28-jähriger US-Profi

Reggie Redding: Anker aus Philadelphia für die FCB-Basketballer

Gegen alle Hindernisse: Beim Auftakt in Oldenburg war Redding (r.) mit 13 Punkten einer der besten Bayern. Nordphoto

München – Neulich in Oldenburg hat Reggie Redding schon einmal eine erste Kostprobe davon abgegeben, warum Bayerns Basketballer gerade ihn ihm Sommer unbedingt an Bord holen wollten.

Das Schlussviertel war längst angebrochen, die Gastgeber drückten noch einmal aufs Tempo, um dem Geschehen vielleicht doch noch eine Wendung zu geben. Doch was immer Oldenburg auch versuchte – gerade Redding gab Antworten. Hier ein trockener Wurf aus der Halbdistanz, da ein vehementer Zug zum Korb. So bringt man Hallen zum Verstummen.

Damit immerhin braucht sich der 28-jährige US-Profi heute nicht zu befassen. Um 19.00 Uhr (Sport1) tritt er mit den neu formierten Bayern gegen die Würzburg Baskets erstmals im ausverkauften Audi Dome an. Doch man ahnt schon: Der Mann könnte ein Anker sein in einem verjüngten Ensemble. Nicht unbedingt ein Fall für das große Spektakel, aber ein Mann, der Verantwortung übernimmt, wenn es am Wichtigsten ist. Ein Typ eben, wie er den Bayern so sehr gefehlt hat in einer weitgehend missratenen Vorsaison. „Man hat gesehen, wie wertvoll er sein kann“, sagte auch Bayern-Sportchef Marko Pesic.

Dass er gerade jetzt ein Münchner ist, das ist etwas, was so vor gar nicht allzu langer Zeit ziemlich weit außerhalb des Wahrscheinlichen lag. Vor gut einem Jahr hatte sich Darussafaka Istanbul die Dienste des Forwards gesichert nach dessen feiner Saison bei ALBA Berlin. Der Klub vom Bosporus wird seit geraumer Zeit mit großem finanziellem Aufwand zum kontinentalen Schwergewicht aufgebaut Zuletzt lotste man auch Bambergs Titelversicherung Brad Wanamaker in die türkische Metropole.

Mit der Redding allerdings in der abgelaufenen Saison nur bedingt warm geworden ist. Sportlich lief es nur teilweise rund, auch abseits der Hallen fremdelte der US-Boy. Was natürlich auch mit der schwierigen Gesamtsituation in der Türkei zu tun hatte. Als im März in der beliebten Einkaufsstraße Istiklal eine Bombe explodierte, war Redding mit seinen Teamkollegen nur einen Häuserblock entfernt. Das am selben Tag geplante Spiel der türkischen Liga wurde kurzerhand abgesagt. „Natürlich hast du ein mulmiges Gefühl, wenn du dort lebst“, sagte er.

So gesehen hielt sich die Enttäuschung auch in Grenzen als Darussafaka ihm im Sommer mitteilte, dass der neue Trainer David Blatt trotz seines noch für eine weitere Saison laufenden Vertrages, eher keine Verwendung mehr für ihn habe. Der Ruf gerade aus Deutschland, das zuvor fünf Jahre seine sportliche Heimat gewesen war (Tübingen, Berlin) kam da gerade Recht.

Dass der Rufer einer der beiden „big player“ der Bundesliga war, bei dem obendrein auch sein Freund Alex Renfroe unter Vertrag steht („Mit ihm war ich immer in Kontakt“) machte die Sache umso attraktiver. Auch wenn Redding mit seiner Unterschrift in München natürlich mal wieder die Berliner Fanseele zum Kochen brachte, wo man auf Ex-Albatrosse im Audi Dome zunehmend allergisch reagiert. Natürlich hatte auch Redding bei ALBA die Abneigung gegen den Südrivalen mit bedient. Hatte erklärt, wie besonders die Erfolgserlebnisse gegen Bayern schmecken. Doch das war natürlich die Ansage eines Vollprofis. „So wie ich vorher 100 Prozent gegeben habe um Bayern zu schlagen, weil es einfach etwas Besonderes war, werde ich jetzt alles für Bayern geben.“

Mögliche Anfeindungen bei den direkten Aufeinandertreffen, kalkuliert er ein. Sein Kumpel Renfroe nahm ihn derweil laut „BZ“ schon etwas eigenwillig in Schutz. nahm. „Behandelt Reggie nicht so. Er hat zwei Jahre alles für Berlin gegeben“, sagte er, „Wenn ihr ihn demnächst mehr ausbuht als mich, vergebe ich euch.“

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