FCB am Sonntag mit Rücken zur Wand

Was, wenn es nicht klappt?

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Nihad Djedovic (l.) & Anton Gavel

Bamberg - Jetzt wird es ernst. Am Sonntag heißt es: Siegen oder Fliegen für die Bayern-Basketballer. Ein vorzeitiges Saison-Aus hätte einige negative Konsequenzen...

„Bamberg war einfach das bessere Team.“ FCB-Aufbauspieler Alex Renfroe sah die Sache nach den ersten zwei Halbfinal-Duellen mit dem amtierenden Meister ganz klar. Bisher konnten die personell geschwächten Münchner der Star-Truppe aus Franken wenig entgegensetzen. Wenn die Roten am Sonntag um 19.30 Uhr in Bamberg zum ersten Entscheidungsspiel der Best-of-five-Serie (Stand 0:2) antreten, muss schon ein kleines Wunder geschehen, um das vorzeitige Saisonaus noch abzuwenden. „Das Spiel ist natürlich eine Herausforderung, weil vielleicht nicht viele an uns glauben“, meinte FCB-Coach Svetislav Pesic im Vorfeld. „Aber wir glauben an uns und werden mit der Einstellung und Mentalität in Bamberg antreten, das Spiel gewinnen zu wollen.“

Und das aus gutem Grund: Ein vorzeitiges und vor ­allem unrühmliches 0:3-Aus wäre eine große Enttäuschung. Nicht nur für Mannschaft und Trainer, sondern auch für Verein und Verantwortliche. Fakt ist: Die Bayern waren nach der missglückten Titelverteidigung im vergangenen Jahr mit großen Ambitionen in die neue Saison gestartet. Der Pokal und vor allem die Meisterschaft waren die erklärten Ziele. Mit dem Pokal klappte es bekanntlich nicht – die Bayern scheiterten im Finale in der eigenen Halle gegen ­ALBA Berlin. Und auch die Meisterschaft, oder zumindest das Erreichen des Finals, ist unter den gegebenen Umständen äußerst unwahrscheinlich. Bitter – auch aus finanzieller Sicht. Der FC Bayern Basketball erwähnte in seinem letzten Geschäftsbericht unter dem Punkt Prognose: „Die Ertragslage im Spielbetrieb ist gekoppelt an den sportlichen Erfolg der Bundesligamannschaft.“ Ein Halbfinal-Aus dürfte wohl kaum als sportlicher Erfolg gewertet werden, eine negative Bilanz ist wahrscheinlich.

Eine mögliche Niederlage am Sonntag könnte auch einen Abschied mit sich bringen. Trainer Pesic kündigte bereits während der Saison an, sein Amt als Coach mit 99 prozentiger Wahrscheinlichkeit zum Ende dieser Spielzeit niederzulegen. Eine endgültige Entscheidung wollte der 66-Jährige bisher allerdings nicht verkünden. „Jetzt zählt erst einmal das Sportliche“, erklärte Pesic immer wieder. Was aber, wenn „das Sportliche“ vorzeitig vorbei ist?

Mit diesem Gedanken beschäftigen sich die Spieler nach wie vor nicht. „Wir wollen gewinnen“, wiederholte Kapitän Bryce Taylor das Credo. „Es wird darauf ankommen, konstanter in der Defensive zu sein. Bamberg hat in den ersten Spielen 90 und 88 Punkte gemacht – wenn wir das zulassen, ist es schwer.“ Vor allem, weil die Franken darauf brennen, in der eigenen Halle (Frankenhölle genannt) den Sack zuzumachen. Zur Erinnerung: Die Bamberger verloren in dieser Saison kein einziges BBL-Heimspiel. Bleibt abzuwarten, ob die Bayern das ändern können…

Lena Meyer

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