Bayerns Basketballer

Ondrej Balvin: Der Riese kommt in Fahrt

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Ondrej Balvin (l.) bei der Teampräsentation des FC Bayern Basketball.

München - Ondrej Balvin will bei Bayerns Basketballern bald zur festen Größe werden – die Zeichen mehren sich, dass das gelingt.

Zu Wochenbeginn hat Ondrej Balvin zum ersten Mal so eine Ahnung davon bekommen, wie die Sache mit ihm und den Basketballern des FC Bayern tatsächlich zur großen Liebe werden könnte. Immer wieder hatte sich der tschechische Center da durch die Göttinger Defensive getankt und den Ball krachend durch die Reuse gejagt. 14 Punkte standen am Ende zu Buche. „Das war ein ganz gutes Zeichen“, fand er, „ich hoffe, dass es für mich jetzt wirklich aufwärts geht.“

Den Bayern wäre das gewiss nur zu Recht. Mit dem Auswärtstripp am Samstag (20.30 Uhr) nach Gießen ist die erste Aufwärmphase dieser Saison zu Ende. Mit dem Eurocup-Auftakt in St. Petersburg (12. Oktober) und der Bundesliga-Partie gegen ALBA Berlin vier Tage später warten Aufgaben in denen das neue Bayern-Team anders gefordert sein wird als bisher. Balvin als Garant für leichte Punkte könnte man da nur zu gut brauchen. Und von dem war in den beiden vorangegangenen Spielen noch nicht viel zu sehen gewesen. Als der 2,17-Meter-Riese noch kräftig fremdelte. Balvin hat viele Gespräche gesucht mit Trainer Sasa Djordjevic. In Göttingen sah viel danach aus, als hätten sie gefruchtet.

Aber bei allen Vorschusslorbeeren, die dem tschechischen Nationalspieler nach sechs Jahren in Europas Basketball-Herzland Spanien vorausgingen, hatte man ja mit Anpassungsproblemen rechnen müssen. Der Mann ist 24, ein Spieler in der Entwicklung, wenn auch als eine der buchstäblich größten Hoffnungen des Kontinents auf seiner Position.

Schon alleine dass es soweit kommen würde, hatte man allerdings lange nicht absehen können. Fußball hatte er in seiner nordböhmischen Heimatstadt Usti nad Labem gespielt, später ein bisschen Volleyball. Vom Basketball hätte Balvin am liebsten bald wieder die Finger gelassen, weil er in seiner Mannschaft nicht so recht Fuß fassen konnte. Sein erster Trainer überzeugte ihn in dem Gespräch, mit dem er eigentlich Abschied nehmen wollte, zum Bleiben. „Er hat mir gesagt, dass ich der Einzige bin, der es zum Profi bringen könnte“, sagte er, „er hat Recht behalten, diese Worte haben wohl meine Karriere gerettet.“

Es ist ein Punkt, der sich durch seine Geschichte zu ziehen scheint. Von Zeit braucht der Mann, der am liebsten mit seinen beiden Hunden oder am Computer entspannt, den Anstoß von außen. Auch beim BC Sevilla, wohin man ihn mit 18 lotste, hat er das erlebt. Als er sich 2014/15 durch eine persönliche Horrorsaison quälte. So manch deutliche Worte müssen da mit den Verantwortlichen gefallen sein. Der wohl schwächsten folgte prompt die beste Spielzeit. Bei Rebounds, Blocks und Dunkings führte ihn die Statistik als eine der Spitzenkräfte in Europas Basketball-Traumfabrik ACB.

Es war eine Saison, die dieser Ondrej Balvin vielerorts auf den Wunschzettel brachte. Aus Valencia, auch aus der Türkei sollen Angebote bei ihm eingegangen sein. Doch er hat sich letztlich gegen größeres Geld und für München entschieden. Weil er künftig um Titel mitspielen wollte und weil ihm die mindestens zwei Spielzeiten bei den Bayern als logischer nächster Schritt für seine Karriere erschienen.

Die nächsten Wochen werden nun weitere Aufschlüsse geben, wie richtig er damit lag. Balvin ist da schon ziemlich zuversichtlich. „Wir haben eine gute Gruppe, auch vom Alter eine gute Mischung“, sagte er, „ich glaube, wir können schon viel erreichen.“

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