Ferrari-Job

Alonsos merkwürdige Scharmützel mit Vettel

Sebastian Vettel (l.) und Fernando Alonso
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Sebastian Vettel (l.) und Fernando Alonso.

Sao Paulo - Sebastian Vettel und Fernando Alonso bekriegen sich nicht mehr auf der Strecke: Die beiden Rivalen liefern sich ihre Scharmützel rund um den Wechsel von Vettel zu Ferrari jetzt außerhalb der Rennbahn.

Fernando Alonso spielt mit Sebastian Vettel. Und er genießt es, seinen alten Rivalen im Poker um das Cockpit bei Ferrari zu ärgern. Einmal sagt Alonso: „Es gibt ein Leben nach Ferrari.“ Dann meint der Spanier wieder kryptisch: „Mal schauen, was passiert. Es ist schwierig. Ich muss überlegen, ob ich gehe oder nicht.“

Das Scharmützel um den prestigeträchtigen Job bei der Scuderia ist längst zu einem nervenaufreibenden Poker geworden. Denn Vettel kann seinen bevorstehenden Wechsel zu Ferrari erst offiziell bestätigen, wenn Alonso seine eigene Zukunft geklärt hat. Angeblich ist sich der 33-Jährige längst mit McLaren einig. Am Sonntag meldete die Sport Bild, dass Alonso bereits unterschrieben habe und der Deal bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi (23. November) offiziell bestätigt werden soll. Bei dem Traditionsteam winken ihm demnach angeblich 105 Millionen Euro für drei Jahre.

Doch noch hält Alonso alle hin - vor allem Vettel. Der Noch-Weltmeister war am Rande des Grand Prix von Brasilien sichtlich darum bemüht, Gelassenheit zu demonstrieren. Doch das gelang dem 27-Jährigen auf seiner Red-Bull-Abschiedstournee nicht immer. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nächste Saison nicht am Strand liege“, sagte er angesprochen auf seine Zukunft.

Doch das Hickhack geht dem Heppenheimer immer mehr auf die Nerven. Woran es denn noch hakt, wurde er gefragt und Vettel sagte: „So lange die Kameras laufen, ist das schwierig zu erklären. Sobald sie ausgeschaltet sind, scheint jeder zu wissen, was los ist.“ Er schiebe „keine Panik“, meinte Vettel: „Ich weiß auch, wer mein Teamkollege wird.“ Aller Voraussicht nach sein Kumpel Kimi Räikkönen.

Doch Alonso sät weiter Ungewissheit. Der Spanier versteht sich bestens auf politische Spielchen und scheint in seiner Ehre gekränkt zu sein, dass ihn Ferrari nach fünf Jahren nicht mehr haben will. Die Scuderia vertraut nun Vettel die schwierige Aufgabe an, die lahmende „Rote Göttin“ wieder an die Spitze zu treiben. Schon seit 2007, als Räikkönen den Titel holte, wartet der erfolgreichste aller Formel-1-Rennställe auf einen WM-Triumph.

Derweil spielt Alonso weiter auf Zeit. Er habe seit drei Monaten einen „großen Plan“ im Kopf, wiederholte er seine Standardantwort der vergangenen Wochen und strich sich durch seinen dichten Bart. Der Ex-Weltmeister will allen klar machen, dass er Herr über die Situation ist und sein Schicksal in den eigenen Händen hält. „Ich habe keine Frist und kann mich entscheiden, wann ich will“, sagte er über das McLaren-Angebot.

„Zwischen Brasilien und Abu Dhabi wollen wir eine Entscheidung von Fernando haben. Ansonsten müssen wir über eine alternative Besetzung nachdenken“, sagte McLaren-Renndirektor Eric Boullier zuletzt der Bild-Zeitung über den Transfer-Poker. Alonso spielt - offenbar nicht nur mit Vettel.

sid

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