Vor dem Spiel gegen Murcia

So tickt Spanien-Neuzugang Lucic

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Hinein ins Glück: Lucic peilt mit den Münchnern in allen Wettbewerben Titel an.

München - Der FC Bayern Basketball empfängt am Mittwoch am zweiten Eurocup-Spieltag UCAM Murcia. Vladimir Lucic kennt sich mit Spanien bestens aus. Ein Porträt des Forward.

Vladimir Lucic schüttelte ein paar Wassertropfen von seiner schweren Allwetterjacke. Es ist einer dieser Tage, an denen dem Serben dann doch diese Gedanken kommen. Was er da im vergangenen Sommer aufgegeben hat für die Basketballer des FC Bayern. Drei Jahre in Valencia, das waren auch drei Jahre in der Sonne. „Valencia ist außergewöhnlich. Aber ich habe gewusst, worauf ich mich einlasse“, sagte er, „und ganz ehrlich: Ich habe den Winter vermisst.“

Trotzdem ist es irgendwie ganz passend, dass der 27-Jährige gerade jetzt auch sportlich von der alten Heimat eingeholt wird. Am Mittwochabend ist am zweiten Eurocup-Spieltag das Überraschungsteam UCAM Murcia (20.00 Uhr) um den argentinischen Spielmacher-Wirbelwind Facunda Campazzo im Audi Dome zu Gast. Eine Woche später reisen die Münchner zu Ex-Euroleague-Klub Unicaja Malaga. Spanische Wochen also, gleich zwei Treffen mit der besten Liga Europas, auch für Lucic eine spezielle Angelegenheit denn „ich habe in Spanien drei tolle Jahre gehabt.“

Lucic will Veränderung

Den Eurocup hat er gewonnen, 2013/14. Jenen Wettbewerb also, in dem er nun auch mit den Bayern ein Wörtchen mitreden will. In der Meisterschaft hat er mit dem BC Valencia zumindest ein bisschen am Lack der Großmächte Real Madrid und FC Barcelona gekratzt. Natürlich hat nicht jeder verstanden, warum Lucic den lukrativen Platz auf Europas größter Bühne nun gegen die Bayern, gegen die Bundesliga eingetauscht hat. Der Mann aus Belgrad hat die Fragen oft gehört. Doch irgendwie war ihm nach drei Jahren der Sinn nach Veränderung gestanden.

Bei den Bayern glaubte er, Aufbruchstimmung ausgemacht zu haben, auch der inzwischen nach Italien weitergezogene Landsmann Dusko Savanovic riet ihm zu. „Der Klub will etwas Größeres, will Titel“, sagte er, „das ist etwas, was ich wollte.“ Dass in Sasa Djordjevic auch noch der Nationaltrainer seines Heimatlandes Dienst tut, wird die Sache nicht unattraktiver gemacht haben.

Lucic: Vollangriff nach Verletzungspause

Den Bayern kann es nur Recht sein, auch wenn der athletische Forward, der sich mit Freundin Jovana und seinem Jack Russell Terrier in der Nähe des Westparks angesiedelt hat, im Münchner Trikot sein volles Potenzial noch gar nicht abgerufen hat. Eine dreiwöchige Verletzungspause in der Vorbereitung war sicher nicht förderlich. Dazu hat er sich auch an den Stil der Bundesliga noch nicht vollends gewöhnt. Und doch haben auch die Münchener schon ihre Kostproben bekommen, warum man Lucic in Valencia eigentlich ganz gerne behalten hätte.

Der Mann, der alleine bei Partizan Belgrad einst zwölf Titel einsammelte, kann auch Spektakel, den vehementen Zug zum Korb. Vor allem aber ist Lucic ein Fleißarbeiter auf beiden Seiten des Spielfeldes. Nicht unbedingt ein Profi für die Statistiken, aber ein Spieler, der das Team zusammenhalten kann. Man hat das in Gießen sehen können – sicher nicht nur Zufall, dass die Bayern genau in jener Phase in Bedrängnis gerieten, als Vladimir Lucic angeschlagen auf die Bank musste. Und die Entwicklung wird für ihn weitergehen, davon ist er überzeugt, denn: „Ich erwarte von mir noch viel, viel mehr.“

Spätestens wenn er das abgerufen hat, wird er Valencia vermutlich endgültig abgehakt haben.

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