger Pullover, Dreitagebart, und spricht über seine erfolgreiche Vergangenheit in Liverpool und Madrid sowie die Zukunft in München. Englische Fragen beantwortet er auf Englisch, spanische auf spanisch, die englische Übersetzung schiebt er gleich selbst hinterher. Die Deutsch-Spanisch-Übersetzerin neben ihm muss nur sporadisch eingreifen. Sportvorstand Matthias Sammer glaubt, es werde gar nicht lange dauern, dann könnten die Journalisten den zweimaligen Champions-League-Champion auch auf Deutsch befragen.

Einem so hoch dekorierten Profi trauen die Bayern noch alles zu. Alonso ist einer der intelligentesten und taktisch brillantesten Fußballer dieser Zeit - nun will er der zweite Spieler nach Clarence Seedorf werden, der mit drei verschiedenen Clubs die Champions League gewinnt. "Ich mag diesen Druck", sagte der 32-Jährige am Montag, "ich brauche ihn sogar, um so viel wie möglich aus mir herauszuholen".

Mit all seiner Erfahrung soll Alonso das defensive Mittelfeld des Bundesliga-Rekordchampions organisieren. Er ist der fünfte Spanier im Kader - Ansprüche stellte er zunächst aber keine: "Wichtig ist, dass wir hier eine gute Gruppe deutscher Spieler haben. Diese Spieler sind die Referenz für die anderen. Und da muss man sich anpassen." Er selber könne sich "überall adaptieren und die Qualität noch erhöhen".

Wie schnell das mit der Anpassung bei den Bayern gehen kann, hatte Alonso schon am Wochenende erfahren, als er einen Tag nach der Vertragsunterschrift in München schon in der Startelf für das Match auf Schalke (1:1) stand. "Ich war überrascht, als der Trainer sagte, ich soll spielen. Aber das ist jetzt meine Aufgabe", berichtete Alonso. "Ich will mich selbst beweisen und diese Erfahrung leben."

Manch ein Kritiker unkte, der FC Bayern habe durch den Tausch auf der Sechser-Position - Alonso nach München, Weltmeister Toni Kroos nach Madrid - den schlechteren Deal gemacht. "Das wird die Zeit zeigen", meinte der Spanier diplomatisch. Sammer stichelte: "Seit gestern haben wir einen Punkt mehr." Am Sonntag hatten die Madrilenen überraschend bei Alonsos zweitem Ex-Club Real Sociedad 2:4 verloren.

An der Säbener Straße erhoffen sich die Bayern-Bosse von ihrem jüngsten Coup auch eine Signalwirkung innerhalb des Teams. Junge Spieler brauchen Vorbilder, um sich durchzusetzen und entwickeln zu können", erklärte Sammer. "Was er im Essensraum oder in der Kabine ausstrahlt, diese Erfahrungen, die er gemacht hat - das alles ist sehr wichtig für die Mannschaft." Zu der wird Julian Green nicht mehr gehören - der Sturm-Youngster wurde ein Jahr an den HSV verliehen.

Für Xabi Alonso beginnt nun auch ein Abenteuer unter Pep Guardiola, dem einstigen Fußball-Widersacher seines Ex-Trainers Jose Mourinho bei Real Madrid. "Ich hatte immer großen Respekt für ihn übrig", berichtete der zweimalige Europameister und WM-Champion von 2010.

Neben den fußballerischen Verdiensten lobte Alonso auch Guardiolas Deutsch-Kenntnisse. "So schnell wie er werde ich die Sprache nicht lernen", räumte er ein. "Guten Morgen", "Ich bin Xabi", "Wie gehts?" und "Danke" gab er am Montag schon zum besten, "Mia san mia" kannte er auch schon. Ob er denn von Thomas Müller schon bayerische Wörter gelernt habe, wurde Alonso noch gefragt. "Ich habe ihn gesehen, aber er ist etwas schwer zu verstehen." Sogar für einen Xabi Alonso.

Den Live-Ticker zur Präsentation finden Sie zum Nachlesen auf tz.de.

dpa

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