Rosberg und Hamilton in Silverstone

Brisantes Duell um die Formel-1-Krone

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Nico Rosberg.

Silverstone - Heimspiel für Lewis Hamilton - aber Nico Rosberg hat im Duell der Silberpfeile auch in Silverstone einen Sieg fest eingeplant.

Auf Ibiza feierte Nico Rosberg vergangene Woche seinen 29. Geburtstag. Ein etwas unscharfes Bild zeigt ihn mit „meinen besten Freunden“. Und - richtig, Lewis Hamilton war nicht dabei. Zwar stehen die Zeichen bei den Silberpfeilen derzeit nicht unbedingt auf Sturm, doch der England-Grand-Prix in Silverstone (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky) dürfte neue Brisanz in das Duell um die WM-Krone bringen. Denn der von Hamilton erhoffte Heimsieg führt nur über den zuletzt bärenstarken Rosberg.

Der Wiesbadener (165 Punkte) hat nach dem Sieg in Spielberg nicht nur 29 Zähler Vorsprung auf Hamilton (136) in der WM-Gesamtwertung, sondern weiß auch noch sehr genau, wie sich ein Erfolg in Silverstone anfühlt: cool. „In Silverstone findet normalerweise nach dem Rennen ein Fan-Festival mit Rockbands und viel Programm statt. Letztes Jahr stand ich für ein kurzes Interview auf der Bühne, als plötzlich alle Zuschauer für mich Happy Birthday sangen. Das war richtig cool“, so Rosberg.

Aber auch Hamilton geht davon aus, dass die britischen Formel-1-Fans wie eine Wand hinter ihm stehen werden. „Die Unterstützung für mich ist dort absolut unglaublich. Die britischen Fans sind die besten auf der Welt, und es ist wirklich überwältigend, wenn dich Tausende Menschen unabhängig vom Wetter oder dem Ergebnis frenetisch anfeuern“, sagte der Ex-Weltmeister, der den überlegenen Sieg von 2008 zu den schönsten Momenten seiner Karriere zählt.

Aber für eine Wiederholung dieses Triumphes muss sich Hamilton das Momentum von Rosberg zurückholen. Keine einfache Aufgabe angesichts des stetig wachsenden Selbstbewusstseins des Deutschen, der in den bisherigen acht Saisonrennen dreimal gewann und fünfmal Zweiter wurde.

Hamilton zeigte zuletzt dagegen Nerven, sein Fehler im Qualifying von Spielberg brachte ihn vorzeitig um jede Siegchance, auch wenn er von neun auf zwei nach vorn fuhr und Rosberg in den letzten Runden über den Kurs jagte. „Natürlich war es nicht das Ergebnis, das ich mir persönlich erhofft hatte, und es war enttäuschend, dass ich kein Kapital aus meiner Pace schlagen konnte, die klar ersichtlich war“, so Hamilton: „Letztlich war der zweite Platz aber eine gute Schadensbegrenzung.“

Spielberg hat zudem gezeigt, dass die Silberpfeile nicht mehr in einer eigenen Liga spielen. Williams fuhr mit Felipe Massa (Brasilien) und Valtteri Bottas (Finnland) in die erste Startreihe und landete letztlich auf den Plätzen drei (Bottas) und vier (Massa). „Wenn wir unsere Ziele erreichen möchten, dürfen wir uns keinerlei Fehler erlauben, da stets jemand darauf lauert, diese zu bestrafen“, stellte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff klar.

Der Österreicher hatte nach Spielberg beklagt, dass die Transparenz zwischen den Mannschaften von Rosberg und Hamilton gelitten habe. Rosberg hatte anschließend zugegeben, dass zwar alle Daten frei verfügbar seien, aber „manchmal legt man es allerdings nicht auf den Tisch und sagt: “Guck mal, was ich hier gemacht habe. ' Wenn ich irgendwo einen Vorteil finde, dann behalte ich das für mich„. Beste Freunde findet man so nicht ...

sid

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

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