Marko Pesic im tz-Interview

"In den Playoffs brauchst du ein Kurzzeitgedächtnis"

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Marko (l.) & Svetislav Pesic

München - Hinter den Bayern-Basketballern liegen keine ruhigen Tage. Nach der Niederlage in Ludwigsburg gab es einiges aufzuarbeiten. FCB-Geschäftsführer Marko Pesic erklärt's.

Hinter den FCB-Basketballern liegen mit Sicherheit alles andere als ruhige Tage. Nach der bitteren Pleite am Dienstag im zweiten Spiel der Playoff-Serie gegen Ludwigburg (74:93) und der anschließenden Wutrede des Trainers Svetislav Pesic, hieß es: Fehler analysieren, hart trainieren und vor allem, die eigene Einstellung verbessern. Denn eines ist klar: So, wie sich die Bayern-Baskets am Dienstag präsentiert haben, kann man keine Viertelfinal-Serie (Stand derzeit: 1:1) gewinnen.

Im dritten Spiel, am Samstag um 20.30 Uhr, soll alles besser werden. Zum einen, weil die Münchner erneut zuhause ran dürfen und zum anderen, um den Matchball in der Best-of-five-Serie auf keinen Fall an Ludwigsburg abzugeben.

Die tz sprach mit Geschäftsführer Marko Pesic über Fehleranalysen und die Chancen. Außerdem verriet der Ex-Profi, warum Wutreden, wie die seines Vaters, die Spieler anstacheln können.

Herr Pesic, wie sehr hängt Ihnen Spiel zwei gegen Ludwigsburg noch nach?

Pesic: Es klingt ein wenig floskelhaft, aber es stimmt: In den Playoffs brauchst du ein Kurzzeitgedächtnis, was die vergangenen Spiele angeht. Egal, ob du gewonnen oder verloren hast, das Ergebnis der letzten Partie darf keine Rolle spielen. Schließlich muss man jedes Mal aufs Neue sein Bestes geben, ganz gleich, wie das Ganze zuvor ausgegangen ist.

Die Fehler wurden aber sicherlich trotzdem analysiert…

Pesic: Natürlich! Ich denke, wir hatten genug Zeit, um alle Fehler genau zu benennen und zu besprechen. So eine Playoff-Serie lebt ja schließlich von der immer größer werdenden Anpassung an die jeweiligen Stile der anderen Mannschaft. Heißt: Man kann sich im Verlauf einer Serie immer besser auf den Gegner einstellen.

Und an der eigenen Einstellung arbeiten!

Pesic: Richtig! Das ist das Wichtigste. Mit der Art und Weise, mit der sich die Mannschaft am Dienstag präsentiert hat, kann man kein Playoff-Spiel gewinnen – schon gar nicht auswärts. Wenn man gegen ein starkes Offensiv-Team wie Ludwigsburg eine Chance haben will, muss man mit Aggressivität und einer exzellenten Einstellung in die Partie starten. Vor allem, was die Defensivarbeit angeht. Man kann sich nicht ausschließlich darauf verlassen, dass die Offensive das schon regelt.

Trainer Svetislav Pesic wurde am Dienstag ziemlich deutlich. Er sprach von Arroganz der eigenen Spieler und einer sehr schlechten Präsentation. Was geht in Ihnen vor, wenn Sie den Coach so wütend erleben?

Pesic: Er ist einfach ein Mensch, der für seine großen Emotionen bekannt ist, von ihnen lebt. Der Coach hat sehr, sehr hohe Erwartungen an sein Team – aber auch an sich selbst. Für ihn war die Niederlage am Dienstag ebenfalls ein Nackenschlag. Genauso wie für uns alle. Ich denke, das, was er vermitteln wollte, ist angekommen. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Klingt als sei auch eine Portion Kalkül bei seiner Wutrede dabei gewesen.

Pesic: Das war in gewisser Weise sicherlich ein Teil seiner Taktik.

Wirkt eine öffentliche Kritik also wirklich noch einmal anders, als eine Ansprache in der Kabine?

Pesic: Natürlich hat so etwas noch einmal einen anderen Effekt. Ich kann von mir sagen, dass mich das immer noch mehr angestachelt hat. Man wollte dann erst Recht beweisen, dass man sich auch anders präsentieren kann.

Wie hoch sehen Sie die prozentuale Wahrscheinlichkeit, die Serie zu gewinnen?

Pesic: Das ist schwer in Prozent auszudrücken. Als allererstes müssen wir das Spiel am Samstag gewinnen. Dann sehen wir weiter. Wenn wir das umsetzen können, was in dieser Woche besprochen wurde, sehe ich jedenfalls eine gute Chance.

Interview: Lena Meyer

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