Böse Klatsche in Bamberg

FC Bayern blamiert sich - vor Hoeneß‘ Augen

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Der Ausflug von Uli Hoeneß (M.) nach Bamberg hat sich nicht gelohnt - er sah eine herbe Klatsche der Bayern-Basketballer.

Bamberg - Bayern München hat sich im Spitzenspiel bei Meister Brose Bamberg blamiert. Nach der Pleite mit über 30 Punkten Unterschied kritisierte Trainer Sasa Djordjevic seine Basketballer scharf.

Minutenlang redete sich Sasa Djordjevic den Frust von der Seele. "Ich bin stinksauer. Stinksauer", schimpfte der Trainer von Bayern München nach der Blamage seiner Basketballer bei Meister Bamberg und schaute beim Monolog durch die knallgelbe Lesebrille ungläubig auf das Statistikblatt: "Ich hoffe, meine Spieler ärgern sich noch mehr als ich, sonst haben wir ein Problem."

Ein Blick ins Gesicht des Serben reichte, um sich vorstellen zu können, was in den nächsten Tagen in der Trainingshalle auf das Team wartet. Die Vorstellung beim 59:90 (29:43) enttäuschte den neuen Coach maßlos, Djordjevic wollte nichts beschönigen. "Um hier bestehen zu können, hätten wir mit dem Messer zwischen den Zähnen auf das Parkett gehen müssen. Ich hab das heute nicht gesehen."

Es sollte das erste richtige Spitzenspiel der noch jungen Saison werden, als "Giganten-Duell" hatte die Basketball Bundesliga (BBL) auf ihrer Website für das Aufeinandertreffen der ungeschlagenen Titelkandidaten geworben. Es wurde eine einseitige Angelegenheit, die Bayern hatten Brose Bamberg nichts entgegenzusetzen.

Uli Hoeneß sah es mit Schrecken. Der frühere und wohl künftige Bayern-Präsident hatte sich auf den Weg nach Franken gemacht und ahnte schon zur Halbzeit Böses. "Bamberg spielt überragend. Unsere Mannschaft hat kein Selbstbewusstsein", sagte der 64-Jährige beim übertragenden Sender telekombasketball.de.

Djordjevic erkennt Überlegenheit des Gegners an

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich, die Münchner konnten zu keiner Zeit mithalten. Bamberg war in allen Belangen überlegen, das musste auch Djordjevic anerkennen. "Sie spielen intensiver, physischer, athletischer, präziser", erklärte der frühere Weltklasse-Aufbauspieler: "Sie haben verdient gewonnen, auch in dieser Höhe."

Dabei hat Bamberg ein heftiges Programm zu absolvieren. Das Bayern-Spiel war das fünfte innerhalb von zwölf Tagen, doch der deutsche Branchenführer steckt die Doppel-Belastung aus Bundesliga und EuroLeague bislang gut weg. "Wir hatten eine gute Woche", meinte Trainer Andrea Trinchieri: "Wir haben mit viel Energie und clever agiert, das Spiel gut gelesen und meist richtig und schnell reagiert."

Die Belastung ist auch ein Vorteil. Bamberg ist eingespielt, dazu hat sich der Kader im Vergleich zur vergangenen Saison kaum verändert. Die Bayern haben dagegen einen Schnitt gemacht und müssen sich erst noch finden. Djordjevic hatte sich dennoch schon jetzt mehr Teamgeist versprochen. "Wir wollten alles individuell lösen. Das ist gegen eine solche Mannschaft unmöglich. Sie sind in Wettkampfform."

Die gute Nachricht ist, dass viel Zeit bleibt. Bis zum Beginn der Play-offs vergehen Monate. Die Bayern, in der vergangenen Saison im Halbfinale mit 0:3 an Bamberg gescheitert, können und müssen einiges aufholen. Erst einmal ist die Lehrstunde im ersten Härtetest nach dem Umbruch aber in den Köpfen.

sid

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