Halbfinale: Matchball für Bamberg

Nichts spricht für die Bayern, aber...

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Bryce Taylor

München - Die derzeitige Lage der Bayern ist nicht gerade gut. Die Münchner liegen in der Halbfinal-Serie gegen Bamberg mit 0:2 zurück. Dennoch bleiben die Roten optimistisch.

Bevor Alex Renfroe auf die Frage, was genau ihn nun optimistisch stimme, antwortete, musste der FCB-Guard einmal tief durchatmen. „Das ist Basketball – da ist alles möglich“, meinte der 30-Jährige dann und schob schnell hinterher: „Wenn wir nicht daran glauben, dass wir gewinnen können, müssen wir gar nicht nach Bamberg fahren.“ Am Sonntag (19.30 Uhr) findet im Frankenland das dritte Halbfinalspiel der Münchner gegen den Meister statt. Seit der 76:90-Niederlage am Mittwoch liegen die Pesic-Schützlinge in der Best-of-five-Serie mit 0:2 zurück. Und damit ist klar: Das dritte Duell wird zum Entscheidungsspiel für die Bayern. Verlieren die Münchner, geht’s in den vorzeitigen Sommerurlaub! „Nun wird es in allererster Linie auf unsere mentale Stärke ankommen“, meinte Kapitän Bryce Taylor. „Es ist klar, dass keiner von uns mit einem 0:3 ausscheiden will.“

Doch auch den größten Optimisten unter den FCB-Fans wird klar sein, dass am Sonntag wenig für die Bayern spricht. Da sind zum einen die weiter anhaltenden Personalsorgen: Ein Einsatz von Dusko Savanovic (Finger) und Deon Thompson (Wade) ist auch am Sonntag fraglich. Die Gefahr, dass den Münchnern aufgrund der verkleinerten Rotation am Ende wieder die Kraft ausgehen wird, ist daher groß. Hinzu kommt, dass die Bamberger in der laufenden Saison keines ihrer BBL-Heimspiele verloren haben. Und auch jetzt brennen die Franken darauf, im so genannten „Freak City“ schnellstmöglich den Sack zuzumachen. „Wir müssen unsere Kräfte nun für das Spiel am Sonntag bündeln“, forderte Meister-Coach Andrea Trinchieri. Daher bestünden die verbleibenden Tage aus „Training, Training, Training“, so der Italiener.

Die Münchner haben ein ähnliches Ziel: Kräfte bündeln, die vergangenen zwei Partien vergessen und vor allem regenerieren. „Ich hoffe natürlich, dass wir am Sonntag in einer besseren physischen Verfassung sind“, meinte FCB-Trainer Pesic. Deshalb gab er am Donnerstag erst einmal einen Tag frei. „Danach werden wir uns noch einmal gut auf das Spiel am Sonntag einstellen.“ Ob der Traum vom Erreichen des Finals trotz der aussichtlosen Lage weiterhin besteht? Mit dieser Möglichkeit wollen sich die Bayern derzeit nicht beschäftigen. „Wir konzentrieren uns voll auf Sonntag“, so Kapitän Taylor. Fakt ist: In der BBL-Geschichte konnten erst zwei Mannschaften eine Serie nach 0:2-Rückstand drehen (1989 gelang das Kunststück Bayreuth gegen Leverkusen im Finale, 2003 Bonn gegen Leverkusen im Viertelfinale). Für die Bayern wäre es ein Anfang, die Serie zumindest auf vier Spiele zu verlängern, um ein weiteres Heimspiel zu sichern. „Wir werden sehen, was im nächsten Spiel in Bamberg passiert“, meinte Pesic – fast schon ein wenig vielsagend… 

L. Meyer

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