Wechsel zu den Chicago Bulls

So geht Zipser mit den Anfeindungen um

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Paul Zipser

München - Paul Zipser hat den Sprung in die NBA geschafft. Der Basketballprofi, der seit 2013 für den FC Bayern Basketball auf Körbejagd ging, ist von nun an Teil des NBA-Klubs Chicago Bulls. Das Feedback ist allerdings nicht durchweg positiv.

Paul Zipser hat den Sprung in die NBA geschafft. Der Basketballprofi, der seit 2013 für den FC Bayern Basketball auf Körbejagd ging, ist von nun an Teil des NBA-Klubs Chicago Bulls. In der Nacht auf Samstag unterschrieb der 22-Jährige seinen Vertrag bei dem legendären Basketballverein. Zipser wird für mindestens zwei Jahre für die Bulls spielen – der FC Bayern erhält eine Abfindung. „Ich bin unglaublich glücklich und aufgeregt, dass es jetzt wirklich geklappt hat“, so Zipser. Es sei eine große Ehre, von nun an das Trikot des NBA-Teams zu tragen. „Die Bulls blicken auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte zurück. Es ist der Wahnsinn nun selber Teil dieses Vereins zu sein“, so der Flügelspieler zur tz. Dabei war Zipser zu Beginn der ersten Erfolgs-Phase der Bulls noch nicht einmal auf der Welt. Von 1990 bis 1993 verteidigte das Team um Basketball-Star Michael Jordan drei Mal hintereinander die Meisterschaft . „Ich hatte als Kind selbst einen kleinen Sticker mit dem Bild von Michael Jordan an meinem Fenster kleben. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich ausgerechnet für diesen Verein spielen darf“, so Zipser zur tz. Der gebürtige Heidelberger war Ende Juni an 48. Stelle von dem NBA-Klub gedraftet worden. Nach einer Verhandlungsphase erklärten die Bulls den Youngster direkt unter Vertrag nehmen zu wollen.

Der Weg hierhin war allerdings lang und vor allem nicht einfach. Zipser war im Januar 2013 vom ProA-Ligisten Heidelberg zu den Bayern gewechselt. Zunächst noch verletzt, arbeitete er sich über die zweite Mannschaft ins Profiteam – und wurde zum wichtigen Bestandteil der Mannschaft. „Paul hat immer hart an sich gearbeitet. Ich bin 100 Prozent sicher, dass er ein richtiger NBA-Spieler wird“, meint FCB-Trainer Svetislav Pesic.

Das ist zumindest das große Ziel von Zipser. Dem Basketballprofi ist bewusst, dass er sich beweisen muss. „Es gibt einige Dinge, die ich noch verbessern will“, so Zipser zur tz. „Vor allem als europäischer Spieler muss man sich seinen Platz in einem NBA-Team erst einmal verdienen.“ Die Fans der Bulls machen es dem Deutschen nicht gerade einfach. Bereits kurz nach dem Draft hagelte es in den Sozialen Medien viele negative Kommentare. „Wieder so ein No-name-Europäer“, kommentierte ein Fan auf der offiziellen Facebook-Seite des Vereins. „Was haben sich die Verantwortlichen dabei gedacht?“, fragte ein weiterer. Andere Anhänger der Bulls wurden noch wesentlich beleidigender. „Ich habe mir die Kommentare gar nicht durchgelesen“, so Zipser zur tz. „Es bringt nichts, sich damit zu befassen. Als Europäer hat man es in der NBA nie leicht. Vor allem, da es in den USA so viele sehr gute College-Profis gibt, die ebenfalls auf ihre Chance hoffen. Ich will mit meiner Leistung überzeugen. Wenn ich mich im Training beweisen kann und dann die Möglichkeit bekomme, mich im Team gut vor den Fans zu präsentieren, ist das die beste Antwort.“

Die Verantwortlichen der Chicago Bulls machten von Anfang an kein Geheimnis daraus, was sie im ehemaligen FCB-Profi sehen. „Mir wurde gesagt, dass die Verantwortlichen in mir einen guten Verteidiger und Werfer für meine Größe sehen“, so Zipser. „Aber ich weiß, dass ich noch vieles verbessern muss.“

Genau dafür will der Forward die verbleibende Zeit nutzen. Am Wochenende kehrte der Youngster aus den USA zurück und wird im Sommer für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Danach geht es dann endgültig nach Chicago. "Das wird mit Sicherheit eine große Umstellung. Vor allem, weil ich dann meine Familie nicht mehr so häufig sehen kann“, so Zipser. „Das Gute ist aber, dass mich meine Freundin nach Chicago begleiten wird. Dann können wir diesen Schritt gemeinsam machen.“

Lena Meyer

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