Er starb bei einem Autounfall

Schumis Ex-Teamkollege de Cesaris ist tot

Andrea De Cesaris
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Ein undatiertes Archivbild von Andrea De Cesaris nach einem Formel-1-Rennen.

Rom - Der frühere Formel-1-Pilot Andrea De Cesaris ist bei einem Motorradunfall gestorben. Er wurde nur 55 Jahre alt. Die Trauer und der Schock nach dem „schwarzen Sonntag“ für die Formel 1 sind groß.

Nur wenige Stunden nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi in Japan hat der Tod des ehemaligen Piloten Andrea De Cesaris die Formel 1 erneut erschüttert. Der einstige Teamkollege von Rekordchampion Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen kam bei einem Motorradunfall in der Nähe von Rom ums Leben gekommen. Die Autobahnpolizei bestätigte entsprechende italienische Medienberichte. De Cesaris starb am Sonntagnachmittag im Alter von 55 Jahren.

„Das ist ein sehr trauriger Tag für den Sport“, schrieb Motoren-Hersteller Renault via Twitter. „Ein liebenswürdiger Mensch, ein leidenschaftlicher Rennfahrer“, meinte Ex-Rivale Martin Brundle. „Jeder von McLaren möchte sein Beileid ausdrücken“, betonte das britische Team, für das De Cesaris auch gefahren war. „Aufgewacht mit der traurigen Nachricht, dass Ex-Formel-1-Pilot Andrea de Cesaris verstorben ist...“, twitterte der aktuelle McLaren-Fahrer Jenson Button.

De Cesaris war nach offiziellen Angaben auf dem Autobahnring unterwegs gewesen, der die italienische Hauptstadt umgibt. Er soll die Kontrolle über sein Motorrad verloren haben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Unfallursache war am Montag noch unklar.

Auch in seinem Heimatland Italien war der Schock nach dem Unfalltod des 55-Jährigen groß. „Tragischer Tod von De Cesaris. Mutig ist er in seinen 15 Jahren in der Formel 1 immer ans Limit gegangen und hatte eine Leidenschaft für Herausforderungen“, schrieb der „Corriere dello Sport“. „Auf Wiedersehen Andrea. Unfall mit dem Motorrad in Rom“, titelte die „Gazzetta dello Sport“, die Zeitung „Quotidiano“ beklagte einen „schwarzen Sonntag für die Formel 1“.

In seiner Formel-1-Karriere bestritt der Italiener 208 Grand Prix. Gewinnen konnte De Cesaris davon keinen, was ihn zum Spitzenreiter in dieser Kategorie vor dem Mönchengladbacher Ex-Piloten Nick Heidfeld macht, dem in 183 Versuchen kein Sieg vergönnt war.

Einmal durfte De Cesaris von der Pole Position starten. Mit 22 Jahren war er 1982 beim US-Rennen der bis dahin jüngste Pilot auf dem ersten Startrang. In Deutschland kam er 1983 auf den zweiten Rennrang, in derselben Saison gelang dem Italiener das auch noch in Südafrika.

Er fuhr 1980 sein erstes Formel-1-Rennen, 1994 stieg De Cesaris nach einer Reihe von Stationen aus. Neben McLaren fuhr er unter anderem auch für Jordan und Sauber. Bei Jordan war er 1991 Teamkollege des damaligen Neulings Schumacher, bei Sauber hieß sein Stallgefährte 1994 Frentzen. Für neun seiner zehn Teams konnte De Cesaris Punkte holen.

sid/dpa

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