Niedriges Gras, hohe Fußballkunst

500 Zuschauer beim Spiel der U19-Bayern gegen Chelsea

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Der Ausgleich: Timothy Tillmann erzielt das 1:1 für den FC Bayern.

FC Bayern München - Die BSG Taufkirchen bereitete als perfekter Gastgeber den Boden für hochtalentierte Kicker. 500 Zuschauer bewunderten den Nachwuchs von Chelsea London und Bayern München.

Der Rasen sollte auf exakt 20 Millimeter gestutzt werden. Darum habe die Sportagentur gebeten, erzählt Franz Schlossnikl. „Gewässert haben wir den Platz aber nicht mehr“, sagte der Vorsitzende der BSG Taufkirchen einen Tag nach dem großen Spiel. Das sei zwar auch gewünscht worden, „aber das hätte keinen Sinn gemacht, weil der Platz nach einer halben Stunde trotzdem trocken gewesen wäre“. Und dann fügte er hinzu: „Es hat sich danach auch niemand beschwert.“ Im Gegenteil: Die Stimmung lag eher zwischen glücklich (weil alles orghanisatorisch geklappt hat) und begeistert (über das hohe Niveau der Nachwuchskicker).

Vor 500 Zuschauern endete das Freundschaftsspiel der beiden Nachwuchsmannschaften des FC Bayern München (U 19) und des FC Chelsea London mit einem leistungsgerechten 1:1. Die Engländer weilen derzeit in Bad Gögging in einem Trainingslager und hatten die BSG-Anlage für dieses Freundschaftsspiel ausgesucht.

Trotz der Temperaturen über 30 Grad Celsius gingen beide Mannschaften voll zur Sache. Gleichwohl blieb das Spiel stets fair. Schiedsrichter Tobias Wittmann (SV Wendelskirchen) reichte eine Gelbe Karte, die beiden Mannschaften zeigte, dass er das Spiel stets im Griff hatte.

Hart geschlagene Diagonalpässe

Die erste gute Möglichkeit hatte Bayerns Angreifer Timothy Tillmann, der aber nach außen abgedrängt wurde. Seinen scharfen Flachschuss wehrte Chelsea-Torwart Jamie Cumming per Fußabwehr zur Ecke ab. Die Londoner bestachen durch schnelle Spielverlagerungen und Diagonalpässe, die hart geschlagen über 40 und mehr Meter genau zum Mann kamen und immer schnell verarbeitet wurden. Technische Mängel, falsches Stellungsspiel oder Fehlpässe blieben die Ausnahme. Ma Taylor Crossdale nutzte eine unübersichtliche Situation im Strafraum der Münchner zur Chelsea-Führung.

Nach der Pause wurde Tillmann bei einem schnellen Angriff über die rechte Seite freigespielt und traf trotz Bedrängnis zum Ausgleich. Der Treffer gab den Bayern Auftrieb. Aber so wirklich gefährlich wurde es selten vor dem Chelsea-Tor. Das lag an Zech Medley und Jon Panzo, die in der Innenverteidigung ein kaum überwindbares Abwehrbollwerk stellten. Aber sie vergaßen auch das Spiel nach vorne nicht. Doch es blieb beim gerechten 1:1, und die Zuschauer gingen zufrieden nachhause, denn sie hatten tollen Sport gesehen.

Von den Eintrittspreisen – neun Euro für Erwachsene, sieben Euro ermäßigt – bekam die BSG übrigens nichts zu sehen. „Das Geld geht an die Agentur, die auch die Höhe der Ticketpreise festgelegt hat“, erklärt Schloßnikl. „Aber uns blieb ja der Erlös aus dem Verkauf.“ Der BSG-Chef ist stolz auf das 30-köpfige Helferteam, das für beste Rahmenverhältnisse gesorgt hatte.

F-Jugend als Einlaufeskorte

Außer dem Rasenschnitt, der um sieben Millimeter kürzer war, als sonst üblich, habe es keine Extrawünsche gegeben. „Der Zeugwart von Chelsea ist gegen 10.30 Uhr mit einem kleinen Lastwagen gekommen und hat die Getränke für die Aufwärmphase vorbereitet“, berichtet Schloßnikl. Gut zwei Stunden später sei dann die Mannschaft mit dem Großbus eingetroffen, ehe um 14 Uhr die Partie begann. Einen großen Kontakt zu den Spielern habe es vor der Partie nicht gegeben „Die Engländer waren da schon in ihrem Tunnel“, erzählt der BSG-Boss von der Konzentration der Chelsea-Kicker. Die Bayern-Spieler – darunter Mario Götzes Bruder Felix und Michael Tarnats Sohn Niklas – und deren Trainer seien sehr freundlich und umgänglich gewesen.

Ein großer Tag war das Spiel auch für die F-Jugend-Kicker der BSG, die als Einlaufkinder die Nachwuchstalente aufs Spielfeld begleiteten und danach noch fleißig Autogramme sammelten.

Nach der Partie hatten es die Engländer relativ eilig. Sie mussten um 17 Uhr in München sein, wo ein weiteres Chelsea-Jugendteam noch ein Spiel bestritt. Da seien dann schon ein paar Stutzen in der Kabine liegen geblieben, erzählt Schloßnikl. Für die BSG ein schönes Andenken an ein tolles Fußballspiel.

Eicke Lenz und Dieter Priglmeir

Quelle: fussball-vorort.de

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