Marco Baldi im Interview

"Schaffartzik zu Bayern? Das wundert mich"

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Wird wohl ein Bayer: Heiko Schaffartzik (links)

München - Der FC Bayern kauft die Liga leer - auch mehrere Spieler aus Berlin kommen, vermutlich unter anderem Heiko Schaffartzik. Die tz sprach mit Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Der neue Kader der Bayern-Baskets ist gespickt mit Neuzugängen vieler Ligakonkurrenten. Aus Berlin wechseln Yassin Idbihi und Nihad Djedovic an die Isar, vermutlich auch Heiko Schaffartzik. Über Deon Thompson wird spekuliert. Die tz sprach mit Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Herr Baldi, wie lief die Vetragsauflösung mit Heiko Schaffartzik?

Baldi: Von unserer Seite völlig unaufgeregt. Heiko hatte uns schon im März mitgeteilt, dass er sich verändern will. Wir haben den Vertrag einvernehmlich aufgelöst.

Wo spielt Heiko Schaffartzik im kommenden Jahr?

Baldi: Ich weiß es nicht. Aber es hat mich gewundert, dass in den Medien sofort klar war, dass er zu Bayern wechselt. Ich hatte in den Gesprächen mit Heiko nicht das Gefühl, dass bei ihm schon etwas feststeht.

Yassin Idbihi wechselt sicher nach München.

Baldi: Wir haben ihm nach unseren Möglichkeiten ein Angebot gemacht. Er wollte die Entwicklungen auf dem Markt abwarten, ob er noch ein besseres Angebot bekommt. Aus meiner Sicht ist das völlig legitim.

Die Bayern haben ein deutlich höheres Budget als Berlin oder Bamberg.

Baldi: Diese Situation sind wir schon gewohnt, international haben ja viele Vereine andere Möglichkeiten als wir, so ist das Leben im Sport. Unsere erste Vorgabe ist die schwarze Null. Den Wettbewerb, wer am schnellsten die teuersten Spieler kauft, den gehen wir nicht mit.

Sind die Bayern Fluch oder Segen für die Liga?

Baldi: Die Liga hat sich auch ohne die Münchner prächtig entwickelt, aber durch sie kommt noch ein Extra-Schwung rein. Das finde ich positiv. Ich gratuliere ihnen auch zur Wildcard für die Euroleague, sie werden dort eine gute Rolle spielen.

Auch Sie hätten dort gerne gespielt.

Baldi: Wir haben nicht auf die Wildcard spekuliert, sondern auf eine freigeworden A-Lizenz (sichert die Teilnahme für drei Jahre, Anm. d. Red.) gehofft, da wir im inoffiziellen Ranking der Euroleague so hoch stehen wie noch nie ein deutsches Team. Was mich ärgert, ist die fehlende Transparenz bei der Vergabe. München, Straßburg und Kiew haben eine Wildcard bekommen und keiner weiß genau, warum. Neidisch sind wir aber nicht.

Es heißt, Geld regiert die Welt. Aber kann man damit auch Titel kaufen?

Baldi: Im Sport gibt es keine Garantien, sondern nur die Erhöhung von Wahrscheinlichkeiten. Aber wenn man sich alle Wünsche erfüllen kann, steigen die Chancen, dass man das auch sportlich ummünzen kann.

Bei den Bayern haben Svetislav und Marko Pesic das Sagen. Sie haben mit beiden jahrelang in Berlin gearbeitet. Wie ist ihr Verhältnis heute?

Baldi: Mit Svetislav hatte ich über viele Jahre ein extrem inniges Verhältnis. Davon ist etwas geblieben, das weit über die sportliche Rivalität hinausgeht. Auch wenn man sich mal reibt, ist unter dem Strich ein positives Gefühl. So ist es auch mit Marko.

Interview: Mathias Müller

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