So geht es bei den FCB-Baskets weiter

Was jetzt, Bayern?

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Svetislav Pesic (l.) und Uli Hoeneß

München - Nach dem desaströsen Halbfinal-Aus steht den FCB-Baskets ein Umbruch bevor. 

„Ich will weiter kämpfen!“ Mit diesen Worten begründete FCB-Trainer Svetislav Pesic seine (Um-)Entscheidung. Anders als angekündigt, will der 66-Jährige auch in der kommenden Saison Coach der FC-Bayern-Basketballer bleiben. Zumindest mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit, wie er schnell noch hinterherschob. Ein Hintertürchen bleibt also. Ob Pesic es letztendlich nimmt, hängt nicht allein von ihm ab.

Klar ist: Die Basketball-Abteilung des FC Bayern steht nach dem schmachvollen Halbfinal-Aus gegen Bamberg, das im desaströsen Auftritt im dritten Spiel am Sonntag gipfelte (65:96), vor der Neuausrichtung. Denn mit der Entwicklung des Projekts in den vergangenen zwei Jahren können die Verantwortlichen nicht zufrieden sein. In beiden Spielzeiten wurde keines der gesteckten Saisonziele erreicht, es fand vielmehr eine Verschlechterung statt: Erreichten die Bayern noch im vergangenen Jahr das Finale, reichte es heuer nur zum Halbfinale. Auch die Pokal- und europäischen Wettbewerbe verliefen unbefriedigend… Was jetzt, Bayern? Die tz listet die zwei zentralen Baustellen auf.

Die Trainerfrage: Geht er, geht er doch nicht? Pesic scheint sich selbst noch nicht ganz sicher zu sein. Was aus seiner Sicht klar ist: Er hat die volle Rückendeckung der Verantwortlichen. Diese Ansicht untermauerte er noch einmal nach dem schlimmen Spiel am Sonntag. „Es gibt keine Trainerdiskussion“, so der Coach. Wenn er bleiben wolle, könne er das seiner Meinung nach auch. Trotzdem mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass einige Spieler unzufrieden mit Pesic senior sein könnten. Für den Chefcoach wird bei seiner endgültigen Entscheidung wohl die Rückkehr von Uli Hoeneß entscheidend sein. Der ehemalige FCB-Präsident holte den Erfolgscoach 2012 an die Isar. Sollte Hoeneß im November ins Präsidentenamt beim FC Bayern zurückkehren, könnte er sich des Projekts wieder selbst annehmen. „Uli will uns weiter unterstützen mit seinen Möglichkeiten und seiner Kraft. Deshalb glaube ich, dass es sich lohnt, noch einmal den FC Bayern mit Uli Hoeneß zu erleben“, sagte Pesic nach dem Spiel am Sonntag bei telekombasketball.de. Gut möglich, dass sich Hoeneß dann nämlich auch um die Aufstockung des Etats kümmern würde. In den vergangenen zwei Jahren hatte der Coach immer wieder die fehlende finanzielle Unterstützung seines Vereins beklagt. Jüngster Fall: Der Abgang von KC Rivers, dessen Vertragsverlängerung zum Jahreswechsel laut Pesic an einem sechsstelligen Betrag scheiterte.

Die Kaderfrage: Das zweite zentrale Thema: Wie geht es mit der Mannschaft des FC Bayern weiter? Nur John ­Bryant, Alex Renfroe, Maximilian Kleber und Paul Zipser (mit Ausstiegsklausel für die NBA) haben einen Vertrag für die kommende Saison. Bei Kapitän Bryce Taylor besteht die Option auf Verlängerung. „Ich brauche jetzt erst einmal Abstand“, so der Kapitän. „Dann sehen wir weiter.“ Auf die Frage, was genau im diesjährigen Kader nicht gestimmt habe, wurde es dann undurchsichtig. „Es gibt verschiedene Gründe, warum wir nicht konstantere Leistungen zeigen konnten“, meinte Taylor. Auch Zipser und Bryant bestätigten dies. Was genau das für Gründe waren, wollte keiner von ihnen ausführen. Es könnte wohl noch einmal ein größerer Umbruch ins Haus stehen. Sollte Pesic bleiben – und die gewünschten finanziellen Mittel zur Verfügung bekommen – ist die Verpflichtung einiger großer Namen wahrscheinlich. Denn eines ist klar: In der nächsten Saison müssen wieder Titel her!

Lena Meyer

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