Dem Boss ist die Formel 1 zu fad

Ecclestone: "Mercedes macht die Rennen langweilig"

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Bernie Ecclestone.

Köln - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist die seit zwei Jahren währende Dominanz des Mercedes-Teams um Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) und den Wiesbadener Nico Rosberg mittlerweile ein Dorn im Auge.

Der 85-jährige Brite fordert Reformen, um die Königsklasse des Motorsports wieder spannend zu machen.

„Die Dominanz von Mercedes ist so groß, dass sich viele Leute nur noch den Start bei einem Grand Prix ansehen und dann den Fernseher abschalten, weil Mercedes die Rennen langweilig macht“, sagte der 85-jährige Brite im Interview mit der „Welt am Sonntag“. Dies sei „nicht gut für den Sport“.

Für Ecclestone wäre es dabei ein legitimer Weg, den Teams und Herstellern über den Automobil-Weltverband FIA Veränderungen aufzuoktroyieren. „Wir versuchen seit Jahrzehnten, die finanziellen Einsätze derart zu begrenzen, dass für alle eine breit angelegte Konkurrenzfähigkeit garantiert ist. Aber die Teams und auch die Hersteller haben da bis heute nicht mitgespielt. Sie wollen es einfach nicht - also muss man sie zwingen“, erklärte der Promoter.

Ecclestone hält trotz großer Widerstände der großen Hersteller weiter an seinem Plan fest, einen günstigeren Motor für die kleineren Teams einzuführen, um das Leistungsgefälle zu verringern. Es werde „mit Sicherheit einen anderen Motor in Zukunft geben oder ein Reglement für einen neuen Motor, der mehr PS haben und sehr viel billiger sein wird. Das steht für mich fest“, sagte der Brite.

Er sei davon überzeugt, „dass das Publikum zum größten Teil gar nicht daran interessiert ist, was für Motoren wir fahren. Sie haben keine Ahnung von dieser hochkomplexen Technik“, sagte Ecclestone. „Die Zuschauer wollen spannende, unterhaltsame Rennen mit diversen unterschiedlichen Siegern sehen. Das muss die Formel 1 liefern. Und nichts anderes.“

Teams, Hersteller und Führungsebene müssten daher schnell eine vernünftige, gemeinsame Lösung finden. „Kommt die nicht zustande, wird die FIA klare Vorgaben zu einem neuen Motor installieren.“

Wenn die Hersteller den Plänen nicht zustimmen wollten, betonte Ecclestone, „können sie ja aus der Formel 1 aussteigen. Diese Freiheit haben sie“.

Das Problem sei aktuell auch, dass ein Team, wenn es einen Motor von einem großen Hersteller beziehe, sich auch zwangsläufig auf der politischen Seite dieses Herstellers bewege. „Das bedeutet“, so der Chefpromotor, „dass die FIA als verantwortlicher Gesetzgeber der ultimative Maßstab für die Formel-1-Regeln und der letzte Entscheider sein muss“.

sid

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