Bayern Baskets vor dem Aus in den Playoffs

Hoeneß' Lieblingsprojekt vor der Neuausrichtung

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Beko BBL Basketball Bundesliga Playoffs Halbfinale Spiel 2 - FC Bayern Muenchen Basketball - Brose Baskets Bamberg

München - Bayern München steht in den Play-offs gegen Bamberg vor dem Aus. Und das würde Blick auf die Zukunft einige Fragen aufwerfen.

Bayern München darf sich nach der zweiten Pleite im Play-off-Halbfinale gegen Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg getrost bereits mit der Zukunftsplanung befassen. Der K.o. scheint kaum noch abzuwenden, und das schreit an der Isar nach einschneidenden Veränderungen. Der richtige Mann dafür: Basketball-Schirmherr und Ex-Präsident Uli Hoeneß.

Hoeneß hatte im März für den Fall seiner Rückkehr auf den Präsidenten-Thron angekündigt, den Sport wieder so zu pushen, "wie es für den deutschen Basketball nicht das Schlechteste wäre". Das klingt nach Investitionen und großen Namen. Dinge, die Bayern München angesichts der jüngsten Ergebnisse bitter nötig hat.

Die 76:90-Heimniederlage am Mittwoch gegen den fränkischen Rivalen traf die Bayern hart. In Spiel drei am Sonntag in Bamberg kann das Team von Trainer Andrea Trincheri die Serie mit 3:0 für sich entscheiden. Schlecht für München: Die Franken gewannen in der laufenden Saison jede Partie in eigener Halle.

Kein Glücksbringer: Pep mit Bayern-Schal beim Basketball

Sollten die Bayern erneut den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte verpassen, drohen Konsequenzen. Trainer Svetislav Pesic hat bereits zu "99 Prozent" seinen Abschied verkündet. Er gilt innerhalb der Mannschaft als umstritten und beklagte die Investionsbereitschaft der Führungsriege bei Spielertransfers.

So mussten die Bayern in dieser Saison den bisherigen Top-Scorer K.C. Rivers nach nur drei Monaten an den zahlungswilligeren Nobelklub Real Madrid abgeben. "Es fehlte eine nicht mal sechsstellige Summe. Also ist er weggegangen. Der Klub muss eben, wenn nötig, so eine relativ kleine Summe aufbringen können", sagte Pesic damals.

Mit der Inhaftierung von Ex-Präsident und Basketball-Patrons Uli Hoeneß im Jahre 2014 stagnierte Bayern München. Der neue Präsident Karl Hopfner und Vizepräsident Rudolf Schels gliederten die Basketballabteilung aus und begrenzten die finanziellen Mittel. Ein Kurswechsel, nachdem Hoeneß das Projekt zuvor mit aller Kraft angeschoben hatte.

Die Folge: Nach dem Meistertitel 2014 gab es in den darauffolgenden Spielzeiten keine Titel mehr. Besonders in der Euroleague setzte es bittere Niederlagen und zweimal das Aus in der Gruppenphase, während Bamberg in dieser Saison beinahe erstmals das Viertelfinale erreichte. Eine Bilanz, die nicht zur Marke Bayern München passt.

"Wir sind nie Außenseiter", hatte Bayerns Coach Svetislav Pesic vor dem zweiten Duell mit Bamberg gesagt. Eine Behauptung, die zumindest im Vergleich mit den Franken ins Leere läuft. Denn die Mannschaft um den wertvollsten Spieler der Saison (MVP) Brad Wanamaker besitzt eine Kadertiefe, an die Bayern nicht im Ansatz herankommt.

Ohne die wichtigen Forwards Dusko Savanovic und Deon Thompson hatten kraftlose Bayern wie schon im ersten Spiel am letzten Sonntag gegen Ende nichts mehr entgegenzusetzen. Das vierte Viertel schenkten die Münchener hilflos 14:30 ab, nachdem sie zur Halbzeit 43:34 geführt hatten.

sid

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