"Im Hintergrund wurde weitergearbeitet"

Doch neue Halle mit Hoeneß? Stadt, Park und Red Bull bereit

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Uli Hoeneß ist offen für eine neue Halle. Und hier könnte sie entstehen: Das Radstadion im Olympiapark (Pfeil) ist inzwischen abgerissen.

München - Sagen die Basketballer des FC Bayern doch noch ja zu einer neuen Halle? Uli Hoeneß könnte das Zünglein an der Waage sein. Stadt, Olympiapark und Red Bull stehen bereit.

An den 21. Februar denkt Uli Hoeneß sicher nicht gerne zurück. Einerseits verloren seine Bayern-Basketballer das Pokalfinale gegen Alba Berlin mit 65:67, andererseits bekam der Final-Four-Gastgeber wegen einer anderen Panne viel Häme ab: Das Spiel um Platz drei musste wegen eines Wasserschadens im Audi Dome abgesagt werden. Eine „familiäre Atmosphäre“, wie sie Hoeneß am Donnerstag im tz-Interview forderte, sieht anders aus. Deswegen will der als Bayern-Boss zurückkehrende Hoeneß unter anderem die Kabinen in der ehemalige Rudi-Sedlmayer-Halle verschönern.

Und er sagte einen Satz, der einem anderen Projekt wieder neues Leben einhauchen könnte: einer gemeinsamen Multifunktionshalle der FCB-Basketballer und Eishackler des EHC Red Bull München im Olympiapark – auf dem Platz des ehemaligen Radstadions. „Diese Entscheidung (des FC Bayern, d. Red.) respektiere ich. Wie sich das Ganze dann nach den Wahlen darstellt, das werden wir sehen. Wenn sich neue Möglichkeiten ergeben (…) muss man alle Optionen prüfen“, sagt Hoeneß. Zuletzt hatten Basketballchef Rudolf Schels und FCB-Präsident Karl Hopfner einer neuen Halle eine Absage erteilt. Im November stellt sich Hoeneß als FCB-Präsident zur Wahl. Auf den Platz, fertig, los!

Die anderen drei beteiligten Parteien stehen bereit. „Als Uli Hoeneß im April angekündigt hat zu kandidieren, haben wir beschlossen, diese Wahl abzuwarten. Der Olympiapark, die Stadt und Red Bull sind sich einig: Wir warten, dass der FC Bayern dazukommt“, sagte Olympiaparkchef Arno Hartung der tz.

Aktuelle Spielstätte: der Audi Dome im Westpark.

Ähnlich äußerte sich Christine Strobl, dritte Bürgermeisterin und Verhandlungsführerin in der Causa Halle, gegenüber unserer Zeitung: „Im Hintergrund wurde weitergearbeitet, das Radstadion ist abgerissen und der Boden entsprechend vorbereitet. Wir warten die Wahl ab, dann wird es neue Gespräche geben. Wir haben keinen Zeitdruck, auch Red Bull beobachtet die Entwicklung in Ruhe.“ Die Aussagen von Hoeneß, mit dem sie vor seinem Gefängnisaufenthalt die Gespräche führte, hat die 55-Jährige mit Interesse gelesen. Auch mit Hopfner und Schels stand sie in Kontakt – erfolglos. „Aber mit einer neuen Führung ändert sich manchmal auch die Meinung. Und jeder weiß, dass der Basketball das Projekt von Uli Hoeneß ist“, sagt Strobl.

Der Stadtrat hatte dem Bau einer Halle mit Platz für rund 10 000 Zuschauern 2014 zugestimmt, der Olympiapark hat den vorgesehenen Bereich seitdem bewusst nicht anderweitig genutzt, mögliche Flüchtlingsunterkünfte sind vorerst vom Tisch. Hartung: „Die Olympiapark GmbH würde sich freuen, wenn diese Lösung zustande kommt.“

Der Investor aus Salzburg wollte sich die Halle 100 bis 120 Millionen Euro kosten lassen. Eine wichtige Rolle in der Kalkulation spielten der FC Bayern und die Stadt München als Mieter. Eine angebliche Mietsumme im siebenstelligen Bereich bereitete den Bayern Bauchschmerzen. Das wirtschaftliche Risiko für den Klub sei zu hoch, teilte Hopfner damals mit. Stattdessen steckte man fünf Millionen Euro in die Sanierung des Audi Dome, in dem man vertraglich bis 2018 beheimatet ist. Rudolf Schels hält diesen „immer noch für eine der schönsten Hallen in Deutschland“. Uli Hoeneß teilt diese Meinung scheinbar nur bedingt. Nicht nur wegen des 21. Fe­bruars.

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