Letztes Spiel des Serben?

Abschied in der „Hölle“? Bayern-Basketballer und Pesic vor dem Aus

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Bayern-Baskets-Trainer Svetislav Pesic.

München - In Spiel drei der Halbfinalserie können die Brose Baskets den FC Bayern aus den Playoffs werfen - und damit die Karriere von Trainer Pesic in München beenden. Der Altmeister will noch einmal „volle Pulle“ gehen. Es spricht aber alles für die Überflieger aus Franken.

Noch vor zwei Jahren hatte er die Bayern in den deutschen Basketball-Himmel gehievt - nun droht Trainer Svetislav Pesic ein Abgang in der „Hölle“. Nach schon zwei Niederlagen im Playoff-Halbfinale gegen Meister Brose Baskets müssen die Münchner in Spiel drei in Bamberg auf ein Wunder hoffen, um das vorzeitige Aus abzuwenden. Angesichts der Extra-Klasse des Titel-Favoriten gepaart mit einer furchteinflößenden Heimstärke spricht vor dem Duell am Sonntag (20.30 Uhr) kaum etwas für die Bayern - und damit für Pesic. Dieser könnte die Münchner in Franken ein letztes Mal trainieren.

Schon vor den Playoffs hatte der Altmeister angekündigt, den Meister von 2014 und letztjährigen Finalisten „zu 99 Prozent“ zu verlassen. Während der K.o.-Phase äußerte er sich zu dem Entschluss nicht mehr.

Der Serbe wollte sich auf den sportlichen Erfolg seiner Schützlinge konzentrieren, nach dem schwierigen Viertelfinale gegen Ludwigsburg (3:2) wartete der wahre Gradmesser in der Best-of-Five-Serie gegen Bamberg. Bislang präsentierten sich die Brose Baskets klar besser, auch wenn Bayern beim 76:90 zuletzt daheim lange gut mithielt. Sogar Fußball-Starcoach Pep Guardiola hatte am Mittwoch in der Halle vorbeigeschaut und im Basketball-Shirt mit Pesic herumgeflachst.

In Bamberg kann Pesic nun keinen entspannten Abend erwarten, die Halle des siebenmaligen deutschen Meisters wird von den fanatischen Fans nicht umsonst „Frankenhölle“ genannt. Und in dieser jubelten in der aktuellen Bundesligasaison nur die Gastgeber, die kein Liga-Match verloren. Selbst in der Euroleague unterlag das Team von Coach Andrea Trinchieri nur in zwei von zwölf Heimspielen und bezwang sogar den späteren Champion der Basketball-Königsklasse, ZSKA Moskau.

Bayern-Baskets mit Verletzungssorgen

Mit „voller Pulle“ will Pesic in Bamberg angreifen - ungeachtet des schier übermächtigen Gegners und der weiter großen Verletztensorgen. Dass Dusko Savanovic und Deon Thompson wieder genesen und erstmals in der Vorschlussrunde auflaufen können, ist eher unwahrscheinlich.

So sollen es wieder andere richten, etwa die ebenfalls angeschlagenen Anton Gavel, Alex Renfroe oder Maxi Kleber. Nationalspieler Kleber hatte in Spiel zwei mit sieben famosen Blocks überragt. „Er ist drauf und dran, eine sehr große Nummer in unserem Konzept zu werden“, lobte Pesic. Die Bayern setzen auf den 24-Jährigen. Kurzfristig wird es auch für Kleber und Co. schwer, die erste Zu-Null-Niederlage („Sweep“) in einer Playoff-Serie seit dem Bundesliga-Aufstieg 2011 zu verhindern.

Die Bamberger mit ihren überragenden Akteuren - von Super-Spielmacher Brad Wanamaker über Center Daniel Theis bis hin zur vermeintlichen zweiten Reihe um Euroleague-Veteran Nikos Zisis und den ehemaligen NBA-Profi Darius Miller - können sich fast nur selbst schlagen. In München etwa setzten sie sich trotz zwischenzeitlichen Rückstands von zehn Punkten am Ende dank ihrer Klasse und Abgezocktheit durch. „Jeder weiß, worauf es ankommt“, sagte Geschäftsführer Rolf Beyer.

Das gilt auch für das zweite Halbfinale, wo ratiopharm Ulm gegen die Fraport Skyliners Frankfurt für viele unerwartet ebenfalls mit 2:0 führt und damit nur noch einen Sieg zum Finaleinzug benötigt. Es wäre die zweite Endspiel-Teilnahme der Ulmer. Allerdings erwartet Trainer Thorsten Leibenath einen heißen Fight. „Ich bin mir sicher, dass Frankfurt vor eigenem Publikum alles reinlegen und knüppelhart verteidigen wird.“

dpa

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