Chancenlos gegen Bamberg

Kommmentar zum Aus der FCB-Baskets: Bittere Erkenntnisse

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Das klare Ausscheiden gegen Bamberg wirkte auf die Bayern auch desillusionierend.

München - Ohne echte Chance ist der FC Bayern Basketball in den Playoffs gegen die Brose Baskets Bamberg ausgeschieden. Für die Münchner folgen daraus bittere Erkenntnisse. Ein Kommentar.

Zugegeben, es wäre alles andere als fair, die Saison der Basketballer des FC Bayern nur an diesem einen Spiel zu messen. Doch irgendwie passte diese Totalabfuhr ausgerechnet in Bamberg schon ins Bild. Denn bei allen guten Phasen: Es sind schon vor allem bittere Niederlagen, die das Jahr des Champions von 2014 prägten. Das knappe Euroleague-Aus in Belgrad, der in letzter Sekunde verspielte Pokalsieg im „Finale dahoam“, der hauchdünne Eurocup-K.o. in Istanbul, ein verlorenes Endspiel um Platz zwei in Oldenburg und nun also die Mutter aller Playoff-K.o.’s beim Branchenführer aus Bamberg. Am Ende steht man nun also mit leeren Händen da, verbunden mit der Erkenntnis, dass der nationale Rivale derzeit weit enteilt ist.

Natürlich stößt man bei der Suche nach der Gründen unweigerlich auch auf das Thema Geld. Die Korbwerfer müssen im Fernduell mit Bamberg vom bitteren Geschmack der wirtschaftlichen Unterlegenheit kosten, den die Konkurrenz der Bayern-Kicker nur zu gut kennt. Die Erkenntnis: Auch eine Marke wie der FC Bayern kann ihre Potenz nur voll ausspielen, wenn Persönlichkeiten des Vereins bei potenziellen Geldgebern mit netzwerken. So wie von 2012 bis 2014 eben, als Uli Hoeneß als Präsident für den Basketball kurbelte.

Patrick Reichelt.

Auch die unzähligen Verletzungen im Verlauf der Saison waren der Entwicklung sicher nicht förderlich. Doch die Bayern-Verantwortlichen tun gut daran, bei der Analyse der zweiten titellosen Saison in Folge auch auf sich selbst zu blicken. Gerade bei der Zusammenstellung des derzeitigen Ensembles sind den Machern offenkundig auch Fehler unterlaufen. Der auffälligste: Gerade in kritischen Momenten fehlte der Mannschaft ein Kopf, der das Heft an sich reißt. Eine dominante Spielerpersönlichkeit eben wie Brad Wanamaker in Bamberg oder Jordan Theodore in Frankfurt. Oder wie man sie einst in Tyrese Rice oder Malcolm Delaney selbst in den Reihen hatte. Auch die Nachkäufe stachen nur bedingt. Dass in Bamberg auch Vorbehalte gegen den strengen Trainer Svetislav Pesic durchklingen, überrascht im Moment der großen Niederlage kaum.

All das lässt aber erahnen, dass dem heißen Abend in Bamberg noch bewegte Tage folgen werden.

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