Wutrede des FCB-Trainers 

Pesic mahnt zur Bescheidenheit

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Unzufrieden mit seinem Team: Svetislav Pesic (l.)

Ludwigsburg - Ärger bei FCB-Trainer Svetislav Pesic. Der 66-Jährige fand nach der Niederlage seines Teams im zweiten Playoff-Duell gegen Ludwigsburg deutliche Worte.

FCB-Profi Maxi Kleber konnte am Dienstagabend gerade einmal das obligatorische TV-Interview beenden, dann ging es für sein Team und ihn auch schon zum Rapport in die Kabine. Trainer Svetislav Pesic schäumte vor Wut. Und zwar nicht in allererster Linie, weil sein Team gerade Spiel zwei der Playoff-Serie gegen Ludwigsburg verloren hatte (74:93), sondern aufgrund der Art und Weise, mit der es zu dieser Niederlage kam. „Ich habe noch nie erlebt, dass man vor dem Spiel ein Spiel gewonnen hat“, erklärte der Coach. Genau von dieser Tatsache sei sein Team allerdings ausgegangen. Die Münchner starteten nach dem 97:80-Erfolg im ersten Spiel am vergangenen Samstag laut Pesic viel zu selbstsicher ins zweite Duell in Ludwigsburg.

„Wenn wir nach Ludwigsburg kommen, mit ihrer heimischen Kulisse, kann man nicht meinen, wir seien ja der FC Bayern, das wird schon“, schimpfte der Coach und rief zur Bescheidenheit auf: „Wir sind die Bayern-Basketballer, nicht die Fußballer, wir sind nicht Weltmeister oder Europameister. Diese Arroganz hat unser Gegner nicht verdient. Wir haben uns heute sehr schlecht präsentiert.“ Obwohl die Roten einen besseren Start in die Partie erwischten als noch am Samstag (29:22), fiel die Leistung schnell ab. Während Ludwigsburg temporeich und aggressiv aufspielte, wirkten die Bayern zunehmend planloser. In der Defensive fand man keine Antwort auf die Schwaben und auch in der Offensive wollte wenig funktionieren.

Maxi Kleber gestand: „Wir hatten zu große Lücken in der Verteidigung. Wir wollten schnell spielen.“ Dafür müsse man allerdings die Angriffe des Gegners stoppen können, so der 24-Jährige einsichtig. Pesic sieht den Fehler ebenfalls ganz klar bei seinem eigenen Team. „Ludwigsburg hat exzellent gespielt und sehr, sehr gut verteidigt. Aber wir haben schon gegen andere Mannschaften, die so aufgetreten sind, unsere Leistung gezeigt und unseren Rhythmus gefunden“, so der Coach.

Die Folge der ersten Niederlage der Saison gegen Ludwigsburg (die zwei regulären Spiele hatten die Bayern gewonnen) ist klar: Den Schwaben gelang es so, die Best-of-five-Serie auf 1:1 auszugleichen. Damit geht es beim dritten Aufeinandertreffen am Samstag (20.30 Uhr) im Audi Dome wieder von Null los. „Dann müssen wir mit viel mehr Energie spielen und viel besser verteidigen“, meinte Kleber. Zumindest die Gefahr, sich eines weiteren Sieges zu sicher zu sein, dürfte nun jedenfalls nicht mehr bestehen.

Lena Meyer

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