5000 Dinamo-Fans in der Arena erwartet

Zagreb-Trainer Mamic: Keine Angst vor Lewandowski

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Zagrebs Trainer Zoran Mamic.

München - Bei Bayerns CL-Gegner Dinamo Zagreb stehen Zdravko und Zoran Mamic, Präsident und Trainer, im Zentrum eines Korruptionsskandals. Angst vor Robert Lewandowski haben die Kroaten nicht.

Als Dinamo Zagreb Mitte Juli 2015 in der Qualifikation zur Königsklasse gegen CS Fola Esch aus Luxemburg antrat, wurden die Brüder Zdravko und Zoran Mamic gerade aus elftägiger Untersuchungshaft entlassen. Die Vorwürfe: Veruntreuung, Steuerhinterziehung, Bestechung. Die Ermittlungen laufen. Präsident Zdravko Mamic sprach von "Konstruktionen und Lügen" sowie einem "politischen Komplott". Er werde seine Unschuld "und die meines Bruders" beweisen. Bruder Zoran, ehemaliger Profi in Bochum, Leverkusen und Fürth und seit Oktober 2013 Trainer von Dinamo Zagreb, beteuert ebenfalls seine Unschuld.

Der Bild sagte er vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Bayern (heute Abend bei uns im Live-Ticker): "Die Untersuchungen laufen aktuell noch. Wobei ich nicht weiß, ob wir irgendwann vor Gericht müssen, oder ob die Ermittlungen vorher eingestellt werden. Fakt ist: Mein Bruder und ich wissen, dass wir nichts getan haben. Ich muss mir keine Sorgen machen. Selbst wenn es vor Gericht gehen sollte: Ich könnte entspannt dorthin gehen." 

Dabei legen ihnen die kroatischen Behörden zur Last, Dinamo um 117,8 Millionen Kuna (15,4 Millionen Euro) sowie den Staat um 12,2 Millionen Kuna (1,6 Millionen Euro) geschädigt zu haben. Für die "Bad Blue Boys", der einflussreichsten Ultra-Gruppierung von Dinamo, sind die Mamics "Diebe", Heimspiele boykottieren sie deshalb. In München aber werden 5000 Zagreb-Fans erwartet, und viele werden wieder die Frage stellen: "Wo ist das Geld geblieben?"

Über 150 Millionen Euro hat Dinamo in den vergangenen zehn Jahren für Spieler wie Luka Modric oder Mario Mandzukic an Ablöse kassiert - nicht wenig davon soll in den Taschen der Mamics versickert sein. Modric wurde im Zuge der Ermittlungen als Zeuge geladen. 

Überraschungssieg gegen Arsenal

Sportlich konnte der kroatische Serienmeister (die letzten zehn Meisterschaften gewann allesamt Dinamo Zagreb) zum Start der Champions League mit dem 2:1-Sieg gegen Arsenal London ein dickes Ausrufezeichen setzen. Die anstehende Partie gegen den FC Bayern stuft Trainer Zoran Mamic allerdings deutlich schwerer ein. "Arsenal spielt zu 85 Prozent durch die Mitte. Wenn du die Mitte bei denen zu machst, dann hast du es geschafft. Aber die Bayern kann man nicht so einfach zustellen. Dann kommen die über die Flügel, oder durch die Mitte, oder schießen. Bayern hat 100 Varianten." Selbst Manuel Neuer könne zur Not Tore schießen, merkt Mamic scherzhaft an. 

Und welchen Plan hat Dinamo für den zur Zeit so treffsicheren Robert Lewandowski? Wiederum nicht ganz ernsthaft meint Mamic: "Nach dem Spiel gegen Wolfsburg habe ich zu paar Freunden gesagt: 'Was machen wir bloß mit dem Kerl?' Dann kam mir die Idee, dass wir ihn einfach gar nicht decken. Vielleicht verwirrt ihn das so, dass er nichts mehr trifft - das war natürlich nur ein Spaß. Aber wir haben keine Angst vor ihm." 

Für ihn und seine Mannschaft sei es eine Ehre in der Allianz Arena spielen zu dürfen. Zugleich aber auch eine teure. Da in München während des Oktoberfestes traditionell die Hotelpreise nach oben schnellen, zahlen die Kroaten für zwei Nächte im Münchner Westin Grand 40.000 Euro. 

SID/ep

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