Bryce Taylor im tz-Interview

"Ich brauchte Abstand!"

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Bryce Taylor

München - FCB-Kapitän Bryce Taylor brennt für seinen Verein, für seine Mannschaft und für München. Im Interview spricht er über die Gründe, weshalb er im Sommer Abstand brauchte, was in der neuen Spielzeit anders laufen muss und warum er schon ans Karriereende denkt.

FCB-Kapitän Bryce Taylor brennt für seinen Verein, für seine Mannschaft und für München. Der 29-Jährige steht mittlerweile vor seiner dritten Saison im Dress der Bayern-Basketballer. Und dieses Mal soll es endlich eine erfolgreiche werden. Die tz traf den US-Guard und erfuhr, warum der Captain im Sommer Abstand brauchte, was in der neuen Spielzeit anders laufen muss und warum er schon ans Karriereende denkt.

Herr Taylor, das Aus im Halbfinale ist mittlerweile drei Monate her. Was ist seitdem passiert?

Taylor: Ich habe bis zum Ende gar nicht so richtig gespürt, wie hart diese Saison insgesamt für mich war. Dabei meine ich nicht nur die Ergebnisse, sondern auch, wie alles gelaufen ist. Wir haben viele wichtige Spiele sehr knapp verloren, das macht unzufrieden. Insofern habe ich den Sommer genutzt, um etwas Abstand zu gewinnen und mich zu erholen – sowohl physisch, als auch mental.

Hat das funktioniert?

Taylor: Ja. Ich bin viel in den USA umhergereist, habe Freunde und meine Familie besucht. Ich war zum Beispiel auch auf der Hochzeit von Deon (Thompson, d. Red.) und habe Justin (Cobbs, d. Red.) in LA getroffen. Das hat gutgetan. So konnte ich den Kopf freikriegen.

Haben Sie mittlerweile eine Erklärung für die Probleme in der vergangenen Saison?

Taylor: Ich war in meiner bisherigen Karriere Teil eines Meisterschaftsteams. Und dieses Team hat ausgezeichnet, dass es – ganz egal, ob es Aufs oder Abs gab – immer zusammengehalten und immer füreinander gekämpft hat. Ganz unabhängig von eigenen Motivationen und Absichten. Wir haben in der vergangenen Saison alles dafür getan, um in dieser Form zusammenzuwachsen. Irgendwie hat das aber nicht so richtig funktioniert. Das lag sicher an den vielen Verletzungen und einigen äußeren Umständen. Die Atmosphäre in der Kabine war immer gut. Aber am Ende hatte Bamberg einfach die bessere Teamchemie. In dieser Saison werden wir alles daran setzen, dass es besser wird.

Was können Sie – als Kapitän – dafür tun?

Taylor: Ich werde mich noch mehr darum kümmern, dass wir zusammenwachsen. Das geht am besten bei Teamaktivitäten und mittels Gesprächen. Aber ich habe ein gutes Gefühl. Die Chemie stimmt schon einmal, und wir haben tolle Spieler im Kader.

Seit letztem Freitag ist auch ihr neuer Trainer mit an Bord. Sasa Djordjevic.

Taylor: Ja, es ist eine große Ehre, von ihm lernen zu dürfen. Er hat so viel erreicht, ob als Spieler oder als Trainer. Ich habe die Olympischen Spiele verfolgt und freue mich darauf, unter ihm zu spielen.

Was wollen Sie persönlich in dieser Saison anders machen?

Taylor: Ich bin in den vergangenen Jahren beim FC Bayern immer hochmotiviert in die neue Saison gestartet. Das ist jetzt noch immer der Fall. Allerdings will ich dieses Mal vorsichtig sein und meine Form etwas langsamer aufbauen, um Verletzungen vorzubeugen. Ich werde bald 30, und ich weiß, dass ich noch ein paar Jahre spielen kann, wenn alles gut läuft. Auf der anderen Seite muss man sich immer bewusst machen, wie schnell eine Profikarriere enden kann und daher vorsichtig sein.

Interview: Lena Meyer

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